Vatikan würdigt brasilianischen Regisseur

Robert-Bresson-Preis 2009 für Walter Salles

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ROM, 10. September 2009 (ZENIT.org).- Bei den diesjährigen Filmfestspielen von Venedig ist der brasilianische Regisseur Walter Salles mit dem Robert-Bresson-Preis ausgezeichnet worden. Der Bresson-Preis wurde im Jahr 2000 eingeführt und ist nach dem französischen Filmemacher Robert Bresson benannt. Gesponsert wird er vom Päpstlichen Rat für die Kultur, vom Päpstlichen Rat für die Sozialen Kommunikationsmittel, von der italienischen Unterhaltungsindustrie und der italienischen Fachzeitschrift „Il Cinematografo“.



Salles bezeichnete den Preis als „Ermutigung für meine nächsten Filme“. Sein Film „Central Station“ (1998) war bereits mit dem Golden Globe ausgezeichnet worden. Auch „Die Reise des jungen Che“ (2004) hatte viel Erfolg auf mehreren Festivals.

Erzbischof Gianfranco Ravasi, Präsident des Päpstlichen Rates für die Kultur, überreichte den Robert-Bresson-Preis. Laut Radio Vatikan vertrat er die Kirche beim Festival, um qualitativ hochwertiges Kino zu unterstützen. Der Kurienerzbischof betonte einerseits, wie wichtig es sei, den religiösen Horizont in Kinoproduktionen stärker hervorzukehren. Andererseits bekräftigte er, dass er keine Notwendigkeit sehe, „das Unterhaltungskino zu verurteilen“, sofern es „nicht in Banalität und Oberflächlichkeit“ abgleite.

P. Dario Eoardo Viganò, Präsident der italienischen Stiftung, die den Bresson-Preis eingerichtet hat, erklärte, „das Kriterium für die Verleihung der Auszeichnung ist die Suche nach menschlichen und spirituellen Inhalten im Gesamtwerk des Regisseurs. Was der Preis anerkennen möchte, ist die interpretatorische Dichte eines Werks, das zu einem intensiven Nachdenkprozess über die menschliche Erfahrung führt.“

Der französische Regisseur Robert Bresson (1901-1999) verfilmte unter anderem das Hohelied der Liebe (1943) und den Roman „Das Tagebuch eines Landpfarrers“ von Georges Bernanos (1950). Zu seinen Filmen zählen auch „Der Prozess der Jeanne d'Arc“ (1962), „Lancelot, Ritter der Königin“ (1974) oder „Das Geld“ (1983).