Vatikan fordert vor der UNO gerechten Frieden für das Heilige Land und Garantien für alle

Erzbischof Martino betont Hilfe deutscher Katholiken

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VATIKAN/NEW YORK, 30. Oktober 2001 (ZENIT.org).- Der Heilige Stuhl forderte am Montag vor dem Vierten Komitee der Generalversammlung der Vereinten Nationen gerechten Frieden für das Heilige Land. Das Komitee trat angesichts der Lage in Palästina zusammen.



"Nur ein gerechterer Friede bringt allen Personen echte Sicherheit", die in dieser Region leben, so der Aufruf von Erzbischof Renato Martino, dem ständigen Beobachter des Heiligen Stuhles bei der UNO.

Der päpstliche "Botschafter" bei der UNO in New York sagte, "wenn man keine normalen Lebensbedingungen garantiert, ist die Sicherheit aller bedroht. Er bezog sich dabei auf die jüngsten Ereignisse in christlichen Städten wie Bethlehem, Beit Sahour und Beit Jalla, gegen die das israelische Militär vorgegangen ist.

Insbesondere verurteilte er die Anschläge auf die Päpstliche Universität von Bethlehem, das Seminar des Patriarchates, die Päpstliche Schule für Gehörgeschädigte und das Krankenhaus der Heiligen Familie.

"Viele Häuser sind dort von der Artillerie zerstört worden". Er kündigte an, dass die Päpstliche Mission für Palästina in diesem Notfall Gelder bereitstellen werde, um die Schäden wieder gutzumachen und die Menschen wieder in ihren Häusern anzusiedeln.

Er sagte auch, dass es der ausschlaggebenden Hilfe deutscher Katholiken zu verdanken sei, dass in dieser Region konkrete Bildungsprogramme anlaufen könnten.

"Zusammen mit europäischen Hilfsstellen wie Misereor, Missio, Kinderhilfe Bethlehem und der Diözese Köln sowie dem Ritterorden vom Heiligen Land, der Päpstlichen Mission für Palästina konnten arbeitsintensive Hilfsprogramme (Labor Intensive Programs) erstellt und finanziert werden", sagte der Erzbischof.

"Zur Behebung der Arbeitslosigkeit werden Projekte zum Wohle der Kommunität im großen Rahmen gesponsert. Private und öffentliche Schulen werden gestrichen und öffentliche Bereiche von Müll und Trümmern gereinigt".

Schließlich forderte Martino eine Lösung für Jerusalem, das Juden, Christen und Muslimen heilig ist.

"Im Lichte der zahlreichen Gewaltausschreitungen und strengen Absperrungen der Palästinensergebiete erneuert der Heilige Stuhl seinen Appell für international garantierte Maßnahmen, die ihren Einwohnern Religions- und Gewissensfreiheit zusichern, sowie permanenten freien und ungehinderten Zugang zu den Heiligen Stätten für die Gläubigen aller Religionen und Nationen".