Vatikan ruft Muslime und Christen auf, die Jugend für den Frieden vorzubereiten

Botschaft zum Ende des Ramadan

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VATIKANSTADT, 6. August, 2012 (ZENIT.org). -In einer Botschaft zum Ende des Ramadan wies der Päpstliche Rat für den Interreligiösen Dialog darauf hin, wie wichtig es sei, junge Menschen zum Frieden zu erziehen. Die Botschaft wurde am vergangenen Freitag veröffentlicht.

Gerechtigkeit und Frieden, so der Aufruf, seien von Wahrheit und Freiheit nicht zu trennen. „Auch wenn die Aufgabe der Erziehung junger Menschen der gesamten Gesellschaft anvertraut ist, so sind daran doch in erster Linie die Eltern beteiligt, dann die weiteren Familienangehörigen, Schulen und Universitäten und nicht zuletzt auch die Verantwortlichen des religiösen, kulturellen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Lebens und die Medien“, heißt es in der Botschaft. „Diese Aufgabe ist schön und schwierig zugleich: Kindern und Jugendlichen zu helfen, die Fähigkeiten, mit denen der Schöpfer sie ausgestattet hat, zu entdecken und zu nutzen und verantwortungsvolle zwischenmenschliche Beziehungen aufzubauen.“

Die Unterschreiber des Aufrufs, derPräsident und der Sekretär des Päpstlichen Rates, zitierten eine Aussage des Papstes, wonach heute mehr denn je authentische Zeugen gebraucht werden. Dem fügten sie hinzu: „Wir wollen aber nicht vergessen, dass die jungen Menschen auch selbst für ihre Erziehung und für die Herausbildung ihres Sinns für Gerechtigkeit und Frieden verantwortlich sind.“

Die Botschaft des Päpstlichen Rates für den Interreligiösen Dialog bietet unter anderem eine Überlegung zum Thema Gerechtigkeit. Gerechtigkeit wurzle „in der Identität der menschlichen Person, die in ihrer Gesamtheitlichkeit betrachtet werden muss. Das Allgemeinwohl kann nicht ohne Solidarität und Nächstenliebe erlangt werden! Für gläubige Menschen ist echte, in Freundschaft mit Gott gelebte Gerechtigkeit die Voraussetzung, um alle anderen Beziehungen zu vertiefen: die Beziehung zu sich selbst, zu den Mitmenschen und zur ganzen Schöpfung.“ Außerdem könnten gläubige Menschen erkennen, dass Gerechtigkeit „ihren Ursprung darin hat, dass alle Menschen von Gott erschaffen wurden und dazu berufen sind, eine einzige Familie zu bilden.“

Die Botschaft enthält auch eine Überlegung über das Wesen des Friedens, der „nicht das bloße Fehlen von Krieg, auch nicht ein Gleichgewicht zwischen feindlichen Mächten“ sei, „sondern ein Geschenk Gottes und zugleich das Ergebnis menschlicher Bemühungen, die nie nachlassen dürfen. Er ist die Frucht der Gerechtigkeit und eine Folge der Nächstenliebe.“ Daher ruft der Vatikan alle jungen Muslime und Christen dazu auf, „Wahrheit und Freiheit zu pflegen, um echte Herolde der Gerechtigkeit und des Friedens und Erbauer einer Kultur zu sein, diedieWürde und Rechte jedes Bürgers achtet.“

[Übersetzung des englischen Originals von Alexander Wagensommer]