Vatikan mit eigenem Kanal auf YouTube

Pressekonferenz im Presseamt des Heiligen Stuhls

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ROM, 23. Januar 2009 (ZENIT.org).- Papst Benedikt XVI. zeigt sich ab sofort regelmäßig auf YouTube. Seit den Morgenstunden des 23. Januar 2009 ist der Vatikan mit einem eigenen Kanal auf YouTube vertreten, der weltweit führenden Onlinevideo-Plattform mit Millionen Nutzern aus aller Welt. Der offizielle Vatikan-Kanal wird unter http://it.youtube.com/vatican täglich Nachrichtenbeiträge über die Aktivitäten des Papstes und das Geschehen im Vatikan zeigen - unterlegt mit Audio-Inhalten und Texten in Englisch, Spanisch, Deutsch und Italienisch. Sein Debüt feierte der Kanal auf der heutigen Pressekonferenz im Presseamt des Heiligen Stuhls anlässlich der Vorstellung der Botschaft zum 43. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel.



YouTube ist die führende Plattform für Online-Videos und die erste Adresse, um weltweit über das Internet Originalvideos anzusehen und mit Millionen von Menschen zu teilen. YouTube betreibt ein Forum, über das Nutzer miteinander auf der ganzen Welt in Kontakt treten, sich informieren und austauschen können. Es dient außerdem als Plattform für kleine und große Urheber und Werbetreibende zur Verbreitung von „Original-Content". YouTube, LLC. hat seinen Sitz in San Bruno, Kalifornien (USA) und ist eine Tochtergesellschaft von Google, Inc.

Zur Eröffnung der neuen Kommunikationsplattform sind erste Videos von Papst Benedikt XVI. zu sehen, insbesondere von der Weihnachtsbotschaft und dem Segen „Urbi et Orbi" sowie von den Feierlichkeiten zum Weltfriedenstag am 1. Januar. Zudem spricht der Papst über neue Technologien der sozialen Kommunikation - das Thema, das er für den diesjährigen „Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel" gewählt hat.

Das diesjährige Thema dieses Welttags lautet „Neue Technologien - neue Verbindungen. Für eine Kultur des Respekts, des Dialogs, der Freundschaft", so die Erklärung von Erzbischof Claudio Maria Celli, Präsident des Päpstlichen Rates für die sozialen Kommunikationsmittel, während er die Botschaft von Papst Benedikt XVI. für diesen Tag verkündete.

Nach Aussagen von Pater Federico Lombardi SJ, Direktor des Presseamts, des Fernsehzentrums CTV und des Radios des Vatikans, ist der Start des päpstlichen Kanals auf YouTube ein echtes und konkretes Beispiel für das Engagement der Kirche im Bereich der neuen Technologien, um ein weltweites Publikum unabhängig von ihrer Nationalität und Kultur zu erreichen.

„Wir stehen am Beginn eines Weges im weltweiten Netz, der uns weit bringen wird. Der Papst, die katholische Kirche, das Vatikanische Fernsehzentrum und Radio Vatikan begleiten mit Hilfe dieser neuen Kommunikationsmittel die Menschheit von heute -und das mit großer Sympathie und Anteilnahme."

Die katholische Kirche habe weit in die Vergangenheit reichende Wurzeln. Und sie sei überzeugt, auch in der heutigen Welt Worte von Relevanz und Wichtigkeit zu verkünden und dabei die Sprache und Kommunikationsmittel der Moderne zu nutzen.

Der Vatikan-Kanal soll dabei helfen, Verbindung mit Katholiken auf der ganzen Welt aufzubauen, indem er einen einfachen Zugriff auf aktuelle Informationen über ihre Kirche ermöglicht. Zudem bietet er Menschen verschiedener Glaubensrichtungen und Religionen eine verlässliche Quelle für die Botschaften des Papstes in der heutigen Zeit.

Henrique de Castro, „Managing Director of European Sales and Media Solutions" bei Google: „YouTube ist eine Kommunikationsplattform, die allen offen steht. Nutzer, Institutionen und Autoren treffen hier global zusammen. Wir fühlen uns geehrt, dass der Vatikan YouTube ausgewählt hat, um mit Menschen auf der ganzen Welt in Kontakt zu treten. Und wir freuen uns, dass unsere Nutzer Zugang zu den Worten des Papstes zu wichtigen aktuellen Themen erhalten."

Die Nachrichtenclips werden eine Länge von bis zu zwei Minuten haben und jeden Tag produziert. Neuigkeiten über die Geschehnisse im Vatikan werden mit Material vom Fernsehzentrum des Vatikans (CTV) sowie von Journalisten und dem Internetteam von Radio Vatikan unterlegt. Zu Großereignissen sollen auch umfassendere Beiträge im Originalton verbreitet werden.

Um die Übersetzung in die verschiedenen Sprachen zu gewährleisten, arbeitet CTV-Radio Vatikan mit h2onews zusammen, einem katholischen Nachrichtendienst, der über das alltägliche Geschehen in der Kirche berichtet und dafür weltweit mit katholischen Fernsehsendern und Informationsagenturen zusammenarbeitet. h2onews wird ebenfalls einen eigenen Kanal auf YouTube eröffnen und Videonachrichten rund um die katholische Kirche ausstrahlen.

Das von der katholischen Kirche entwickelte Konzept der sozialen Kommunikation basiert auf einer umfassenden Kooperation und der Vereinigung verschiedener Ansichten - nicht nur die des Vatikans, sondern auch lokaler Kirchen und anderer Initiativen, die ihren Platz in der katholischen Welt gefunden haben. Der Päpstliche Rat für die sozialen Kommunikationsmittel agiert als Lenkungsorgan und Förderer im Rahmen dieser Partnerschaft.

„Wir sind davon überzeugt", so P. Lombardi, „dass wir hier ein schönes Angebot für das Volk des Netzes machen, und wir schlagen diesen Weg vertrauensvoll in einer Haltung der Freundschaft und des Dialogs mit allen ein, wobei auch wir bereit sind, zu lernen. Hoffen wir, dass wir gemeinsam einen langen Weg zurücklegen werden."

Papst Benedikt XVI. sei, so der Direktor des Presseamtes abschließend, persönlich über dieses neue Projekt informiert worden. Er habe es „mit seiner üblichen Freundlichkeit und Herzlichkeit" approbiert: „Dies ist für uns eine sehr große Ermutigung."

Von Armin Schwibach