USA: Wie Katholiken die Ehe sehen

Ergebnisse einer im Aufrag der US-Bischöfe durchgeführten Umfrage

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WASHINGTON D.C., 20. Februar 2008 (ZENIT.org).- Die Ergebnisse einer von der US-Bischofskonferenz in Auftrag gegebenen Erhebung zum Thema Ehe gäben Grund zu Hoffnung und Dankbarkeit, stimmten aber auch nachdenklich, erklärte vor kurzem Erzbischof Joseph Kurtz, Vorsitzender des bischöflichen Kommission für Ehe und Familie.



Sieben von zehn US-Katholiken hatten angegeben, „einigermaßen“ mit der katholischen Lehre über die Ehe vertraut zu sein, rund ein Drittel hatten bekundet, mit ihr „sehr vertraut“ zu sein. Nach der Studie werden zudem rund 70 Prozent aller katholischen Ehen in den USA kirchlich geschlossen oder zumindest gesegnet.

Angesichts der Tatsache, dass nur eine schwache Mehrheit der Katholiken der Auffassung ist, über die Ansichten der Kirche bezüglich Ehe immerhin „ein wenig“ informiert zu sein, wies der Erzbischof von Kentucky darauf hin, dass zwischen praktizierenden Katholiken, die wöchentlich zur Messe gehen, und jenen unterschieden werden müsse, die das nicht tun. Erstere seien mit größerer Wahrscheinlichkeit besser über katholische Inhalte informiert, würden kirchlich heiraten und katholische Ehepartner wählen.

Die Untersuchung, die der kirchlichen Ehe- und Familienpastoral dienlich sein soll, verrät noch einen weiteren Zusammenhang: Kinder, deren Eltern nicht in Scheidung gelebt haben, wollen eher heiraten. Dies zeige die Macht des positiven Beispiels von Treue, kommentierte Erzbischof Kurtz.

Generell sei der familiäre Hintergrund für viele Menschen ausschlaggebend für die eigene Entscheidung. Die Prägung in Sachen Ehe und Familie gehe in erster Linie von den eigenen Eltern aus. Dies könne im Hinblick auf die nächsten Generationen gar nicht hoch genug angeschlagen werden. „Wird der Einfluss positiv oder negativ sein? Das ist die Kernfrage“, so der Würdenträger.

Die Katholiken der Vereinigten Staaten unterscheiden sich kaum vom Rest der amerikanischen Bevölkerung, was Ehestatus, Alter bei der Eheschließung oder Scheidungsrate anlangt: 23 Prozent aller katholischen Ehen werden geschieden. 12 Prozent davon bleiben getrennt, und 11 Prozent heiraten wieder oder leben mit einem Partner.

Wenn Eheprobleme auftreten, nehmen die Katholiken, wie Erzbischof Kurtz darlegte, nicht immer die Hilfe der Kirche in Anspruch, obwohl ein gutes Angebot bestehe. Die Kirche müsse sich daher verstärkt darum bemühen, den Ehepaaren noch besser in ihrem Wachstum in Glück und Heiligkeit unterstützend entgegenzukommen, und dies das ganze Eheleben hindurch.

Die Umfrage datiert vom Juni des vergangenen Jahres und umfasst einen Kreis von etwa 1.000 Personen, die sich selbst als katholisch bezeichnen. Der Unschärfebereich liegt bei rund drei Prozent. Die Idee zur Befragung stammt von den „Knights of Columbus“, durchgeführt wurde sie im Auftrag der „Nationalen Pastoralen Initiative für die Ehe“ der US-amerikanischen Bischöfe. Anregende Beispiele und Tipps dafür, wie eine Ehe gelingen kann, finden sich auf der Webseite: http://www.foryourmarriage.org.