Vatikan: Scharfe Kritik an gefälschten Medikamenten für die Armen

Die meisten Opfer sind Kinder

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POSEN, 15. September 2009 (ZENIT.org).- Ein Großteil der in Afrika verkauften Medikamente könnten Fälschungen sein, erklärte Erzbischof Zygmunt Zimowski, Präsident des Päpstlichen Rates für die Pastoral im Krankendienst, bei einer Konferenz der Internationalen Vereinigung katholischer Pharmazeuten in Posen. Der Erzbischof stützte sich unter anderem auf Statistiken der Weltgesundheitsorganisation, denen zufolge es sich etwa bei 30 Prozent aller Medikamente in Südostasien und Lateinamerika um einen Schwindel handelt. Laut inoffiziellen Quellen sollen in einigen afrikanischen Ländern sogar 60 Prozent der Medikamente gefälscht sind.



Die Manipulation betreffe „in erster Linie Kinder“, beklagte der Erzbischof. „Falsche Antibiotika und unechte Schutzimpfungen fügen ihrer Gesundheit schwere Schäden zu. Es gibt viele Todesfälle.“ Die falschen Präparate wären darüber hinaus sehr teuer.

Falsche Medizin sei ein „ethischer Notfall“ in Entwicklungsländern, bekräftigte Erzbischof Zygmunt Zimowski, der die katholischen Pharmazeuten dazu aufforderte, „mutig jede Form der Fälschung von Medikamenten anzuprangern, und sich ihrer Verbreitung zu widersetzen“.

Weiterführender Link: http://www.who.int/medicines/services/counterfeit/en/index.html