Vatikan besiegelt endgültige Anerkennung des Neokatechumenalen Weges

Heute Übergabe des Aprobationsdekretes durch Päpstlichen Rat für die Laien

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ROM, 13. Juni 2008 (ZENIT.org).- „Die zahlreichen Früchte, die der Neokatechumenale Weg der Kirche hinsichtlich der Neuevangeliserung durch ihre katechetische und liturgische Praxis hervorbringt“, würdigte jetzt der Heilige Stuhl in seiner offiziellen Verlautbarung zur endgültigen Anerkennung, die in der italienischen Tagesausgabe der Zeitung des Vatikans, dem „Osservatore Romano“ erschienen ist.

Man hoffe, dass dieses wertvolle Werkzeug der Evangelisierung weiter dem Wohl der Kirche diene, heißt es von Seiten des Päpstlichen Rates für die Laien.

Nach rund sechs Jahren Probezeit kommt es damit zur endgültigen Approbation der Statuten des Neokatechumenalen Wegs, der 1964 unter den Armen und der Kirche fernstehenden Christen in Madrid (Spanien) seinen Anfang nahm. Das erste Anerkennungsdekret (für fünf Jahre) trägt das Datum vom Fest Peter und Paul, 28. Juni 2002.

Heute wird das Approbationsdekret den Gründern Kiko Argüello und Carmen Hernandez sowie Pater Mario Pezzi vom Präsidenten des Päpstlichen Rates für die Laien feierlich überreicht.

Im Januar 2006 betonte Papst Benedikt XVI. gegenüber einigen Vertretern des Neokatechumenats: „Eure apostolische Tätigkeit soll vom Herzen der Kirche ausgehen. Sie soll in vollkommener Übereinstimmung mit ihren Richtlinien und in Gemeinschaft mit den Teilkirchen, in denen ihr tätig sein werdet, erfolgen, wobei der Reichtum an Charismen, die der Herr durch die Initiatoren des Neokatechumenalen Weges geweckt hat, zur Geltung kommt.“

Die größte Schwierigkeit bei der Ausarbeitung der Statuten habe darin bestanden, eine angemessene rechtliche Formel für die neue kirchliche Realität zu finden, die ja weder ein Verband noch eine Stiftung sei, berichtete der Päpstliche Rat für die Laien. Neben ihm waren auch die Kongregation für die Glaubenslehre, die Kongregation für den Klerus, die Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung sowie die Kongregation für das katholische Bildungswesen in die Arbeiten einbezogen worden. Nach dem Verstreichen der Probefrist sei es zu einer Verzögerung der endgültigen Anerkennung gekommen, da „eine gewisse Überarbeitung der Statuten“ nötig geworden sei.

Bereits im Jahr 2005 hatte sich der Heilige Stuhl mit der besonderen Form der Eucharistiefeier, die für die einzelnen Gruppen des postbaptismalen Katechumenat gefeiert werden, auseinandergesetzt. Der Neokatechumenale Weg versucht, im Rückgriff auf Elemente der frühen Kirche durch die musikalische und inhaltliche Gestaltung gerade katholischen Christen, die eingeladen werden, einen Weg zurück in die Gemeinden zu finden, entgegenzukommen. Die besondere Gestaltung der Liturgie ziele darauf ab, der Eucharistiefeier die ganze Kraft und die sakramentale Fülle der Zeichen zurückzugeben. Und „um das zu tun, bedarf es eines Weges, einer sakramentalen Propädeutik“, hatte Kiko Arguello in diesem Zusammenhang erklärt.

Im Dezember 2005 erklärte der Heilige Stuhl in einem entsprechenden Schreiben: „Der Sonntag ist der Dies Domini, wie es der Diener Gottes Papst Johannes Paul II. in seinem Apostolischen Schreiben über den Tag des Herrn veranschaulichte. Deshalb soll der Neokatechumenale Weg in Dialog mit dem jeweiligen Diözesanbischof treten, damit auch im Kontext der liturgischen Feiern die Integration der Gemeinschaften des Neokatechumenalen Weges in der jeweiligen Pfarre zum Ausdruck kommt. Um das zu erreichen, sollen die Gemeinschaften des Neokatechumenalen Weges mindestens an einem Sonntag des Monats die Heilige Messe in der Pfarrei besuchen, um sie gemeinsam mit den Gläubigen der Pfarrgemeinde zu feiern."

Am 17. Mai hatte sich Papst Benedikt XVI. an rund 150 Bischöfe aus verschiedenen Ländern gewandt, die auf Einladung des Päpstlichen Rates für die Laien vom 15. bis zum 17. Mai in Rocca di Papa bei Rom zusammengekommen waren, und betont: „Geht hinaus, und begegnet den Bewegungen und neuen Gemeinschaften mit viel Liebe... Bemühen wir uns darum, ihr Wesen gut kennen zu lernen, ohne oberflächliche Eindrücke oder vorschnelles Urteilen.“

Es sei hilfreich einzusehen, dass Gemeinschaften und Bewegungen nicht ein Problem oder ein besonderes Risiko darstellten, die die ohnehin schon große Arbeitslast des Hirten noch drückender machten. „Nein! Sie sind eine Gabe des Herrn“, so Papst Benedikt. „Sie stellen eine wertvolle Ressource dar, damit die ganze christliche Gemeinde durch ihre Charismen bereichert werden. Deshalb darf es an einem vertrauensvollen Willkommen, das ihren Beitrag am Leben der Ortskirchen Raum gibt und ihn schätzt, nicht fehlen“ (vgl. ZENIT vom 19. Mai 2008).

Dem Neokatechumenalen Weg gehören nach eigenen Angaben rund 20.000 Gemeinschaften in 105 Ländern verteilt auf 900 Bistümer und 6.000 Pfarreien an. Es folgen diesem Weg somit rund eine Million Menschen auf der ganzen Welt, darunter 3.000 Priester.