USA: Bischöfe appellieren an Katholiken, Würde und Leben des Menschen im öffentlichen Leben zu verteidigen

Jeder ist aufgerufen, der "Zerstörung des ungeborenen menschlichen Lebens" Einhalt zu gebieten

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WASHINGTON DC, 13. März 2006 (Zenit.org).- In einer gemeinsamen "Erklärung über die Pflichten der Katholiken im öffentlichen Leben" ("Statement on Responsibilities of Catholics in Public Life"), die am Freitag veröffentlicht wurde, rufen die US-amerikanischen Bischöfe alle katholischen Politiker dazu auf, entschieden für die Würde und das Leben des Menschen einzutreten.



"Unser Glaube ist ein Ganzes und hält die Katholiken dazu an, das Leben und die Würde des Menschen zu verteidigen, wann immer sie bedroht werden", heißt es in dem bischöflichen Dokument. Es entstand in Reaktion auf eine parteienübergreifende Erklärung von 55 katholischen Parlamentsabgeordneten, die sich ausdrücklich für die Verteidigung des menschlichen Lebens ausgesprochen hatten. Diese und alle anderen Initiativen, die zur Klärung der Frage beitragen, "wie katholische Gesetzgeber ihren Glauben und ihre politischen Entscheidungen miteinander in Einklang bringen können", begrüßten die Bischöfe ausdrücklich.

Sie wiederholen die unveränderliche Lehre der Kirche, "dass Abtreibung ein schwerer Verstoß gegen das grundlegendste aller Menschenrechte ist, das Recht auf Leben, das jedem Menschen innewohnt und das die Grundlage für alle anderen Rechte ist, die wir besitzen", und erinnern diesbezüglich an folgende Worte Papst Johannes Pauls II.: "Die Unantastbarkeit der Person, die Widerschein der absoluten Unantastbarkeit Gottes selbst ist, findet ihren ersten und fundamentalsten Ausdruck in der Unantastbarkeit des menschlichen Lebens. Wenn das Recht auf das Leben nicht als erstes und fundamentales Recht mit größter Entschiedenheit als Bedingung für alle anderen Rechte der Person verteidigt wird, bleibt auch das berechtigte, wiederholte Hinweisen auf die Menschenrechte – auf das Recht auf Gesundheit, Wohnung, Arbeit, Gründung einer Familie, Kultur usw. – trügerisch und illusorisch.

Angesichts aller Verletzungen, die dem jedem Menschen zustehenden Recht auf das Leben, sei es durch einzelne oder durch die Autorität selbst zugefügt werden, hat die Kirche nie resigniert. Jeder Mensch ist in allen Phasen seiner Entwicklung, von der Empfängnis bis zum natürlichen Tod, Träger dieses Rechtes; er bleibt es in jeder Situation: Gesundheit oder Krankheit, Vollkommenheit oder Behinderung, Reichtum oder Armut" (Christifideles Laici, 38).

Auf der einen Seite sei es nötig, die Zahl der Abtreibungen durch ein verstärktes Angebot von Hilfsmaßnahmen für gefährdete Eltern und Kinder zu verringern. Auf der anderen Seite fordere die katholische Lehre von allen Katholiken auch einen ganz konkreten persönlichen Einsatz, "um die Zerstörung des ungeborenen menschlichen Lebens zu begrenzen und ihr Einhalt zu gebieten".

Als Mitglieder der Kirche seien alle Katholiken dazu verpflichtet, "ihr Gewissen in Übereinstimmung mit der Morallehre der Kirche zu bilden", betonen die Bischöfe. "Wir hoffen, durch den Dialog – insbesondere das unersetzbare Gespräch zwischen den katholischen Politikern und ihren Bischöfen – besser verständlich machen zu können, wie sehr uns die kirchliche Lehre über das Leben und die Würde des Menschen alle fordert."