Vatikan erörtert neue Pastoralinstruktion für den Medienbereich

In der Versammlung des Päpstlichen Rates für die Sozialen Kommunikationsmittel

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Von Jesús Colina

ROM, 28. Oktober 2009 (ZENIT.org).- Der Vatikan plant eine neue Pastoralinstruktion für den Medienbereich. Das Grundsatzpapier soll die Haltung der Kirche zur „neuen digitalen Kultur“ darlegen. Die Vollversammlung des Päpstlichen Rates für die Sozialen Kommunikationsmittel hat deshalb vom 26. bis 29. Oktober eine erste Vorlage diskutiert, die sich der Revolution stellt, die durch die Ära der neuen Kommunikationsmittel ausgelöst wurde.

Das Dokument, das eine notwendige Aktualisierung der letzten Medien-Instruktion Aetatis novae aus dem Jahr 1992 bieten will, also zu einer Zeit, als das Internet noch nicht existierte, war schon im Mai 2009 angekündigt worden.

Die laufende Tagung ist zudem das erste Treffen zum Thema „digitale Kultur“, wie Papst Benedikt XVI. zu sagen pflegt, dem Erzbischof Claudio Maria Celli, der Präsident dieses Päpstlichen Rates vorsteht. Die Mitglieder und Berater des Rates, Kardinäle, Bischöfe, Priester, Lehrbeautragte für Kommunikationswissenschaft und Fachleute für Kommunikations von verschiedenen Kontinenten nutzen diese Tage in Rom, um über die Entwicklungen im Bereich Kommunikation zu beraten.

„In den letzten Jahren haben die Medien „nicht nur ihre Erscheinungsweise, sondern in einigen Fällen auch ihren Charakter“ verändert. Der Entwurf des Päpstlichen Rates war mit Hilfe von „verschiedenen akademischen Experten aus dem Fachbereich Kommunikation erarbeitet worden", erklärte Erzbischof Claudio Celli während der Sitzung. Der Entwurf „geht nur auf einige dieser Aspekte ein. Wir wollten nicht die pastoralen Perspektiven der Zukunft vorwegnehmen, da diese aus der Arbeit des Plenums hervorgehen sollen“, so Celli.

Während der Begegnung kam es bisher zu einer Bestandsaufnahme der Aktivitäten des Rates. Der Päpstliche Rat hatte sich in der Vergangenheit bemüht, dabei zu helfen, daß die katholische Lehre über die neuen Medien den unterschiedlichen kulturellen Bedingungen gerecht werden konnte, in denen Christen lebten. Dabei wurde in den letzten Jahren versucht, auch Menschen in den armen Ländern an der medientechnischen Entwicklung und deren Chancen Anteil haben zu lassen.

Dazu wurden in den vergangenen Jahren Medienseminare z. B. in Afrika veranstaltet, um die neuen Medien als Mittel der Friedensarbeit und der Versöhnung in den Blick zu nehmen.

Ein Seminar in Rom, das im März 2009 Bischöfe aus 80 Ländern zusammenführte, konnte fast 75 Prozent der Weltkirche durch die Repräsentanten abdecken. So wurde erst jüngst mit der Absicht, sich auf die Welt der „soziale Netzwerke“ einzulassen und diese in eine Welt der Freundschaft und des wirklichen Dialogs zu verwandeln, das Projekt „Pope2You“ (der Papst kommt zu Dir) gestartet.

Das Internetportal „Pope2You“ entstand aus dem Anliegen des Päpstlichen Rates für die sozialen Kommunikationsmittel, der Kirche und dem Papst, neue und moderne Räume der Kommunikation zur Verfügung zu stellen.

Über das Portal ist es Papst Benedikt XVI. möglich, mit allen Menschen auf der Welt aktiv zu kommunizieren. Das Portal steht in fünf Sprachen zur Verfügung und gestattet es den Menschen, und dabei vor allem den Jugendlichen, mit der Person Benedikts XVI. über sein Wort in Verbindung zu treten. In den ersten fünfzehn Tagen seiner Tätigkeit erhielt es rund fünf Millionen Zugriffe.

[Aus dem Spanischen übersetzt von Angela Reddemann. Benedikt XVI. hat im November 2006 Jesús Colina, Gründer und Chefredakteur von ZENIT neben 19 anderen Medienprofis zum Berater des Päpstlichen Rates für die sozialen Kommunikationsmittel ernannt.]