Vatikan: Veröffentlichung des Nachsynodalen Apostolischen Schreibens von Benedikt XVI. am 13. März

„Wir alle müssen im Hinblick auf die Eucharistie einen Neubeginn wagen“

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ROM, 6. März 2007 (ZENIT.org).- Das Nachsynodale Apostolische Schreiben zur Eucharistie als „Quelle und Höhepunkt des Lebens und der Sendung der Kirche”, in dem der Papst die Ergebnisse der letzten Bischofssynode im Oktober 2005 zusammenfasst, wird am nächsten Dienstag im Vatikan vorgestellt werden, heißt es in einer heute veröffentlichten Erklärung des Pressebüros des Heiligen Stuhls.



Benedikt XVI. hatte bereits bei der Begegnung mit den Priestern der Diözese Rom am 22. Februar 2007 angekündigt, dass er dieses Dokument werde. Der Papst erklärte damals, dass sich dieses neue Dokument zur Meditation anbiete und „bei der Feier von Gottesdiensten, bei der persönlichen Betrachtung, bei der Vorbereitung der Predigten und bei der Feier der Eucharistie“ von großem Wert sei. Der heilige Vater drückte vor den Priestern seiner Diözese auch die Hoffnung aus, dass das Nachsynodale Apostolische Schreiben dazu dienen werde, „die Volksfrömmigkeit anzuleiten, zu erhellen und neu zu beleben“.

Am Dienstag, dem 13. März, wird das Dokument über die Eucharistie als Quelle und Höhepunkt des Lebens und der Sendung der Kirche nun offiziell vorgestellt werden. Der Titel des Schreibens lautet: „ Sacramentum Caritatis“(„Sakrament der Liebe“). Der Hauptrelator der 21. Ordentlichen Bischofssynode, Kardinal Angelo Scola, und der Generalsekretär der Bischofssynode, Erzbischof Nikola Eterovic, werden die Vorstellung leiten.

Dieses erste Nachsynodale Schreiben Benedikts XVI. wurde ausgehend von der Zusammenfassung der Diskussionen und Vorschläge der 252 Synodenväter verfasst. Die 20. Generalkongregation der Bischofssynode hatte deren Abschlussbotschaft „Eucharistie: Brot des Lebens für den Frieden der Welt“ am 21.Oktober 2005 approbiert. Darin werden der Öffentlichkeit in 25 Punkten die Grundanliegen und -problematiken vorgestellt, die die Erörterungen der Synodenväter bestimmt hatten.

Die versammelten Bischöfe hatten darüber hinaus über 50 fünfzig „propositiones“ („Vorschläge“) abgestimmt, die dem Heiligen Vater am Ende der Synode übergeben wurden. In den vorangegangen Synoden war dieser Text, der einen beratenden und keinen verpflichtenden Charakter hat, dem Papst vorbehalten und nicht zur Veröffentlichung bestimmt gewesen. Die Päpste nutzten die „propositiones“ dazu, in eigener Abwägung das Nachsynodale Apostolische Schreiben zu erstellen.

Zum Abschluss der letzten Weltbischofssynode wurde schließlich das „Elencus finalis propositionum“ („Schlussverzeichnis der Vorschläge“) zum ersten Mal in der Geschichte der Synoden veröffentlicht.

In der Präambel ist zu lesen: „Durch seine gütige Entscheidung gewährt es der Heilige Vater Benedikt XVI. (zum Anlass der Präsentation der Vorschläge), dass eine provisorische, halbamtliche und nicht offizielle, vom Generalsekretariat der Synode der Bischöfe besorgte Übersetzung in italienischer Sprache im Bulletin des Presseamts des Vatikans veröffentlicht wird.“

Gleichzeitig präzisierten die Synodenväter, „dass die Propositiones einen Augenblick des langen Prozesses der Synode darstellen, der darauf abzielt, durch ein päpstliches Dokument verkündigt zu werden.“ Die einzelnen Vorschläge beabsichtigten nach diesem Text nicht, den Reichtum der Leitlinien des Arbeitsinstruments, das der Synode zugrunde gelegen habe, und der Diskussionen in den Versammlungen in ihrer Fülle auszuschöpfen. Während der Begegnung der mehr als 300 Delegierten sei es in Rom in „einem Klima der intensiven Gemeinschaft der Bischöfe ‚cum Petro‘ und ‚sub Petro‘, im gegenseitigen Aufeinander-Hören und in der Unmittelbarkeit der spontanen Diskussion“ zur Ausarbeitung eines synodalen Konsenses gekommen. Schließlich hätten die Bischöfe den Papst darum gebeten, die Möglichkeit zu erwägen, der Kirche ein „Dokument über das erhabene Geheimnis der Eucharistie im Leben und in der Sendung der Kirche“ anzubieten.

Die „propositiones“ der 21. Bischofssynode waren in drei Teile gegliedert. Im ersten Teil („Das zur Eucharistie erzogene Volk Gottes“) werden das Problem der Krise des Bußsakraments thematisiert und die damit verbundene Notwendigkeit der „Wiedererlangung einer Pädagogik der Umkehr, die aus der Eucharistie erwächst und daher die individuelle häufige Beichte fördern soll“. Angesichts des Priestermangels wurde „die Wichtigkeit des unschätzbaren Geschenks des Zölibats in der lateinischen Kirche“ bekräftigt. Die von einigen Synodalvätern vorgebrachte Hypothese der „viri probati“, der im christlichen Leben besonders erprobten verheirateten Männer, wurde als ein „Weg, der nicht zu beschreiten ist“, abgelehnt. Die Bischöfe riefen dafür zu einer erneuerten Berufungspastoral auf, die vom Gebet getragen werde und in den Wirklichkeiten der christlichen Familien gründe. Ein besonderer Akzent wurde auch auf die mystagogische Katechese der Einführung in das sakramentale Leben gelegt. Zu diesem Zweck regten die Bischöfe die Erstellung eines „eucharistisches Kompendiums“ an.

Im zweiten Teil („Die Teilnahme des Volkes Gottes an der Eucharistie“) geht es um die Struktur der Eucharistiefeier und um die „ars celebrandi“, das heißt die richtige Art der Messfeier. Bereits zu Beginn des Verzeichnisses wird der positive Aspekt der Liturgiereform des Zweiten Vatikanischen Konzils hervorgehoben. Missbräuche seien zwar vorgekommen und fehlten auch heute nicht, dennoch könnten derartige und „ähnliche Episoden das Gute und die Validität dieser Reform nicht verdunkeln, die noch nicht voll erforschte Reichtümer enthält“. Die „ars celebrandi“ war für die Synode ein wesentlicher Bestandteil dieser Erforschung.

Der dritte Abschnitt („Die Sendung des durch die Eucharistie gespeisten Volkes Gottes“) handelt von den Konsequenzen für den Christen, der inmitten der Welt und in der christlichen Gemeinschaft aus der Eucharistie lebt. Die eucharistische Spiritualität ist nach Worten des Schreibens zutiefst mit dem alltäglichen Leben verbunden.

In diesen Lebensvollzug fällt auch die Frage um die wiederverheirateten Geschiedenen. Die Synodenväter lehnten eine einfache Zulassung zur Kommunion ab. Gleichzeitig wünschten sie, „dass alles, was in unserer Kraft steht, getan wird, damit der pastorale Charakter, die Gegenwart und die korrekte sowie zügige Arbeit der Kirchengerichte bei den Ehenichtigkeitsprozessen gesichert wird. Es sollen auch weiter wesentliche Elemente für die Gültigkeit der Ehe vertieft werden.“ Dabei sollte man den Problemen, die sich aus dem Kontext der tief gehenden anthropologischen Veränderungen unserer Zeit ergäben, Rechnung tragen. Aus diesem Grund hoben die Synodenväter die besondere Bedeutung einer angemessenen Bildung und Vorbereitung der Brautleute hervor. Priester und Bischöfe wurden zu einer erhöhten Erziehungsarbeit aufgerufen.

Im letzten Abschnitt der „propositiones“ setzen sich die Bischöfe auch mit dem Problem der „eucharistischen Kohärenz“ der katholischen Gesetzgeber, der ökologischen Dimension des Heilswerks Gottes und der sozialen Dimension der Eucharistie in Bezug auf Aids, Alkoholismus und Drogenabhängigkeit auseinander. Der „eucharistische Mensch“ sei in einer Welt, die von Gewalt und Krieg, von Terrorismus, wirtschaftlicher Korruption und sexueller Ausbeutung gekennzeichnet ist, dazu berufen, Friedensstifter zu sein. Die Bischöfe wiesen in diesem Zusammenhang darauf hin, dass die Eucharistie ein wesentlicher Moment der Versöhnung der Völker sei.

Papst Benedikt XVI. beendete die 21. Bischofssynode zur Eucharistie als Quelle und Höhepunkt des christlichen Lebens am 23. Oktober 2005. Bei diesem feierlichen Anlass hielt er eine Ansprache, in der betonte: „Die Betrachtung der Eucharistie sollte alle Glieder der Kirche und vor allem die Priester als Diener der Eucharistie dazu veranlassen, ihr Treueversprechen zu erneuern. Das eucharistische Geheimnis, das sie feiern und anbeten, ist die Grundlage des Zölibats, den die Priester als wertvolles Geschenk und Zeichen der ungeteilten Liebe zu Gott und zu den Menschen empfangen haben. Auch für die Laien soll die eucharistische Spiritualität der innere Antrieb allen Handelns sein, und eine Trennung von Glauben und Leben kann in ihrer Sendung zur christlichen Beseelung der Welt nicht geduldet werden.“ Und er fügte hinzu: „.Liebe Freunde, wir alle müssen im Hinblick auf die Eucharistie einen Neubeginn wagen.“ Ein wesentlicher Schritt zu diesem Neubeginn wird am kommenden Dienstag getan werden.