USA: Bischöfe errichten eigene Hurrikan-Arbeitsgruppe

"Jetzt ist eine Zeit angebrochen, in der wir das Evangelium leben müssen"

| 711 klicks

WASHINGTON DC, 16. September 2005 (ZENIT.org).- Die Bischöfe der Vereinigten Staaten haben Erzbischof Joseph Fiorenza von Galveston-Houston zum Vorsitzenden einer neuen Arbeitsgruppe ernannt, die sich mit den Folgen des schrecklichen Wirbelsturms "Katrina" befassen wird.



"Der Hurrikan und die Flut kamen und gingen in wenigen Stunden und Tagen", heißt es in einer Erklärung des Verwaltungsrats der US-Bischofskonferenz über die Hilfeleistungen und die neu errichtete Arbeitsgruppe. "Unsere Unterstützung, unser Mitleid und unser Einsatz muss viel länger dauern – nicht Tage, sondern Monate und Jahre. Für uns katholische Bischöfe ist 'Katrina' mehr als eine schreckliche Naturkatastrophe und eine menschliche Tragödie. Der Wirbelsturm stellt unseren Glauben, unsere Hoffnung und unsere Liebe auf die Probe. Der Glauben an Jesus Christus sagt uns, dass das Leben den Tod überwindet, das auf die Kreuzigung die Auferstehung folgt, auf das Leid die Genesung und auf Verzweiflung die Hoffnung. Jetzt ist eine Zeit angebrochen, in der wir das Evangelium leben, uns den anderen in Liebe zuwenden, unsere Worte in Taten verwandeln und die Solidarität, die wir verkünden, selbst üben müssen."

Hilferuf aus New Orleans

Erzbischof Alfred Hughes von New Orleans richtete sich vor wenigen Tagen mit der inständigen Bitte an die Öffentlichkeit, für die zahlreichen Hilfsmaßnahmen, die in seiner Diözese anstünden, zu beten und sich an ihnen mit einer finanziellen Unterstützung tatkräftig zu beteiligen. Zu diesem Zweck richtete die Erzdiözese den "Hilfsfond Hurrikan Katrina" ein. Mit den Geldern biete man den aus New Orleans ausgesiedelten Menschen Betreuung und das Allernötigste, um ein menschliches Leben führen zu können. Zahlreiche Kirchen, Pfarren, Schulen und andere kirchliche Einrichtungen in New Orleans sind schwer beschädigt.

Die Hilfsarbeiten in New Orleans können über die Webseite der Erzdiözese oder über den Postweg finanziell unterstützt werden:

Archdiocese of New Orleans
Hurricane Katrina Relief Fund
1800 S. Acadian Thruway
Baton Rouge, LA 70808

Priester leisten Hilfe

In einer landesweiten Aktion werden aus den verschiedensten Diözesen der USA Priester von ihren alltäglichen Verpflichtungen freigestellt, um in den von der Naturkatastrophe betroffenen Küstenstaaten im Süden des Landes zu helfen.

Allein die Erzdiözese von Milwaukee wollte bis zu 12 Priester in das Katastrophengebiet entsenden, um dort an der Betreuung der leidgeprüften Bevölkerung mitzuwirken. Die Diözese von Orange (Kalifornien) kümmert sich bereits um das Wohl der vietnamesischen Gemeinde in der Erzdiözese von Galveston-Houston (Texas).

In den Städten Salt Lake City, Utah und Phoenix, wohin Tausende von Einheimischen evakuiert worden sind, wurden ebenfalls zahlreiche Priester freigestellt, um den Heimatlosen in ihrer Not beizustehen.