Vatikan fordert Religions- und Gewissensfreiheit in Pakistan

Beginn des Jahres der Missionen im Land

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KARACHI, 6. Oktober 2011 (ZENIT.org). – Pakistan brauche „Respekt für Religions- und Gewissensfreiheit, die ein bestimmendes Merkmal von Gerechtigkeit und Frieden sind“. Dies unterstrich der Sekretär der Kongregation für die Evangelisierung der Völker, Erzbischof Savoi Hon Tai-Fai in einer Botschaft an die lokale Kirche.

Der Text wurde in der Versammlung von Bischöfen, Priestern, Ordensleuten und Laien verlesen, die sich in Karachi zur Eröffnung des Missionsjahrs zusammengefunden hatten, das vom 1. Oktober bis  30. September 2012 andauern wird.

In der Botschaft, berichtet die Agentur Fides, habe der Erzbischof seine Freude darüber ausgedrückt „den Enthusiasmus und den erneuerten missionarischen Schwung zum Predigen des Evangeliums zu  teilen und das Wort Gottes auf den fruchtbaren Boden vieler Herzen auszusäen.“

Msgr. Savio Hon Tai-Fai richtete sich an die christliche Gemeinschaft des Landes und hob hervor, dass „inmitten von Prüfungen und Sorgen“ deren „Durchhaltevermögen im Glauben, in der Hoffnung und in der Liebe bewundernswert ist“.

Der Bischof zitierte den 25. Jahrestag des Weltgebetstags für den Frieden, der am 27. Oktober 1986 in Assisi gehalten worden war, und bezeichnete damit „den Frieden als ehrlichen Wunsch aller Menschen, der aber in vielen Gesellschaften so zerbrechlich ist.“

Um ihn zu verteidigen, fuhr er fort, müsse die Bedeutung „der inneren Forderung des moralischen Gewissens hervorgehoben werden, das uns dazu drängt, das menschliche Leben zu respektieren, zu fördern und zu schützen. Es ist die Forderung, die uns den Egoismus, den Neid und den Geist der Rache überwinden lässt.“

Der Bischof richtete die Aufmerksamkeit dann auf die Hoffnung auf Frieden, auch wenn er nicht mit rein menschlichen Kräften errichtet werden könne. „Seiner Quelle und seine Realisierung kommen aus einer Wirklichkeit außerhalb unser aller“.

„Als Christen sind wir von der Wahrheit überzeugt, dass Christus unser Frieden ist“, fügte er hinzu. „So können wir Christus und sein Evangelium predigen, denn mit seinem Leben und seinem Tod hat er uns lieben gelehrt, zu dienen und den Frieden zwischen allen Individuen und Völkern zu schaffen.“

Im Hinblick auf die Lage Pakistans erklärte der Bischof, dass „die christliche Liebe uns zum Dialog drängt und die positiven und konstruktiven Beziehungen zwischen Personen und Gemeinschaften anderer Religionen fördert.“

„Es ist sehr ermunternd, die enormen erfolgreichen Anstrengungen in Pakistan zu erkennen, das Zeugnis, dass Christen und Muslime gemeinsam in Frieden arbeiten und leben können“, auch wenn „eine dringende Verbesserung“ in diesem Bereich nötig sei.

„Als kleine Minderheit in einer größtenteils muslimischen Gesellschaft lebt und bewegt sich die Kirche in Pakistan in einem Rahmen, der Fingerspitzengefühl und große Liebe für unsere muslimischen Brüder und Schwestern nötig hat.“

Die Botschaft schloss mit der Hoffnung auf eine fruchtbare Arbeit des Päpstlichen Missionswerkes, das gerade sein 60jähriges Bestehen in Pakistan feiert.

Der Bischof sicherte seine Nähe im Gebet zu, in der Weltkirche und der Kirche in Pakistan, und rief mit den Worten Jesu allen Gläubigen Pakistans zu: „Habt keine Angst“.