Vatikan: Nach drei Jahren im Minus erstmals wieder positives Bilanzergebnis

Starker Dollar beschert Gewinn von rund 3 Millionen Euro

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ROM, 12. Juli 2005 (ZENIT.org).- Nach drei "roten" Jahren erwirtschaftete der Heilige Stuhl im vergangenen Jahr erstmals wieder einen Gewinn von rund drei Millionen Euro. Das gab Kardinal Sergio Sebastiani, Präsident der Präfektur für wirtschaftliche Angelegenheiten des Heiligen Stuhls, am Montag im Vatikan bekannt.



Für das gute Haushaltsergebnis für das Jahr 2004 sei vor allem der starke Dollar verantwortlich gewesen, hieß es bei der Vorstellung der Bilanzergebnisse des Heiligen Stuhls im Vatikan.

Der Euro-Dollar-Devisenkurs habe dem Heilige Stuhl bei seinen Investitionen rund 20 Millionen Euro eingebracht, sagte Hauptbuchhalter Paolo Trombetta. Kardinal Sebastian erklärte seinerseits, dass die verschiedenen institutionellen Aktivitäten des Heiligen Stuhls im Vorjahr mit rund 23,2 Millionen Euro ein größeres Defizit verursachten als im Jahr 2003 (19,7 Millionen). Vor allem seien die um neun Prozent erhöhten Personalkosten dafür verantwortlich zu machen. Die Ausgaben der Apostolischen Nuntien konnten allerdings reduziert werden.

80 Prozent seines Vermögens investiere der Heilige Stuhl in Staatsanleihen, da diese "sicherer und weniger riskant" seien, so Kardinal Sebastiani. Die übrigen 20 Prozent lege man in Aktien an. Dabei werde darauf geachtet, dass es sich auch wirklich um 100-prozentig ethisch vertretbare Investitionen handle, fügte er hinzu. Der Heilige Stuhl stockte nach Angaben des Kardinals sein Vermögen im vergangenen Jahr um 7,3 Millionen Dollar auf. Bei den Immobilien erzielte man mit einem Plus von 24,9 Millionen Euro ein besseres Ergebnis als 2003 (22,4 Millionen).

Die Einrichtungen des Heiligen Stuhls, die wie "Radio Vatikan", der "Osservatore Romano" oder das Vatikanische Verlagshaus für die Medienberichterstattung zuständig sind, erwirtschafteten ein Haushaltsdefizit von 4,3 Millionen Euro (3 Millionen mehr als 2003). Um dieses Minus auszugleichen, habe man gemäß einer Anweisung von Papst Johannes Paul II. auf Finanzmittel der vatikanischen Regierungsämter zurückgegriffen.