Vatikan an UNO: Nachhaltige Entwicklung und Malariabekämpfung für Afrika tut Not

Rede des ständigen Beobachters des Vatikans vor UN

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NEW YORK, 20. Oktober 2010 (ZENIT.org).- Die Beseitigung der Armut, die Länder Afrikas auf den Weg des Wachstums und der dauerhaften Entwicklung zu bringen, der Randstellung des Kontinents bei der Globalisierung ein Ende zu bereiten und ein schonungsloser Kampf gegen die Malaria sieht der ständige Beobachter des Heiligen Stuhls bei den Vereinten Nationen, Erzbischof Francis Chullikatt, als die entscheidenden Zielsetzungen für Afrika an.

Am vergangenen Freitag wies Chullikatt in New York vor der UNO darauf hin, dass „die Bewältigung der besonderen Erfordernisse in Afrika die Einbeziehung aller Bereiche der Gesellschaft erfordere" und eine Vereinigung nötig sei, die dazu verhelfe, die Solidarität und gleichzeitig eine nachhaltige Entwicklung des Kontinents zu fördern."

Der ständige Beobachter machte darauf aufmerksam, dass der jüngste Rückgang in der Weltwirtschaft neue Herausforderungen für Afrika mit sich gebracht habe, da „die ausländischen Direktinvestitionen in dieser Region im Jahr 2008 um 36 Prozent zurückgegangen sind." Die wachsende Schuldenlast bedrohe die künftige Nachhaltigkeit und beeinträchtige die Verbesserungen, die in den letzten Jahren erzielt worden seien.

Der Vatikanbeobachter verwies auch auf ein wirtschaftliches Entwicklungsprogramm der Afrikanischen Union, die Neue Partnerschaft für Afrikas Entwicklung (NEPAD), die im Jahr 2001 gegründet wurde und eine koordinierende Unterstützung der Vereinten Nationen erhält. Der Erzbischof stimmt mit der NEPAD darin überein, dass „die Gesundheit und das Wohlergehen der Menschen in Afrika dazu verhelfen, die Armut zu verringern und zu einer nachhaltigen Entwicklung in Afrika beizutragen".

Der Vertreter des Heiligen Stuhls brachte seine besondere Wertschätzung für den Bericht über die Malaria zum Ausdruck, der die bemerkenswerten Fortschritte bei der Bekämpfung dieser Seuche während der letzten zehn Jahre darlegt.

Der Erzbischof erinnerte an „die jüngste Initiative der ‚African Leaders Malaria Alliance' (ALMA), bei der sich die afrikanischen Staats- und Regierungschefs zusammengeschlossen haben, um die allumfassende Gewährleistung der Interventionen bei der Bekämpfung Malaria zu begünstigen."

Insbesondere forderte Chullikatt Hilfe für schwangere Frauen, die Ungeborenen sowie die kleinen Kinder. Die verheerenden Auswirkungen der Krankheit beträfen besonders Kinder unter fünf Jahren: Viele derjenigen, die die Malaria überlebten, hätten später schwere Gehirnschäden oder Lernschwierigkeiten. Bei schwangeren Frauen könnte Malaria den Tod des Ungeborenen, Anämie bei der Mutter oder ein verringertes Gewicht des Kindes bei der Geburt zur Folge haben.

„Die Erkrankten sollten Zugang zu einer angemessenen Behandlung und die Einzelpersonen sollten Zugang zu sicheren Untersuchungen und Medikamente erhalten und, soweit erforderlich, dies kostenlos", verlangte Erzbischof Chullikatt.