USA: Heute Demonstration für Religionsfreiheit

Bischöfe kündigen für den 30. März eine Gebetsvigil zum gleichen Thema an

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ROM, 23. März 2012 (ZENIT.org). – Tausende von Katholiken gehen heute auf die Straße, um für die Religionsfreiheit zu demonstrieren. In mehr als 120 Städten der Vereinigten Staaten wird es zu Versammlungen und Manifestationen kommen, um von der Regierung Obama die Streichung der Anordnung zu fordern, die religiöse Einrichtungen dazu zwingen würde, gegen ihr Gewissen und gegen ihre ethischen Prinzipien zu handeln.

Die vom Bundesgesundheitsministerium verfügte Anordnung würde auch katholische Schulen, Versicherungsgesellschaften und Krankenhäuser dazu verpflichten, Abtreibungen und Sterilisierungen auszuführen sowie Verhütungsmittel zu verwenden. Die Reaktion vonseiten der Kirche in Amerika und vonseiten ziviler Vereinigungen ist so ablehnend wie nur möglich ausgefallen – ohne jeden Kompromiss.

Die heutigen Manifestationen sind nicht konfessionell gebunden. In der Tat wird man Stellvertreter verschiedener Kirchen und kirchlicher Gemeinschaften auf die Straße gehen sehen. Neben der Teilnahme von 15 katholischen Bischöfen hat Radio Vatikan die Gegenwart der Nichte Martin Luther Kings, Alveda, angekündigt.

Insofern als die Anordnung die Ausgabe von Medikamenten mit abtreibenden Folgen vorschreibt, macht sich die Regierung Obama nach Meinung des Theologen Robert Royal, Präsident des „Faith and Royal Institute“, nicht nur wegen eines Vergehens gegen die Religionsfreiheit, sondern auch eines Vergehens gegen das Recht auf Leben schuldig.

„Auf diese Weise wird der Begriff Gesundheit von der Regierung ganz langsam umdefiniert. In den Vereinigten Staaten darf die Bundesregierung keine Abtreibung bezahlen, noch darf sie die Leute für eine solche Entscheidung bezahlen“, erklärte Robert Royal im Aufnahmestudio von Radio Vatikan.

Die zivile Vereinigung „Pro-Life Action League“, sammelt unterdessen in allen Teilen des Landes Unterschriften zur Unterstützung der Manifestation. Nachden Angaben des Vorsitzenden von “Action League”, Eric Scheidler, hat sich die Anzahl der Teilnehmer in den letzten drei Wochen mehr als verdoppelt.

Der Protestmarsch deckt ein vielmaschiges Netz von Städten ab, die über Internet miteinander in Verbindung stehen. Die Wahl fiel auf das Datum des 23. März, weil dies der Jahrestag der berühmten Ansprache von Patryck Henry, eines der Väter der Amerikanischen Revolution, ist, der 1775 verkündete: „Gebt mir entweder die Freiheit oder den Tod“.

„Die Regierung Obama hat in diesem Zusammenhang niemals Probleme, die sich dem amerikanischen Volk in Gewissensfragen und bei der Verweigerung aus ethischen oder aus religiösen Motiven stellen, ernst genommen“, so Eric Scheidler.

Der Pro-life-Aktivist führt weiter aus: „Wir werden nicht aufhören, dieses Gesetz zu bekämpfen, bis man allen Einrichtungen erlaubt, selbst zu entscheiden, ob sie Sterilisierungen durchführen oder nicht durchführen, Verhütungsmittel und abtreibende Medikamente, – die übrigens in keiner Weise als ‚Präventivheilmittel‘ anzusehen sind, denn eine Schwangerschaft ist keine Krankheit –, anbieten oder nicht anbieten wollen“.

Der heutigen Manifestation wird genau in einer Woche eine Gebetsvigil folgen, die von den Bischöfen der Vereinigten Staaten veranstaltet worden ist und ebenso im Namen der religiösen Freiheit stattfinden wird. Diese Initiative wurde vom Verwaltungsausschuss der Bischofskonferenz angekündigt.

In Vorbereitung der Gebetsvigil vom 30. März hat die Bischofskonferenz verschiedene Gebetshilfen zur Verfügung gestellt: Vom Internetportal www.usccb.org kann man Postkarten mit dem Text des Gebetes für die religiöse Freiheit im PDF-Format herunterladen.

Auf den in spanischer und englischer Sprache erhältlichen Postkarten befinden sich drei Heiligenbilder abgedruckt: ein Abbild von der Unbefleckten Empfängnis, der Schutzpatronin der Vereinigten Staaten, ein Abbild von der Jungfrau von Guadalupe, der Schutzpatronin des amerikanischen Kontinents und der Ungeborenen; ein Bild vom hl. Thomas Morus, dem Märtyrer und Schutzpatron von Regierenden, Staatsmännern und Politikern.

[Übersetzung des italienischen Originals von P. Thomas Fox LC]