Vademecum zum Paulus-Jahr 2008/2009: Vorstellung des Programms im Vatikan

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ROM, 21. Januar 2008 (ZENIT.org).- Am Montagvormittag wurde im Rahmen einer Pressekonferenz im Vatikan das Programm zum Paulus-Gedenkjahr (28. Juni 2008 – 29. Juni 2009) vorgestellt. Kardinal Andrea Cordero Lanza di Montezemolo, Erzpriester der Basilika St. Paul vor den Mauern, ging vor allem auf jene Initiativen ein, die in der Basilika selbst geplant sind.



Vor den versammelten Journalisten erklärte der Kardial unter anderem, dass er einen Brief an den Patriarchen von Moskau und ganz Russland, Alexeij II., gesandt habe, um ihn zur Eröffnung des Festjahres am 28. Juni 2008 einzuladen.

Papst Benedikt XVI. hatte das Paulus-Jahr während der ersten Vesper des Hochfestes der heiligen Apostelfürsten Peter und Paul 2007 anlässlich des 2000. Jahrestages der Geburt des Völkerapostels ausgerufen. Der Heilige Vater erklärte damals unter anderem: „Der Völkerapostel, der sich besonders darum bemühte, die Frohe Botschaft allen Völkern zu bringen, hat sich vollkommen für die Einheit und Eintracht aller Christen aufgeopfert. Möge er uns bei dieser 2000-Jahrfeier leiten, schützen und uns helfen, in der demütigen und aufrichtigen Suche nach der vollen Einheit aller Glieder des mystischen Leibes Christi voranzuschreiten.“ Gleichzeitig erinnerte der Heilige Vater daran, dass die Kirche wie in den Anfangszeiten auch heute Apostel benötige, die bereit seien, sich selber aufzuopfern. Sie brauche „Zeugen und Märtyrer wie den heiligen Paulus“.

Kardinal Montezemolo kündigte an, dass Benedikt XVI. bald ein Dokument zur Verkündigung des Paulus-Jahres veröffentlichen und darin dessen Ziele festlegen werde.

Das Paulus-Jahr soll nach Worten des Kardinals den folgenden Zwecken dienen: der Wiederentdeckung der Gestalt des Apostels; dem Studium seiner zahlreichen Briefe, die an die ersten christlichen Gemeinschaften gerichtet sind; der lebendigen Wiederentdeckung der ersten Zeiten der Kirche; der Vertiefung der Lehren des Apostels; der Wallfahrt zu seinem Grab und den zahlreichen Orten, die er besucht hatte; der Belebung unseres Glaubens und unserer Rolle in der Kirche von heute im Licht seiner Lehren, und schließlich dem Gebet und dem Arbeiten für die Einheit der Christen in einem wahren „mystischen Leib Christi“.

Die verschiedenen Initiativen zum Paulus-Jahr 2008/2009 lassen sich sieben Bereichen zuordnen:

Das pastorale Programm
Es konzentriert sich auf tägliche Liturgien, Gebetstreffen und die Feier des Bußsakraments.

Das religiös-kulturelle Programm
Es umfasst zunächst die „lectio Pauli“ und die Katechese der Schriften des heiligen Paulus. Darüber hinaus werden in der Basilika Konferenzen, Tagungen und theologische Reflexionen in fünf bis sechs Begegnungen geboten sowie musikalische Darbietungen.

Die Wallfahrt
Das Wallfahrtsprogramm beginnt mit der Wallfahrt, die der Heilige Vater am 28. Juni 2008 nach Sankt Paul vor den Mauern unternehmen wird. Dabei wird eine „Porta Paolina“ (ein „Paulustor“) geöffnet und eine Paulus-Flamme entzündet werden, die das ganze Jahr über brennen soll. Die Besucher und Pilger der Basilika werden bis zum Ende des Paulus-Jahres Betreuung erfahren. Zu diesem Zweck wird ein Voranmeldungsbüro eingerichtet; Führer und Kopfhörer werden zur Verfügung gestellt. Das Römische Pilgerwerk wird Reisen zu den paulinischen Orten in Rom, aber auch in der Türkei, dem Heiligen Land, auf Malta usw. organisieren.

Kultur- und Kunstprogramm
Vorgesehen sind Führungen, Ausstellungen, Konzerte und Konferenzen in der Basilika sowie die Emission von Paulus-Briefmarken und einer Gedenkmünze zu einem Nennwert von zwei Euro durch das Governatorat der Vatikanstadt.

Veröffentlichungen
Ein mehrsprachiger Führer durch die Basilika befindet sich in Vorbereitung. Zudem wird an einer neuen Ausgabe der Apostelgeschichte und Paulusbriefe gearbeitet. Eine neue Internetseite (www.annopaolino.org) soll unter anderem die Voranmeldung zu den verschiedenen Veranstaltungen ermöglichen.

Restaurierungsarbeiten in der Basilika
Nachdem die Restaurierung des Papstthrones in der Apsis abgeschlossen ist, wird nun der Baldachin über dem Paulusgrab gesäubert und restauriert. Die Innenbeleuchtung wurde erneuert. Außerdem wurden zwei neue Souvenir-Läden eingerichtet. Die Marmorböden in der Apsis sollen ausgebessert werden.

Ökumene
Durch ökumenische Akzente sollen Angehörige aller christlichen Kirchen und Konfessionen in das Paulus-Jahr einbezoen werden. Dazu wird die bisherige Taufkapelle, die sich zwischen der Basilika und dem Kreuzgang befindet, zur ökumenischen Kapelle umgestaltet werden. Damit soll den Christen anderer Konfessionen ein besonderer Ort des Gebetes geboten werden.

Kardinal Montezemolo betonte während der Pressekonferenz im Vatikan, dass die Taufe jenes Sakrament sei, das all jene eine, die an Christus glauben und mit dem Siegel der Erlösung gezeichnet sind, während die Märtyrer der ersten Jahrhunderte Zeugnis für die ursprüngliche Einheit der ganzen Kirche ablegten.

Zum Abschluss äußerte der Kardinal den Wunsch, dass das Paulus-Gedenkjahr allen helfen möge, darum zu beten und sich dafür einzusetzen, dass Christus in ihnen lebe. Gleichzeitig solle es dazu anregen, mit Worten des Apostels Johannes gemeinsam darum zu beten: „dass alle eins sind“ (vgl. Joh 17,21).