Vatikan: Erstmalig Konferenz in vier Gebärdensprachen

24. Internationaler Kongress für taubstumme Menschen tagt in Rom

| 1571 klicks

ROM, 17 November 2009 (ZENIT.org).-Zum ersten Mal wird jetzt im Vatikan bei einer internationalen Konferenz ein Simultanübersetzungsdienst in vier Gebärdensprachen: Englisch, Nordamerikanisch, Spanisch und Italienisch angeboten.

Dieser Dienst gilt einem Kongress in Rom, der sich mit der Seelorge und der Gemeindeintegration von 1,3 Millionen „Taubsprechenden“ in der katholischen Kirche beschäftigen wird. Organisiert wurde er vom Päpstlichen Rat für die Pastoral im Krankendienst und findet vom 19. bis zum 21. November im Vatikan statt.

Über 278 Millionen Menschen leiden an Hörschwäche. Davon sind 59 Millionen Menschen sind „taubsprechend“. Von ihnen, die völlig gehörlos sind, leben 80 Prozent in den weniger entwickelten Gebieten dieser Erde. Mit diesen Daten wartete heute der Präsident des Rates für die Pastoral im Krankendienst, Erzbischof Zygmunt Zimowski während einer Pressekonferenz auf.

Um ihren Beitrag aber auch ihre Sorgen und Nöte im Gemeindeleben und die Seelsorge für Gehörlose soll es gehen. Das Thema lautet: „Effata! Der taubstumme Mensch im Leben der Kirche“, erklärten heute auf der Pressekonferenz , P. Savino Castiglione von der Kongregation „Kleine Mission für die Taubstummen“ und Prof. Marco Radici vom Krankenhaus der Barmherzigen Brüder auf der Tiberinsel.


Rund 500 Konferenzteilnehmer (89 von diesen Taubstumme) aus 67 Ländern werden mit dabei sein. Anlass der Konferenz sei die Notwendigkeit eine reale Integration der taubstummen Menschen ins Gemeindeleben zu ermöglichen. Dafür müsse es mehr Engagement in diesem Bereich der Behinderung geben, so der Trägerkreis der Veranstaltung.


Drei Themenbereiche sollen insgesamt abgehandelt werden. Zum ersten Block gehören „Die gehörlosen Menschen in der Welt zwischen Vergangenheit und Zukunft“; „Die Psychologie der Gehörlosen“; „Medizinische Aspekte der Gehörlosigkeit“ und „Erfahrungen aus der Welt der Gehörlosigkeit“.

Am zweiten Tag geht es um die Themen: „Die Familie und die gehörlosen Menschen“ sowie „Die Seelsorge mit den gehörlosen Menschen“.

Ein besonderer Höhepunkt wird am Freitag die Audienz mit Papst Benedikt XVI. sein.

An der Konferenz werden unter anderen der Erzbischof von Liverpool Patrick A. Kelly und Terry O’Meara (Präsident und Direktor der „International Catholic Foundation for the Service of Deaf Persons“), Dr. Silvio P. Mariotti (Experte der Weltgesundheitsorganisation der Vereinten Nationen) sowie der taubstumme und blinde Priester Cyril Axelrod teilnehmen.

Auch die emeritierten Präsidenten des Rates (die Kardinäle Javier Lozano Barragán und Fiorenzo Angelini), der im kommenden Februar 2010 sein elfjähriges Bestehen feiern wird, werden als Gäste bei den Arbeiten präsent sein.