Vatikan: Reiche Länder dürfen Afrika keine Waffen mehr verkaufen!

Für ein Ende der Ausbeutung und die Entlarvung korrupter Drahtzieher

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ROM, 31. März 2009 (ZENIT.org).- Die reichen Länder sollten die wahren Bedürfnisse der Afrikaner ernst nehmen und müssten aufhören, ihnen ihre Waffen zu verkaufen, bekräftigte Erzbischof Robert Sarah, Sekretär der Kongregation für die Evangelisierung der Völker, im Gespräch mit dem Osservatore Romano. Die afrikanischen Staatschefs forderte der Kurienerzbischof auf, den Reichtum, über den ihre Länder verfügten, nicht für eigene Interessen nutzbar zu machen – für sich selbst und ihre Familien –, sondern „zum Wohl des Volkes“.



Wer Waffen an Afrika verkaufe, der verkaufe auch einen Schutz, um im Gegenzug Bodenschätze auszubeuten, erklärte der afrikanische Erzbischof, der aus Guinea-Conakry stammt. Hauptverantwortlich für die Ausbeutung seien die Staatsführer und ihre Mitarbeiter, „die das Elend der Menschen nicht sehen und daher diesen Handel mit Waffen treiben“.

Im April letzten Jahres erregte es internationales Aufsehen, als eine Ladung von 77 Tonnen Waffen und Munition mit dem chinesischen Frachter „An Yue Jiang“ für Simbabwes Machthaber Robert Mugabe im Hafen von Durban in Südafrika gestoppt wurde. Das Oberlandesgericht der Stadt gab damals einem Antrag des anglikanischen Bischofs Rubin Phillips statt: Waffen und Munition durften nicht durch den Kap-Staat transportiert werden. Die südafrikanische Regierung hatte den Transport zuvor genehmigt – was die Gewerkschaften dazu veranlasste, einen Boykott auszurufen.

„Klar, dass Afrika reich ist, und es ist stark, und es sollte daher nicht aufgeben, stärker zu werden“, so Erzbischof Sarah. Die Afrikaner müssten aber jetzt selber dafür sorgen, dass mit solchen Dingen Schluss gemacht werde. Sie selbst müssten die erforderlichen Mittel einsetzen, „um die Armut zu besiegen und Krankenhäuser, Schulen und Straßen zu bauen“.

Der Kurienerzbischof ging auch auf die Bedeutung der geistlichen Berufungen auf dem afrikanischen Kontinent ein. Diesbezüglich bekräftigte er, dass mehr auf Qualität als auf Quantität zu setzen sei. „Es reicht nicht, viele Priester zu haben: Man muss vielmehr einige Priester haben, die motiviert und gut ausgebildet sind.“

Ein Priester sollte wirklich in der Lage sein, „die Menschen in ihrem Elend zu verstehen. Dazu muss er die Ursachen für die Misere erfassen und erkennen, wer dafür verantwortlich ist. Und er muss sich dafür einsetzen, dass alle aus dem Elend herauskommen.“

Abschließend erläuterte der Sekretär der Kongregation für die Evangelisierung der Völker seine Hoffnungen bezüglich der zweiten Sondersynode der afrikanischen Bischöfe in Rom im Oktober. Sie könne „einen Schritt nach vorne“ bedeuten. Allerdings dürfe ihre Botschaft nicht nur die Christen erreichen, sondern auch die Staats- und Regierungschefs. „Sie sind die Verantwortlichen, die politischen Entscheidungsträger, auch wenn sie keine Christen sind“, so Erzbischof Sarah. „Man muss das Evangelium auf der afrikanischen Erde säen, dort wo Christen und Nicht-Christen leben.“