Vanity Fair kürt den Papst zum Mann des Jahres

Elton John bezeichnet Franziskus als Wunder der Demut

Rom, (ZENIT.org) Antonio Gaspari | 542 klicks

Das in Italien wöchentlich erscheinende Gesellschaftsmagazin „Vanity Fair” widmete das Cover der Ausgabe Nr. 28 vom 17. Juli 2013 Papst Franziskus. Das mit „Francesco Papa Coraggio“ (Franziskus, der mutige Papst) betitelte Bild hat die Wahl des Papstes zum Mann des Jahres vorweggenommen. Laut Vanity Fair kennzeichneten die ersten hundert Tage des Pontifikats von Franziskus diesen als „Führungspersönlichkeit, die Geschichte schrieb“.

Folgende sechs Persönlichkeiten wurden in Interviews um Kommentare zum Papst gebeten: der Schriftsteller Erri De Luca, der Priester und Präsident der Stiftung „Casa della carità“ (Haus der Barmherzigkeit) in Mailand, die feministische Schriftstellerin Dacia Maraini, der Schriftsteller und Nichtgläubige Giorgio Falletti sowie die Sänger Elton John und Andrea Bocelli.

Die Aussagen, vor allem jene der Nichtkatholiken, die in der Vergangenheit Kritik an der Kirche geübt hatten, erwiesen sich als äußerst interessant. So skizzierte beispielsweise Elton John den Papst folgendermaßen: „Papst Franziskus ist hier seit Jahrhunderten die wichtigste Neuigkeit für die katholische Kirche. Diesem Mann ist es ganz alleine gelungen, eine Annäherung der Menschen an die Lehre Christi zu bewirken. Nichtkatholiken wie ich erheben sich und spenden ihm Beifall für jede seiner von Demut gekennzeichneten Gesten. Franziskus ist ein Wunder der Demut im Zeitalter der Eitelkeit.“

Der infolge eines Unfalls im Alter von zwölf Jahren erblindete Sänger Andrea Bocelli berichtete, dass sich beim Vernehmen der ersten Worte von Papst Franziskus seine Augen mit Tränen gefüllt hätten. Er fand dazu folgende Worte: „Papst Franziskus ist so tief in mein Herz vorgedrungen. Mit seiner aufrichtigen Demut, der entwaffnenden Kraft seines Glaubens und all seinen Erfahrungen, die seine Worte erstrahlen lassen und seine Stimme erhellen, hat er es erobert.“

Erri De Luca stellte hingegen einen anderen Aspekt in den Vordergrund: „Franziskus ist der Papst des Südens. Er ist ein Sohn Lateinamerikas. Mit ihm gelangt die Kirche auf die andere Hemisphäre, der Schwerpunkt verlagert sich nach unten.“ Laut Don Virginio Colmenga sei der Papst „eine große Überraschung, ein Windstoß der Hoffnung, des Heiligen Geistes.“ Er führte aus: „Papst Franziskus ist Zeuge einer erfrischend neuen Vision der Kirche, die zugleich durch Treue zur Botschaft des Evangeliums gekennzeichnet ist. Es handelt sich um die Vision einer armen Kirche für die Armen.“

Dacia Maraini äußerte folgende Feststellung: „Die Menschen mögen ihn.“ In diesem Zusammenhang erinnerte sie sich an die Worte eines Taxifahrers: „Hoffentlich wird er nicht umgebracht. Er ist zu mutig. Ich möchte ihn schützen, aber ich wüsste nicht, wie.“ Giorgio Faletti konzedierte abschließend: „Mir persönlich ist das Geschenk des Glaubens nicht zuteilgeworden. Ich glaube an kein bewusstes Jenseits. Jorge Mario Bergoglio erschien mir jedoch auf Anhieb als großer Kommunikator, als ein Mann, von dessen Gesicht jene Güte ausgeht, die der Vertreter des Katholizismus auf Erden zu verbreiten imstande sein soll. Er erschien mir als Mann, der fähig ist, durch seine Gegenwart mit all den Skandalen aufzuräumen, die vor kurzem dem Bild des Vatikans und dessen, was dieser verkörpert, Schaden zufügten.“