Vatikanbesuch einer Arbeitsgruppe des britischen Parlaments

Treffen mit Papst Franziskus bei der Generalaudienz am Mittwoch

Rom, (ZENIT.org) | 337 klicks

In einem Interview mit „Radio Vatikan” (24. Oktober) sprach Sir Edward Leigh, Ko-Vorsitzender der parteiübergreifenden parlamentarischen Arbeitsgruppe am Heiligen Stuhl („All Party Parliamentary Group on the Holy See“), über die entscheidende Rolle des Heiligen Stuhls in der internationalen Gemeinschaft.

Im Rahmen des dreitätigen Besuchs der Gruppe fanden Begegnungen mit Beamten des vatikanischen Staatssekretariates und anderer katholischer Organisationen statt. Den Abschluss bildete die Teilnahme an der Generalaudienz vom Mittwoch.

Die Aufgabe der Gruppe bestehe in der „Beobachtung der Beziehung zwischen Großbritannien und dem Heiligen Stuhl“ und in der Untersuchung „einer großen Bandbreite an Themen in Zusammenhang mit dem Vatikan und der Arbeit der katholischen Kirche.“

Sir Leigh gab in dem Interview bekannt, dass der Sichtweise des Vatikans und des Heiligen Vaters seit dem Besuch von Papst Benedikt XVI. im Jahre 2010 größerer Wert beigemessen werde.

Im Gespräch mit „Radio Vatikan“ führte Sir Leigh diesen Aspekt folgendermaßen aus: „Die Besonderheit des Heiligen Stuhls besteht darin, dass er keine weltliche Macht besitzt, sondern, um es im modernen Jargon auszudrücken, eine riesige sanfte Macht ist. Es handelt sich um eine Religion mit 1,2 Milliarden Anhängern, und daher sind die britische Regierung und das britische Parlament sehr interessiert an den Stellungnahmen des Vatikans.“

In Bezug auf den Einfluss des Heiligen Stuhls auf aktuelle Ereignisse betonte der britische Politiker die Bedeutung von Papst Franziskus Gebet für Syrien: „Bekanntlich hat das britische Parlament, meines Erachtens durchaus zu Recht, mit der Stimme gegen den Krieg weltweit eine Vorreiterrolle gespielt, und ich denke, dass der Vatikan und andere Vertreter der Kirche dabei eine wichtige Rolle innegehabt haben.“

Sir Leigh fand Worte des Lobes und der Bewunderung für Papst Franziskus wegen seiner Fähigkeit, die Aufmerksamkeit der Welt zu erregen, die in Großbritannien sehr positive Reaktionen hervorrufen hatte. „Ich bezweifle, dass es auf der Welt eine weitere Führungspersönlichkeit gibt, die jede Woche ein öffentliches Zusammentreffen leitet, bei dem 100.000 Menschen erscheinen. Das ist wirklich außergewöhnlich.“

Der Bogen der besprochenen Themen im Rahmen der Begegnung der parteiübergreifenden parlamentarischen Arbeitsgruppe und dem Heiligen Stuhl spannte sich von internationalen Konflikten wie jenem in Syrien bis hin zu ethischen Fragen wie Euthanasie, Stammzellenforschung und gleichgeschlechtlicher „Ehe“.