Vatikan bedauert Kritik aus Belgien

Verurteilung des Versuchs, den Papst zum Schweigen zu bringen

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ROM, 21. April 2009 (ZENIT.org).- Mit Bedauern reagierte das vatikanische Staatssekretariat auf den Protest des belgischen Parlaments gegen Äußerungen Papst Benedikts XVI. Der Heilige Vater war zu Beginn seiner Afrikareise im Gespräch mit Journalisten auf die Rolle von Kondomen im Kampf gegen Aids eingegangen.



Am 2. April brachte das belgische Parlament einen Antrag ein, der die Regierung dazu aufrief, öffentlich gegen die Bemerkungen des Papstes zu protestieren. Die Worte Benedikts XVI. seien „inakzeptabel“. P. Lombardi SJ, Leiter des Pressebüros des Heiligen Stuhls, brachte am 3. April seine Verwunderung über den Inhalt dieses Entschließungsantrags zum Ausdruck und erläuterte neuerlich die Position der Kirche (ZENIT berichtete). Am vergangenen Mittwoch, dem 15. April, überbrachte schließlich Frank de Coninck, Belgiens Botschafter beim Heiligen Stuhl, die offizielle Verurteilung Kurienerzbischof Dominique Mamberti, dem Sekretär für die Beziehung mit den Staaten.

„Der Protest ist im Kontext der diplomatischen Beziehungen zwischen dem Heiligen Stuhl und Belgien ungewöhnlich”, heißt es in einer Reaktion des vatikanischen Staatssekretariats, die am Freitag, dem 17. April, veröffentlicht wurde. In der Erklärung wird die Frage gestellt, ob es für ein Parlament denn wirklich angemessen sei, „den Heiligen Vater auf Grundlage eines isolierten Ausschnitts eines Interviews“ zu kritisieren, „der aus dem Zusammenhang gerissen war und von einigen Gruppen mit der klaren Intention verwendet wurde einzuschüchtern, so, als wolle man den Papst davon abbringen, sich über bestimmte Themen offenkundiger moralischer Relevanz zu äußern und die Glaubenslehre der Kirche zu lehren“.

Es sei bekannt, dass der Heilige Vater bei der Beantwortung der Frage nach der kirchlichen Position zum Kampf gegen Aids zwei Lösungswege hervorgehoben habe, so der Vatkan: „auf der einen Seite das Einbringen der menschlichen Dimension der Sexualität, auf der anderen Seite wahre Freundschaft und die Bereitschaft, leidenden Personen zu helfen. Ebenso unterstrich er den Einsatz der Kirche in beiden Bereichen. Ohne diese moralische und erzieherische Dimension wird der Kampf gegen Aids nicht gewonnen werden.”

In der Erklärung des Heiligen Stuhls wird auch auf die positiven Reaktionen aus Afrika verwiesen: „Während in manchen europäischen Staaten eine beispiellose Medienkampagne über die hervorgehobene, um nicht zu sagen ausschließliche Bedeutung von Kondomen im Kampf gegen Aids entfesselt wurde, war es tröstend zu sehen, dass die moralischen Überlegungen des Heiligen Vaters besonders von Afrikanern und den wahren Freunden Afrikas sowie auch von einigen Mitgliedern der wissenschaftlichen Gemeinschaft verstanden und angenommen wurden.“

Die Bischofskonferenz des westlichen Afrikas habe etwa dem Papst für seine „Botschaft der Hoffnung“ in Kamerun und Angola gedankt: „Er kam, um uns zu ermutigen, in Einheit zu leben, vereint miteinander in Gerechtigkeit und Frieden, damit die Kirche Afrikas eine brennende Flamme der Hoffnung für das Leben des gesamten Kontinents sei.“

Besonders sei Papst Benedikt XVI. dafür gedankt worden, dass er „neuerlich in einer nuancierten, klaren und einleuchtenden Weise die Lehre der Kirche über die pastorale Sorge um das Aids-Leiden“ dargestellt habe.