Väter und Mütter im Dienst am Leben

Impuls zur Aktion „Nazaret-Gebet“ 2007 der Wiener Berufungspastoral

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WIEN, 22. Juni 2007 (ZENIT.org).- „Vater und Mutter sind unersetzlich“: Warum das so ist, geht aus einem Text hervor, der dem Rundbrief „Familie – Weg der Kirche“ (01/2003) des Familienreferats der Erzdiözese Salzburg entnommen ist. Der Impuls will vor allem jenen Eltern als Denkanstoß dienen, die im Rahmen der Initiative Nazaret-Gebet 2007 der Berufungspastoral der Erzdiözese Wien täglich den „Angelus“ für die Berufung ihrer Kinder beten.



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Väter und Mütter im Dienst am Leben

Vater- und Mutterschaft sind nicht nur zeitbedingte Rollen, die man übernimmt und – wie im Kino – nach Belieben wieder verlässt. Vielmehr sind es Aufgaben, ich möchte sagen, Berufungen, die unser Leben, unser Wesen als Mann und Frau tief prägen. Dabei wird besonders der Wesensunterschied von Mann und Frau deutlich. Wenn beide das Gleiche tun, ist es trotzdem nicht dasselbe. Vor allem in der Kindererziehung wird das – manchmal schmerzlich – deutlich.

Es lohnt sich, diese unterschiedlichen Aufgaben und Zugänge von Mann und Frau in ihrer väterlichen und mütterlichen Ausprägung näher anzuschauen. Ich meine, dass wir uns viele Verletzungen ersparen, wenn wir wesensgemäß leben.

Vater und Mutter sind unersetzlich

Richten wir unseren Blick zuerst auf die Frau und Mutter. Sie ist von ihrem Körperbau, ihrem Wesen darauf angelegt, zu empfangen, zu trösten, Leben zu schenken. Das hebräische Wort für „weiblich“ (neke-wah) bedeutet: Keimboden sein, empfangen, einen inneren Raum schaffen. Die Frau steht von Natur aus dem Leben näher. Ihre tiefste Sehnsucht ist es, Leben und Liebe zu schenken.

Im Apostolischen Schreiben über die Würde der Frau (Mulieris Dignitatem) heißt es im Kapitel 18: „Die Mutterschaft trägt in sich eine besondere Beziehung zum Geheimnis des Lebens, das im Schoß der Frau heranreift: Die Mutter steht staunend vor diesem Geheimnis, und mit einzigartiger Intuition ‚erfasst‘ sie, was in ihr vor sich geht...

Der Mann befindet sich – trotz all seiner Teilhabe an der Elternschaft – immer „außerhalb“ des Prozesses der Schwangerschaft und der Geburt des Kindes. Viel ist in diesen wenigen Worten über das Wesen der Frau und Mutter ausgesagt. Es entspricht ihrem Wesen, Mutter zu sein, durch hingebendes Empfangen fruchtbar zu werden, Leben in sich entstehen zu lassen, zu tragen und zu pflegen.