Vatikan: Papst Benedikt XVI. gewährt vollkommenen Ablass

Anlass ist der 15. Welttag der Kranken am kommenden Sonntag

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ROM, 6. Februar 2007 (ZENIT.org).- Anlässlich des 15. Welttags der Kranken am 11. Februar gewährt Papst Benedikt XVI. einen vollkommenen Ablass.



Am Montag veröffentlichte die Apostolische Pönitentiarie das Dekret, mit dem den Gläubigen, die an den Feierlichkeiten zum Welttag der Kranken teilnehmen, sowie allen Kranken und Gläubigen, die ihnen als Pflegepersonal beistehen, das Geschenk eines vollkommenen Ablasses gemacht wird.

Der Papst wird bei den Hauptveranstaltungen zum Weltkrankentag, die am kommenden Freitag in Seoul (Südkorea) beginnen und dem Thema „Die geistliche und pastorale Betreuung von unheilbar Kranken“ gewidmet sind, von seinem Sondergesandten Kardinal Javier Lozano Barragán, dem Präsidenten des Päpstlichen Rates für die Pastoral im Krankendienst, vertreten.

Das auf Latein verfasste Ablass-Dekret ist vom Großpönitentiar Kardinal James Francis Stafford unterzeichnet. Kardinal Stafford ist in der Apostolischen Pönitentiarie für Ablässe und Fragen der Beichtdisziplin zuständig.

Im Dekret wird der Wunsch der Kirche zum Ausdruck gebracht, dass die jährliche Feier des Weltkrankentags eine wirksame Katechese zur Lehre über den Wert und die Funktion des Schmerzes werde. Das Dekret bestimmt, dass „der vollständige Ablass den Gläubigen erteilt wird, die zu den üblichen Bedingungen (sakramentale Beichte, eucharistische Kommunion, Gebet nach Meinung des Heiligen Vaters, Gesinnung vollkommener innerer Abkehr von jeglicher Sünde) am kommenden 11. Februar in der Stadt von Seoul oder an jedem anderen von den kirchlichen Autoritäten bestimmten Ort an einer heiligen Zeremonie teilnehmen, um von Gott die Zielsetzungen des 15. Welttages des Kranken zu erbitten“.

Das Pflege- und Krankenpersonal, das sich um die Kranken und insbesondere um die Patienten im Endstadium kümmert und aufgrund seines Dienstes nicht an den Feierlichkeiten teilnehmen kann, kann gleichfalls einen endgültigen Ablass erwerben, indem es einige Stunden seiner Arbeit in christlicher Gesinnung leistet und die oben genannten Bedingungen erfüllt.

Die Gläubigen, die aus Krankheits- und Altergründen verhindert sind, an der Feier teilzunehmen, können den vollständigen Ablass erwerben, indem sie sich am 11. Februar im Gebet mit dem Heiligen Vater vereinen, im Geist an der Feier teilnehmen und Gott durch die Mittlerschaft Mariens ihre psychischen und physischen Leiden aufopfern.

Des weiteren legt das Dekret fest, dass alle Gläubigen vom 9. bis zum 11. Februar Teilablässe erhalten können, wenn sie sich mit reumütigem Herzen an den barmherzigen Gott wenden, um für die Zielsetzungen des Welttages und alle Kranken, besonders die unheilbar Kranken und die Patienten im Endstadium, beten.

Der Ablass (lateinisch „indulgentia“) gehört zur Bußpraxis der Kirche und ist Teil der Verwirklichung des dritten Aspekts des Sakraments der Buße. Neben dem reumütigen Herzen („contritio cordis“) und dem ausgesprochenen Bekenntnis der Sünden („confessio oris“) bedarf es zur Sündenvergebung der Genugtuung durch Werke („satisfactio operis“). Das Gesetzbuch der lateinischen Kirche (Codex Iuris Canonici, can. 992) und der „Katechismus der Katholischen Kirche“ (Nr. 1471) bestimmen den Ablass als „Nachlass zeitlicher Strafe vor Gott für Sünden, deren Schuld schon getilgt ist; ihn erlangt der entsprechend disponierte Gläubige unter bestimmten festgelegten Voraussetzungen durch die Hilfe der Kirche, die im Dienst an der Erlösung den Schatz der Sühneleistungen Christi und der Heiligen autoritativ verwaltet und zuwendet“.

Die „zeitlichen Sündenstrafen“ sind eine Genugtuung in Form einer Buße, die jeder Sünder für seine Sünden leisten muss, auch nachdem diese in der Beichte vergeben wurden. Der Ablass ist ein besonderer göttlicher Gnadenakt und vollzieht sich nach der im Bußsakrament gewährten Vergebung.

Papst Paul VI schreibt in der Apostolischen Konstitution über die Neuordnung des Ablasswesens „Indulgentium doctrina“, dass die Ablasspraxis deutlich mache, „wie eng wir in Christus miteinander verbunden sind und wie viel das übernatürliche Leben jedes einzelnen für andere beitragen kann, dass auch sie mit dem Vater leichter und enger vereint werden können. Die Übung der Ablässe entzündet daher wirksam die Nächstenliebe. Sie verwirklicht diese in hervorragender Weise, wenn man den in Christus entschlafenen Brüdern Hilfe leistet.“