Vatikan: Gespräche mit der Priesterbruderschaft St. Pius X. in entscheidender Phase

Msgr. Guido Pozzo: Hoffnung auf Zustimmung

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VATIKANSTADT, 5. Oktober 2011 (ZENIT.org/RV). - Die Gespräche mit der traditionalistischen Piusbruderschaft stünden an einem „entscheidenden, wenn auch sicherlich nicht abschließenden Punkt“. Dies äußerte Guido Pozzo, Sekretär der vatikanischen Kommission „Ecclesia Dei“, die für Belange der außerordentlichen Form des römischen Ritus und deren Gemeinschaften zuständig ist. Es gehe jetzt bei den Gesprächen um die Überwindung lehrmäßiger Probleme, sagte Pozzo am Montag in einem Interview des Internet-Privatsenders „Gloria TV“. Der Vatikan erhoffe sich eine „zustimmende Antwort“ von der Piusbruderschaft. Die Frage, was geschehe, wenn die Priesterbruderschaft die Vorgaben Roms nicht annehme, stelle sich derzeit nicht, sagte Pozzo.

Der Prälat äußerte die Einschätzung, in Zukunft könne es auch eine „Wiedervereinigung“ der alten und der seit 1970 üblichen römischen Liturgie geben. Dies sei aber „kein kurzfristiges Ziel“. Er persönlich habe nie eine Schwierigkeit mit der Liturgiereform gehabt. Allerdings sei „durch die große Unordnung, die nach 1968 in die Kirche eingezogen ist“, eine Verfremdung der Reformidee und ein „Zusammenbruch der Liturgie“ erfolgt. Eine Förderung der alten Messe lohne sich unter anderem wegen deren „Sinn für das Mysterium, für das Sakrale“ und wegen der in ihr enthaltenen Momente innerer Sammlung, erklärte Pozzo weiter.

Nach fast zweijährigen Verhandlungen hatte der Vatikan Mitte September der Piusbruderschaft eine „Lehrmäßige Erklärung“ zu grundlegenden Glaubenslehren der Kirche übergeben. Die Unterzeichnung dieses Dokuments ist Bedingung für weitere Verhandlungen über eine Rückkehr der Gemeinschaft, die sich 1988 von der katholischen Kirche trennte.