Vatikan begrüßt atomare Abrüstung des "gefährlichsten aller Arsenale"

Ausgaben für Rüstung sollten für Linderung der dringlichen Nöte der Weltfamilie investiert werden

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ROM, 13. April 2010 (Zenit.org).- Der Vatikan hat es als „Gute Nachricht" eingestuft, das US-Präsident Barack Obama und der russische Staatschef Dmitri Medwedew am vergangenen Donnerstag in Prag den umfassendsten nuklearen Abrüstungsvertrag seit zwei Jahrzehnten unterzeichnet haben. Das Nachfolgeabkommen für den START-Vertrag von 1991 sieht eine Obergrenze von 1.550 atomaren Sprengköpfen je Seite vor. Eine Zahl, die für den Vatikan immer noch „groß genug ist, um den ganzen Planten zu zerstören".

Für P. Federico Lombardi SJ diente das „denkwürdige" Treffen dazu, die Grundlagen zu liefern, die eine entscheidende Veränderung in eine verfahrene Situation gebracht haben, da jetzt „die Zahl weniger als zur Zeit des unsinnigen unbegrenzten Wettrüsten ist".

Das Abkommen habe einen neuen Weg zum bilateralen Atomwaffenabbau eröffnet und sei „ein weiterer Schritt auf dem 'unwiderruflichen' Weg des Abbaus der gefährlichsten aller Kriegswaffenarsenale", so der Jesuit in der jüngsten Ausgabe der wöchentlichen Sendung „Octava Dies" des Vatikanischen Fernsehzentrum (CTV).

Der russische Präseident Medwedew sprach von einem wichtigen Schritt im Abrüstungsprozess. Russland behalte sich aber das Recht vor, aus dem neuen START-2 Abkommen auszusteigen, sollte es die geplante US-Raketenabwehr in Europa als Bedrohung ansehen.

Die USA hatten die tschechische Hauptstadt als Ort der Vertragsunterzeichnung gewählt, weil Obama dort in einer Rede vor einem Jahr seine Vision von einer atomwaffenfreien Welt vorgestellt hatte.

„Von Frieden, Vertrauen und Solidarität kann man ja nur mit einem gewissen Optimismus reden, während immer noch Tausende machtvoller Atomwaffen im Gebrauch sind", so der Vatikansprecher. Es sei geboten, die immensen Investitionen für Nuklearwaffen in Maßnahmen zu investieren, die eine Antwort auf die dringende Nöte der Weltfamilie gäben, so Lombardi.

„Jede Anstrengung auf dieser Linie wird begrüßt, und die Kirche wird stets auf Seiten derer sein, welche sie vorantreiben", versprach der Vatikan.

(AR)