Vatikan: Die UNO muss das Recht auf Religions- und Kultusfreiheit sichern

„Der Bedarf nach Religion und der Beitrag der Religionen zu Frieden und Entwicklung ist enorm“

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NEW YORK, 17. November 2009 (ZENIT.org).- Die UNO muss das Recht auf Religionsfreiheit sichern, forderte der Vatikan bei der jüngsten Generalversammlung der UNO in New York. Dies umfasse nicht nur den Respekt und die Förderung der grundlegenden Gewissensfreiheit, „sondern auch Meinungsfreiheit und Kultusfreiheit was Religion angeht, für jeden Einzelnen, und dies ohne Einschränkungen“, so Erzbischof Celestino Migliore, der Ständige Beobachter des Heiligen Stuhls bei den Vereinten Nationen, in einer Ansprache an die 64. Generalversammlung der Vereinten Nationen zum Artikel 49: „Kultur des Friedens“.

„Der Bedarf nach Religion und der Beitrag der Religionen zu Frieden und Entwicklung“ sei in den vergangenen Jahren zu einer Priorität für die Weltöffentlichkeit geworden, so der Vatikanexperte.

Noch zu Beginn der industriellen Revolution habe man die Religion als „Opium des Volkes“ bezeichnet, so der Legat des Papstes vor der UNO Erzbischof. Im heutigen Kontext der Globalisierung betrachte man sie aber als „Vitamin der Armen“.

Die einzige Aufgabe der Religionen sei es jedoch sich in den Dienst der geistlichen und transzendenten Dimension des menschlichen Wesens zu stellen: sie erheben den menschlichen Geist, schützen das Leben, stärken die Schwachen, setzen Ideale in Aktionen um, tragen zur Überwindung von Ungleichheiten bei, ermöglichen den Menschen die volle Ausschöpfung ihrer Potentiale, sie lösen Konfliktsituationen und überwinden Ungerechtigkeit durch Versöhnung.

Religion sei im Laufe der Geschichte immer wieder manipuliert worden, weil ideologische und nationalistische Bewegungen die religiösen Unterschiede für ihre Zwecke genutzt hätten.

Heute sei der interreligiöse Dialog auf der Suche nach den theologischen und geistlichen Ursprüngen der verschiedenen Religion. Ziel sei das gegenseitige Kennenlernen und Kooperation.

Diesen Weg habe die katholische Kirche bereits vor 40 Jahren mit ihrem Konzilsdekret „Nostra Aetate“ eingeschlagen, so dass heute viele christliche Konfessionen und andere Religionen, die sich für den Dialog einsetzen vom Heiligen Stuhl im Rahmen zahlreicher Initiativen unterstützt werden.


Verschiedene soziale und politische Ereignisse der jüngsten Zeit hätten zu einer Erneuerung des Engagements der Vereinten Nationen für eine Kultur des Respekts und im Sinne der interreligiösen Verständigung geführt, so der Erzbischof. Das wichtigste Ziel der Vereinten Nationen bleibe es aber, alle Staaten und alle Teile der Gesellschaft dazu zu verpflichten, „die Würde und die Rechte jedes Menschen und aller Gemeinschaften überall auf der Welt anzuerkennen und zu achten“.

(AR)