Vatikan warnt UNO: Militärausgaben gehören eigentlich den Armen

Erzbischof Chullikatt : Förderung echter menschlicher und wirtschaftlicher Entwicklung basiert auf Menschenrechten

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NEW YORK, 8. Oktober 2010 (ZENIT.org).- Der Vatikan hofft, dass die Vereinten Nationen trotz ihrer aktuellen finanziellen Herausforderungen ihre Verantwortung bei der Bekämpfung der extremen Armut weiterhin ernst nehmen werden.

Am Dienstag warnte der Ständige Beobachters des Heiligen Stuhls bei den Vereinten Nationen, Erzbischof Francis Chullikatt, in einer Ansprache vor der Generalversammlung der Vereinten Nationen in New York, dass der Anstieg der weltweiten Militärausgaben von 2007 bis 2009 um 15 Prozent trotz Wirtschaftskrise äußerst beunruhigend. Angesichts der Tatsache, dass über 1,4 Millionen Menschen weltweit mit weniger als 1,25 Dollar pro Tag auskommen müssten, sei dies ein Skandal.

Damit die UNO alle Mittel, die sie für Programme mit dem direkten Ziel von Zerstörung einsetze, in solche investierten, die dem Leben und der Entwicklung dienten gäbe es zwar reale Probleme, aber keine unüberwindbaren Hindernisse,so der Vatikan.

Erzbischof Chullikatt betonte, dass die Förderung einer echten menschlichen und wirtschaftlichen Entwicklung eine Verpflichtung zur Achtung der grundlegenden und wahren Menschenrechte erfordere, wozu das Recht auf das Leben der Ungeborenen und das Recht der Familien, ihre Kinder zu erziehen, gehöre.

Er warnte vor „Konzepten über Reproduktions- und Sexualrechte, die Abtreibung oder andere Formen von Dienstleistungen bzw. Forschungen einschließen und somit das Leben zerstören", da sie die falsche Logik einer Kultur des Todes förderten, anstatt das Leben zu achten und zu erhalten.

Unter Berücksichtigung auf die soziale und geistige Natur des Menschen müsste das Recht des Individuums auf die öffentlich Teilnahme an religiösen Veranstaltungen geachtet werden, erklärte der Ständige Beobachter zudem.

Er verwies darauf, dass Ansichten wie die Diffamierung von Religionen „überprüft werden müssen, um zu gewährleisten, dass die religiöse Intoleranz und Aufstachelung zu Gewalt zu Recht verurteilt wird, ohne jedoch das wahre Recht auf Religionsfreiheit, das eine Bereicherung für alle ist, zu gefährden."

Abschließend rief der Erzbischof Chullikatt zur weltweiten Solidarität mit den Hilfsbedürftigsten und zur Steigerung der finanziellen Mittel auf und forderte, dem Glaubens größeren Respekt zu zollen.