Vatikan: Weltkongress zur Frauenfrage im Februar 2008

Anlass ist der 20. Jahrestag des Erscheinens von „Mulieris Dignitatem“

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ROM, 25. September 2007 (ZENIT.org).- Frauen aus aller Welt werden sich vom 7. bis zum 9. Februar 2008 auf Einladung des Päpstlichen Rates für die Laien in Rom näher mit dem Thema „Frau und Mann – die Fülle dessen, was menschlich ist“ befassen. Der Kongress wird aus Anlass des 20. Jahrestages der Veröffentlichung des Apostolischen Schreibens Mulieris Dignitatem von Papst Johannes Paul II. (15. August 1988) veranstaltet.



Rocío Figueroa, die mit der Organisationsleitung der internationalen Begegnung betraut ist, erklärte gegenüber ZENIT, dass rund 250 Expertinnen zum Kongress eingeladen werden. „Wir wünschen uns, dass Frauen aus allen fünf Kontinenten kommen“, so die Leiterin der Abteilung für Frauenfragen des Päpstlichen Rates für die Laien. „Jede Bischofskonferenz wird eine Delegierte entsenden, und es werden auch Vertreterinnen und Leiterinnen von katholischen Einrichtungen und verschiedenen Bewegungen und neuen Gemeinschaften anwesend sein, die sich um die Förderung der Frau in der Kirche bemühen.“

Die Rednerliste ist nach Angaben von Figueroa noch nicht vollständig. Sie kündigte aber schon jetzt an, dass die Frau als Theologin, Philosophin und Psychologin beleuchtet werde. Der thematische Schwerpunkt liege auf dem Inhalt des angeführten Apostolischen Schreibens: auf Maria und die Frauen im Evangelium, die christliche Sicht der Frau und die feministische Theologie.

Die Kongressteilnehmer werden auch Gelegenheit bekommen, sich die Situation der Frau in verschiedenen Lebenslagen und Kulturen vor Augen zu führen. Diesbezügliche Vorträge behandeln die Förderung der Würde der Frau in Asien, ihre Rolle in der afrikanischen Gesellschaft oder die Herausforderungen, die sich aus einer technologischen und konsumorientierten Gesellschaft ergeben wie etwa in den USA.

Wie Figueroa gegenüber ZENIT betonte, zielt der Kongress zur Frauenfrage im Vatikan vor allem darauf ab, die „neuen kulturellen Paradigmen wie die Reduktion der Frau als Konsumgut, die Geschlechterideologie und die Ablehnung von Mutterschaft und Familie sowie das Thema der Frau in der Welt der Arbeit“ zu analysieren.

Der 20. Jahrestag der Veröffentlichung von „Mulieris Dignitatem“ ist in den Augen von Figueroa ein Anlass zum Feiern: Es handle sich bei diesem Dokument um einen „Meilenstein“ in der Geschichte der Kirche: „Es war das erste Mal, dass in einem päpstlichen Dokument spezifisch über das Thema der Frau gesprochen wurde.“

Auch Benedikt XVI. habe die Bedeutung der Frau in der Kirche mehrfach betont. „Es genügt, seine Katechese der Generalaudienz vom 14. Februar 2007 zu erwähnen. Sie nimmt auf die Frau und ihre Verantwortung in der Kirche Bezug, von den ersten christlichen Gemeinschaften angefangen bis zum heutigen Tag.“