USA: Bischöfliche Richtlinien zur Pastoral für Personen mit homosexuellen Neigungen vor Abschluss

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WASHINGTON D.C., 27. Oktober 2006 (ZENIT.org).- Die Billigung der Richtlinien für die pastorale Betreuung von Menschen mit homosexuellen Neigungen, die in Form eines Hirtenbriefs veröffentlicht werden, steht auf dem Programm der diesjährigen Herbstvollversammlung der US-Bischofskonferenz, die vom 13. bis zum 16. November in Baltimore (Bundesstaat Maryland) abgehalten wird.



Der noch nicht offiziell beschlossene Hirtenbrief trägt den Titel „Dienst an den Menschen mit homosexuellen Neigungen: Richtlinien für die pastorale Betreuung“ und gibt Auskunft über die angemessene Betreuung in bestimmten Situationen. Er will Bischöfen sowie all jenen Menschen Hilfestellung geben, die im Dienst an Personen mit homosexuellen Neigungen stehen.

Die Richtlinien unterstreichen die Notwendigkeit der Unterstützung und Leitung von Seiten der Bischöfe und der anderen pastoralen Führungspersonen, da sich viele Menschen mit homosexuellen Neigungen in der katholischen Gemeinschaft nicht willkommen fühlten. Die Kirche sei wie für jeden Getauften auch für diese Menschen ein Ort, an dem sie in „wahrer menschlicher Integrität und Heiligkeit des Lebens“ leben könnten.

Aus diesem Grund sollten sie mit „Achtung, Mitgefühl und Feinfühligkeit“ angenommen werden. Diejenigen, die sich im Namen der Kirche engagieren, sollten auf keinen Fall zu den Ungerechtigkeiten beitragen, mit denen Personen mit homosexuellen Neigungen bereits konfrontiert seien, und sie sollten im Gebet ihre Herzen und Gedanken prüfen und reinigen.

Der Hirtenbrief der US-Bischofskonferenz verweist auf die Unterscheidung, die das kirchliche Lehramt zwischen homosexuellen Akten und homosexueller Neigung vornimmt. Ersteres sei unmoralisch und sündhaft, letzteres aber nicht. Es sei von fundamentaler Bedeutung zu verstehen, dass wir mit dem Hinweis auf eine bestimmte ungeordnete Neigung bei einem Menschen nicht meinten, dass diese Person als Ganze ungeordnet wäre. „Es bedeutet auch nicht, dass die Person von Gott oder der Kirche verstoßen worden ist.“

Darüber hinaus gibt das Dokument konkrete Empfehlungen im Hinblick auf die Katechese, den Empfang der Sakramente und die pastorale Betreuung.

Einen Themenschwerpunkte bildet die Ermutigung an Menschen mit homosexuellen Neigungen, die der Kirche und ihrer Lehrer treu verpflichtet sind. Sie werden eingeladen, aktiv in ihrer Gemeinde mitzuarbeiten.

Ferner werden die Unterstützung, die Segnung und die direkte oder indirekte Förderung von vermeintlichen gleichgeschlechtlichen „Ehen“ untersagt.

Es wird betont, dass die Adoption von Kindern durch homosexuelle Paare dem Plan Gottes widerspricht. Die Taufe dürfe solchen Kindern allerdings nicht verwehrt werden, wenn es berechtigten Grund zur Hoffnung gebe, dass diese Kinder im katholischen Glauben erzogen würden.

Die Arbeiten am Hirtenbrief begannen im Herbst 2002. Der Entwurf wurde den vier bischöflichen Kommissionen Kirchliche Angelegenheiten, Katechese, Ehe und Familie und Pastoraltätigkeiten zur Bewertung vorgelegt.