Vatikan: Sorge für aus dem Kongo verwiesene Angolaner

Ringen um spezifische Antwort für jugendliche Migranten und Flüchtlinge

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ROM, 11. November 2009 (ZENIT.org).- Die Kommission für Migranten der Bischofskonferenz von Angola und Sao Tomé und Principe (CEAST) hat die Lage der aus der Demokratischen Republik Kongo ausgewiesenen Angolaner beim 6. Internationalen Kongress über Migration angesprochen, der vom 9. bis 12. November im Vatikan tagt. Bei dem vom Päpstlichen Rat für die Seelsorge für Migranten und Menschen unterwegs veranstalteten Kongress, der morgen zu Ende geht, wurden aktuelle pastorale Antworten der katholischen Kirche auf das Phänomen der Migration im Zeitalter der Globalisierung erörtert.

Auf der Tagesordnung standen auch Themen wie: „Das Phänomen im Zusammenhang mit der Verstädterung und der Binnenmigration“, „Eine spezifische Antwort für jugendliche Migranten und Flüchtlinge“, „Kooperation zwischen den Kirchen in den Herkunftsländern und in den Gastländern“ und die „Dringlichkeit der ökumenischen und interreligiösen Zusammenarbeit“.

Zur angolanischen Delegation gehört nach Angaben des Fidesdienstes auch Pfarrer John Carlos an, der die Pfarrei „San Giovanni Battista Cazenga“ betreut. Die Lage der ausgewiesenen Angolaner ist weiterhin dramatisch. „Die Bedingungen, unter denen die Vertriebenen in den Provinzen an der angolanischen Grenze leben sind extrem schwierig“, so ein Mitarbeiter des UN-Flüchtlingshochkommissariats (UNHCR), der betont: „Die meisten, die ausgewiesen wurden, waren in der Demokratischen Republik Kongo als Flüchtlinge anerkannt. Die Ausgewiesenen konnten zudem nicht einmal ihr Hab und Gut mitnehmen bevor sie die Demokratische Republik verlassen mussten.“

Am vierten Tag seiner Afrikareise hatte Papst Benedikt XVI. im März dieses Jahres Angola besucht. In seiner ersten Ansprache auf angolanischem Boden mahnte der Papst damals das Land, die Bemühungen zur Versöhnung auch sieben Jahre nach dem langen Bürgerkrieg fortzusetzen. Die großen Reichtümer des Landes sollten miteinander geteilt werden, forderte der Papst damals in Luanda.

Seit Wochen sind die Beziehungen zwischen Angola und der Demokratischen Republik Kongo angespannt, nachdem aus den Ländern die Bürger des jeweils anderen Landes ausgewiesen wurden. Dahinter verbirgt sich die offene Frage der Nutzung der Erdölvorkommen in einem gemeinsamen Territorium im Atlantischen Ozean.

Der angolanische Staatspräsidenten Eduardo Dos Santos, der sein Amt seit 1979 inne hat, bemüht sich als ehemaliger Marxist um einen Anschluss seines an Bodenschätzen reichen Landes an eine Kultur der Entwicklung bemüht. Obwohl Angola in Afrika zu den größten Produzenten von Diamanten und Erdöl gehört leben mehr als 60 Prozent der Bevölkerung in Armut.

(AR)