Vatikan: Ausbildung ist Schlüssel zu Nachhaltiger Entwicklung

Ansprache vor der UNO: „Ein Teufelskreis“, verursacht durch mangelnde Ausbildung

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NEW YORK, 30. Oktober 2003 (ZENIT.org).- Nachhaltige Entwicklung ist ohne Ausbildung – ein erklärtes Menschenrecht - nicht zu erreichen, gab der Heilige Stuhl vor der UNO zu bedenken.



Der Ständige Beobachter des Heiligen Stuhls bei der UNO in New York, Erzbischof Celestino Migliore, unterstrich dies am 20. Oktober, als er vor dem Komitee der UNO-Vollversammlung sprach, das sich mit der Vorbereitung der Dekade der Ausbildung zum Zweck einer Nachhaltigen Entwicklung (Decade of Education for Sustainable Development) befasst, die am 1. Januar 2005 beginnt.

Erzbischof Migliore bat um die Beendigung eines „Teufelskreises“: „Kinder sind nicht in der Schule, weil es keine Schule gibt, oder weil kein Geld da ist, um die Lehrer zu bezahlen“, sagte er.

Sie werden auch daran gehindert, „weil sie für ihr eigenes Überleben oder zur Unterstützung ihrer Familie arbeiten müssen, weil sie entführt wurden und in bewaffnete Konflikte geraten sind, die zur Zerstörung oder Schließung von Schulen beigetragen haben, weil sie religiösen oder ethnischen Minderheiten angehören, oder einfach, weil es für sie unmöglich ist, eine Schule in ihrer Nähe zu finden“, fuhr Erzbischof Migliore fort.

„Solche Kinder, die ihrer Ausbildungsmöglichkeiten beraubt wurden, sind von der Entwicklung ausgeschlossen, und werden dadurch vermutlich für den Rest ihres Lebens Analphabeten bleiben“, sagte er, und zeigte hiermit einen weiteren „Teufelskreis“ auf.

Im Namen des Heiligen Stuhls verlangte der Erzbischof insbesondere, dass „das Problem der geschlechtlichen Ungleichbehandlung in allen Bereichen der Bildung“ überwunden werde, so dass „Mädchen und Jungen gleichberechtigten Zugang zu allen Bildungsebenen besitzen“.

Der Vertreter des Papstes versicherte der Versammlung den Einsatz der Kirche in diesem Bereich, „der als eine der großen Leistungen der Kirche in der Welt“ einzustufen sei.

„Tausende von Grund- und Volksschulen, ebenso wie Alphabetisierungszentren und sonstige Einrichtungen, auf die sie sich stützen, werden von kirchlichen Institutionen getragen. Sie sind ein Ort, an dem Kinder, Jugendliche und Erwachsene die Grundlage für ein besseres Leben erwerben können“, rief er seinen Zuhörer in Erinnerung.

„Die grundlegende Erziehung findet jedenfalls in der Familie statt, wo das Kind lernt, seinen Nächsten zu achten und die Natur zu lieben“, sagte er.

„Diese Ziele können nur mit Geduld verwirklicht werden, aber allen Menschen die Möglichkeit der Ausbildung zu erschließen, wird einen direkten, überprüf- und messbaren Einfluss auf den Wohlstand der Menschen in der Welt und auf ihre Nachhaltige Entwicklung ausüben “, schloss Erzbischof Migliore.