Vatikan: Benedikt XVI. segnet die Lämmer, aus deren Wolle die Heiligen Pallien gefertigt werden

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ROM, 21. Januar 2008 (ZENIT.org).- Am liturgischen Festtag der heiligen Jungfrau und Märtyrerin Agnes segnete Papst Benedikt XVI. heute, Montag, in der „Capella Urbano VIII“ im Apostolischen Palast zwei Lämmer, deren Wolle zur Fertigung der Heiligen Pallien dienen wird. Im Anschluss an die traditionelle Zeremonie wurden die Tiere von zwei „Sediari“ und deren Dekan dem Kloster von Santa Cecilia übergeben.



Seit dem vierten Jahrhundert tragen die Bischöfe von Rom das Pallium, um so ihre besondere Jurisdiktion symbolhaft zum Ausdruck zu bringen. Das Pallium, das ursprünglich dem Nachfolger Petri vorbehalten war, wurde dann als Zeichen der besonderen Verbundenheit mit dem Heiligen Stuhl allen Metropolitan-Erzbischöfen verliehen. Papst Symmachus gewährte dieses Privileg zum ersten Mal dem Bischof von Arles, Caesarion, im Jahr 513.

Die neuen Pallien werden alljährlich am Festtag der heiligen Apostel Petrus und Paulus vom Papst gesegnet und anschließend in der „Palliennische“ der „Confessio“-Kapelle über dem Grab des Apostels Petrus verwahrt.

Seit dem Frühmittelalter haben die Päpste ein Pallium getragen, das auf der Brust und dem Rücken in der Form eines Y lag. Die Stola ist mit fünf gestickten schwarzen oder purpurnen Kreuzen – Symbol der fünf Wundmale Christi – geschmückt. Benedikt XVI. hat die antike Form des V-förmig geschulterten Palliums wieder aufgenommen.

In seiner Predigt zur Amtsübernahme vom 24. Mai 2005 erklärte der Papst den mit dem Pallium verbundenen Symbolismus: Das Pallium sei Zeichen des „Joches Christi“, das „Joch Gottes“ ist. Konkret deute das auf die Arbeit des Hirten hin: Es stelle das „verirrte Lamm oder auch das kranke und schwache Lamm“ dar, „das der Hirt auf seine Schultern nimmt und zu den Wassern des Lebens trägt“.

Das Pallium, so erläuterte der Heilige Vater damals, „sagt uns zuallererst, dass wir alle von Christus getragen werden. Aber er fordert uns zugleich auf, einander zu tragen. So wird das Pallium zum Sinnbild für die Sendung des Hirten.“