Vatikan: Erzbischof Fernando Filoni, der neue Substitut im Staatsekretariat

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ROM, 11. Juni 2007 (ZENIT.org).- Papst Benedikt XVI. hat am Samstag Erzbischof Fernando Filoni zum neuen Substituten des vatikanischen Staatsekretariats ernannt, zum „dritten Mann“ innerhalb der Hierarchie der Römischen Kurie.



Der „Substitut“ ist mit der Leitung der Sektion für Allgemeine Angelegenheiten beauftragt. Erzbischof Filoni löst den argentinischen Erzbischof Leonardo Sandri ab, der dieses Amt seit dem Jahr 2000 innehatte. Erzbischof Sandri wurde mit Wirksamkeit 1. Juli zum Präfekten der Kongregation für die Orientalischen Kirchen ernannt. Er folgt Kardinal Ignazio Moussa I. Daoud nach, dessen Rücktrittsgesuch aus Altersgründen vom Papst angenommen worden war.

Erzbischof Filoni gilt als Experte für China und den Nahen Osten. Seit 2006 wirkte er als Apostolischer Nuntius auf den Philippinen.

Fernando Filoni wurde im Jahr 1946 in Manduria (Provinz Taranto) in Apulien geboren. Nach seinen Studien in Philosophie und Kirchenrecht trat er in den diplomatischen Dienst des Heiligen Stuhls ein. Erzbischof Filoni arbeitete an den Nuntiaturen in Sri Lanka, im Iran, in Brasilien sowie im Staatsekretariat im Vatikan. Am 17. Januar 2001 wurde er von Papst Johannes Paul II. zum Apostolischen Nuntius in Jordanien und im Irak ernannt und in den Rang eines Erzbischofs erhoben.

Seine wichtigste Zeit verbrachte Filoni in den 90er-Jahren in der so genannten „Studienmission“ des Heiligen Stuhls in Hongkong, die diplomatisch von Manila (Philippinen) abhängt. Durch Erzbischof Filoni kam es zur Versöhnung eines Großteils der Bischöfe der offiziellen Kirche Chinas mit Rom. Filoni gehörte auch zu den wichtigsten Befürwortern der Wahl des heutigen Kardinals Joseph Zen als Erzbischof von Hongkong. In enger Freundschaft mit Zen verbunden, beobachtete Erzbischof Filoni den Übergang der ehemaligen britischen Kolonie unter die Oberhoheit der kommunistischen Volksrepublik.

Während seiner Zeit als Nuntius im Irak verteidigte Erzbischof Filoni die Freiheit der Kirche und sprach sich, der Linie Johannes Pauls II. folgend, gegen den Krieg aus, den die USA an der Spitze einer internationalen Koalition gegen das Land vorantrieben. Nach dem Fall der Diktatur von Saddam Hussein machte er auf einige Aspekte der wiedergewonnenen Freiheit der Bevölkerung aufmerksam, vor allem was das Schulwesen und die Medienfreiheit anbelangt; gleichzeitig bemängelte er die fehlende Sicherheit und die zu langsam fortschreitende Wirtschaftsentwicklung. Der Erzbischof brachte unter anderem auch seine Wertschätzung gegenüber der neuen irakischen Verfassung zum Ausdruck (vgl. Ein gutes Vorzeichen) und unterstützte die Solidarität und das friedliche Zusammenleben von Christen und Muslimen.

In einer ersten Reaktion auf die päpstliche Ernennung zum Substituten dankte Erzbischof Filoni dem Heiligen Vater für das ihm erwiesene Vertrauen. Sein neues Amt übernehme er mit etwas Furcht, aber mit derselben Verfügbarkeit wie in der Vergangenheit.