Vatikanisches Schreiben anlässlich des Weltgebetstages zur Heiligung der Priester

Botschaft der Kongregation für den Klerus

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ROM, 23. April 2008 (ZENIT.org).- Wir veröffentlichen die Botschaft, die Cláudio Kardinal Hummes und Erzbischof Mauro Piacenza, Präfekt beziehungsweise Sekretär der Kongregation für den Klerus, mit Blick auf den bevorstehenden Weltgebetstag zur Heiligung der Priester am 30. Mai 2008 verfasst haben.

Unter den Gebeten, die im Anhang des Schreiben zu finden sind, gibt es auch ein „Gebet für die Priester“. Darin bitten die Gläubigen den Herrn darum, dass er, der im Allerheiligsten Sakrament zugegen ist, durch die Priester seine Gegenwart unter den Menschen für immer gewährleisten möge; dass er bewirke, dass ihre Worte und Gesten nur die seinen seien, und dass ihr Leben sein Leben treu widerspiegle.

 

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CONGREGATIO PRO CLERICIS
Hochfest des Heiligsten Herzens Jesu

30. Mai 2008

 

Botschaft anläßlich des Weltgebetstags zur Heiligung der Priester am

 

Hochwürdige und liebe Mitbrüder im Priesteramt!

Am Hochfest des Heiligsten Herzens Jesu richten wir mit liebevollem Blick die Augen unseres Geistes und unseres Herzens unablässig auf Christus, den einzigen Erlöser unseres Daseins und der Welt. Auf Christus hinweisen heißt, auf jenes Antlitz hinzuweisen, das jeder Mensch, bewußt oder unbewußt, als einzige angemessene Antwort auf den eigenen nicht zu unterdrückenden Durst nach Glück sucht.

Diesem Antlitz sind wir begegnet, und seine Liebe hat an jenem Tag, in jenem Moment unser Herz so tief verwundet, daß wir nicht umhin konnten, unaufhörlich darum zu bitten, in seiner Gegenwart sein zu dürfen. »Am Morgen hörst du mein Rufen, am Morgen […] halte [ich] Ausschau nach dir« (Ps 5,4).

Die Liturgie gibt uns stets von neuem die Gelegenheit, das Geheimnis der Menschwerdung des göttlichen Wortes, Ursprung und innerste Wirklichkeit dieser Gemeinschaft, die die Kirche ist, eingehender zu betrachten: Der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs offenbart sich in Jesus Christus. »Niemand könnte seine Herrlichkeit sehen, wenn er nicht zuvor durch die Niedrigkeit des Fleisches geheilt würde. Vom Staub bist du blind geworden, vom Staube wirst du geheilt: Das Fleisch hatte dich blind gemacht, das Fleisch heilt dich« Augustinus, In evangelium Joannis tractatus, Homilie 2,16).

Nur wenn wir wieder auf die vollkommene und faszinierende Menschheit Jesu Christi schauen, der jetzt lebt und wirkt, der sich uns geoffenbart hat und sich jetzt noch zu jedem niederbeugt mit jener ihm eigenen Liebe und Hingabe, ist es möglich, daß er die abgrundtiefe Not unseres Menschseins erhellt und ihr abhilft; wir sind uns der Hoffnung und Barmherzigkeit sicher, die unsere Grenzen umfaßt, und wir lernen von ihm, das zu vergeben, was wir von allein nicht einmal erahnen konnten. »Flut ruft der Flut zu beim Tosen deiner Wasser« (Ps 42,8).

Anläßlich des gewohnten Gebetstages zur Heiligung der Priester, der am Hochfest des Heiligsten Herzens Jesu gefeiert wird, möchte ich auf den Vorrang des Betens vor dem Tun hinweisen, denn von ihm hängt die Wirksamkeit des Handelns ab. Von der persönlichen Beziehung des einzelnen zum Herrn Jesus hängt hauptsächlich die Sendung der Kirche ab. Die Sendung muß also vom Gebet genährt werden: »Es ist Zeit, angesichts des Aktivismus und des drohenden Säkularismus … die Bedeutung des Gebetes erneut zu bekräftigen« (Benedikt XVI., Deus caritas est, 37). Werden wir nicht müde, aus seiner Barmherzigkeit zu schöpfen, ihn die schmerzhaften Wunden unserer Sünde anschauen und heilen zu lassen, so daß wir über das immer neue Wunder unseres erlösten Menschseins staunen.

Liebe Mitbrüder, wir sind Experten der Barmherzigkeit Gottes in uns und nur dann seine Werkzeuge, wenn wir immer von neuem das verwundete Menschsein umfangen. »Christus erlöst uns nicht von unserem Menschsein, sondern durch das Menschsein, er erlöst uns nicht von der Welt, sondern er ist in die Welt gekommen, damit die Welt durch ihn gerettet wird (vgl. Joh 3,17)« (Benedikt XVI., Botschaft Urbi et Orbi, 25. Dezember 2006; O.R. dt., Nr. 1, 5.1.2007, S. 9). Ja, wir sind Priester durch das Weihesakrament, den höchsten Akt der Barmherzigkeit Gottes und zugleich seiner Erwählung.

Zweitens: Bei dem unstillbar großen Durst nach Ihm ist die wahre Dimension unseres Priestertums das Betteln, das einfache und ständige Bitten, das man im stillen Gebet lernt: Es hat das Leben der Heiligen immer ausgezeichnet und muß beharrlich verlangt werden. Dieses Bewußtsein der Beziehung zu Ihm muß täglich gereinigt und geprüft werden. Wir stellen jeden Tag von neuem fest, daß dieses Drama auch uns, den Dienern, die im Namen Christi handeln, nicht erspart bleibt: Wir können keinen einzigen Augenblick in seiner Gegenwart verweilen, ohne daß wir uns danach sehnen, Ihn zu erkennen, Ihn kennenzulernen und Ihm wieder zuzustimmen. Wir dürfen der Versuchung nicht nachgeben, unser Priestersein als eine unausweichliche und unübertragbare Last zu betrachten, die wir übernommen haben und die »mechanisch« erfüllt werden kann, etwa durch einen umfangreichen gegliederten Pastoralplan. Das Priestertum ist die Berufung, der Weg, die Weise, in der Christus uns erlöst, in der er uns gerufen hat, uns jetzt ruft, mit ihm zu leben.

Das einzige angemessene Maß für unsere heilige Berufung ist die Radikalität. Die Ganzhingabe kann im Bewußtsein unserer Treulosigkeit nur durch eine neue und vom Gebet getragene Entscheidung geschehen, die Christus dann Tag für Tag verwirklicht. Auch das Geschenk des priesterlichen Zölibats ist in dieser Dimension der Radikalität und vollen Gleichgestaltung mit Christus anzunehmen und zu leben. Jede andere Haltung gegenüber der Wirklichkeit der Beziehung zu Ihm läuft Gefahr, ideologisch zu werden.

Auch das mitunter besonders große Ausmaß an Arbeit, das wir unter den heutigen Bedingungen des Dienstes bewältigen müssen, darf uns nicht entmutigen, sondern soll uns anspornen, mit noch größerer Aufmerksamkeit unsere priesterliche Identität zu pflegen, die eine unverkürzbare göttliche Wurzel hat. In diesem Sinn und gemäß einer Logik, die derjenigen der Welt widerspricht, sollen uns gerade die besonderen Bedingungen des Dienstes dazu anspornen, »den Ton« unseres geistlichen Lebens »anzuheben«, indem wir mit größerer Entschlossenheit und Wirksamkeit unsere ausschließliche Zugehörigkeit zum Herrn bezeugen.

Er, der uns zuerst geliebt hat, erzieht uns zur Ganzhingabe. »Jesus schenkt in der Eucharistie nicht ›etwas‹, sondern sich selbst; er bringt seinen Leib als Opfer dar und vergießt sein Blut. Auf diese Weise verschenkt er sich in der Ganzheit seiner Existenz und offenbart die ursprüngliche Quelle dieser Liebe« (Sacramentum caritatis, 7).

Liebe Mitbrüder, seien wir treu in der täglichen Feier der heiligen Eucharistie, nicht nur um einer seelsorglichen Pflicht oder einem Anspruch der uns anvertrauten Gemeinde nachzukommen, sondern um das ganz persönliche Bedürfnis zu erfüllen, das wir spüren wie den Atem, wie das Licht unseres Lebens, wie den einzigen angemessenen Grund für ein vollkommenes priesterliches Leben.

In dem nachsynodalen Apostolischen Schreiben Sacramentum caritatis bekräftigt Papst Benedikt XVI. die Worte des hl. Augustinus: »Niemand ißt dieses Fleisch, ohne zuvor anzubeten; …wir würden sündigen, wenn wir es nicht anbeteten« (Augustinus, Enarrationes in Psalmos 98,9). Wir können nicht leben, wir können die Wahrheit von uns selbst nicht betrachten, ohne uns von Christus in der täglichen eucharistischen Anbetung anschauen zu lassen und von ihm wiedergeboren zu werden. Das »Stabat« von Maria, der »eucharistischen Frau«, unter dem Kreuz ihres Sohnes ist das deutlichste Beispiel, das uns für die Betrachtung und Anbetung des göttlichen Opfers gegeben wird.

Wie die Missionstätigkeit dem Wesen der Kirche selbst innewohnt, so ist unsere Sendung mit der priesterlichen Identität verbunden, so daß die missionarische Dringlichkeit eine Frage unseres Selbstverständnisses ist. Unsere priesterliche Identität wird Tag für Tag im »Gespräch« mit unserem Herrn aufgebaut und erneuert. Aus der Beziehung zu Ihm, die ständig von dem fortwährenden Gebet genährt wird, erwächst das Bedürfnis, alle daran teilhaben zu lassen, die uns umgeben. Denn die Heiligkeit, die wir täglich erbitten, kann nicht gemäß einer sterilen und abstrakten individualistischen Annahme empfangen werden, sondern ist notwendigerweise die Heiligkeit Christi, die für alle ansteckend ist: »Das Mitsein mit Jesus Christus nimmt uns in sein ›Für alle‹ hinein, macht es zu unserer Seinsweise« (Benedikt XVI., Spe salvi, 28).

Dieses »Für-alle-Sein« von Christus verwirklicht sich für uns in den »Tria Munera«, mit denen wir von der Natur des Priestertums bekleidet sind. Sie sind die Gesamtheit unseres Dienstes; sie sind kein Ort der Entfremdung oder, noch schlimmer, eine reine funktionelle Verkürzung unserer Person, sondern der wahre Ausdruck unseres Mitseins mit Christus; sie sind der Ort der Beziehung zu ihm. Das Volk, das uns anvertraut ist, damit es von uns gelehrt, geheiligt und geleitet wird, ist keine Wirklichkeit, die uns von »unserem Leben« ablenkt, sondern das Antlitz Christi, das wir täglich betrachten, wie der Bräutigam das Gesicht seiner Geliebten, wie Christus seine Braut, die Kirche. Das uns anvertraute Volk ist der unausweichliche Weg zu unserer Heiligkeit, das heißt der Weg, auf dem Christus durch uns die Herrlichkeit des Vaters offenbart.

»Wenn dem, der Anstoß bei einem Einzigen und Geringsten erregt, ein Mühlstein um den Hals gelegt und er ins Meer geworfen werden soll, … welche Strafe sollen dann diejenigen erfahren, die ein ganzes Volk ins Verderben führen?« (Johannes Chrysostomus, De Sacerdotio VI., 1. 498). Im Bewußtsein einer so schweren Aufgabe und einer so großen Verantwortung für unser Leben und unser Heil, in der die Treue zu Christus mit dem »Gehorsam« gegenüber den Ansprüchen verbunden ist, die von der Rettung dieser Seelen vorgegeben werden, gibt es nicht den geringsten Grund, an der empfangenen Gnade zu zweifeln. Wir können nur darum bitten, seiner Liebe so weit wie möglich entsprechen zu können, damit er durch uns handelt, das heißt, daß wir zulassen, daß Christus die Welt rettet, indem er in uns handelt, oder wir laufen Gefahr, das Wesen unserer Berufung selbst zu verraten. Liebe Mitbrüder, das Maß der Hingabe ist wieder die Ganzhingabe. »Fünf Brote und zwei Fische« sind nicht viel, ja, aber sie sind alles! Die Gnade Gottes macht aus unserer Wenigkeit die »Kommunion«, die das Volk sättigt. An dieser »Ganzhingabe« haben besonders die alten oder kranken Priester teil, die täglich den göttlichen Dienst ausüben, indem sie sich mit dem Leiden Christi vereinen und das eigene priesterliche Leben für das wahre Wohl der Kirche und das Heil der Seelen aufopfern.

Unerläßliche Grundlage des ganzen priesterlichen Lebens bleibt aber die heilige Gottesmutter. Die Beziehung zu ihr darf sich nicht in einer frommen Andachtsform erschöpfen, sondern wir sollen uns ihr ständig anvertrauen; wir sollen unser ganzes Leben, unseren ganzen Dienst ihr, der Jungfrau, übergeben. Maria leitet auch uns, wie Johannes unter dem Kreuz ihres Sohnes und unseres Herrn, an, mit ihr die grenzenlose Liebe Gottes zu betrachten: »Unser Leben, das wahre Leben, ist zu uns herabgestiegen. Es hat unseren Tod auf sich genommen, um ihn durch sein überfließendes Leben zu töten« (Augustinus, Bekenntnisse, IV, 12).

Gott, unser Vater, hat es für unsere Erlösung, für die Vollendung unseres Menschseins, für das Ereignis der Menschwerdung des Sohnes zur Bedingung gemacht, auf das »Fiat« einer Jungfrau zur Verkündigung des Engels zu warten. Christus hat beschlossen, der liebevollen Freiheit der Mutter das eigene Leben sozusagen anzuvertrauen: »Indem sie Christus empfing, gebar und nährte, im Tempel dem Vater darstellte und mit ihrem am Kreuz sterbenden Sohn litt, hat sie beim Werk des Erlösers in durchaus einzigartiger Weise in Gehorsam, Glaube, Hoffnung und brennender Liebe mitgewirkt zur Wiederherstellung des übernatürlichen Lebens der Seelen. Deshalb ist sie uns in der Ordnung der Gnade Mutter« (Lumen Gentium, 61).

Der heilige Papst Pius X. bekräftigt: »Jede priesterliche Berufung kommt aus dem Herzen Gottes, geht aber durch das Herz einer Mutter.« Das ist wahr im Hinblick auf die offensichtliche biologische Mutterschaft, aber auch im Hinblick auf die »Entbindung« jeder Treue zum Ruf Christi. Wir können von einer geistlichen Mutterschaft für unser priesterliches Leben nicht absehen: Wir sollen uns zuversichtlich dem Gebet der ganzen heiligen Mutter Kirche, der Mutterschaft des Volkes, dessen Hirten wir sind, anvertrauen, dem aber auch unsere Obhut und Heiligkeit anvertraut ist; wir sollen um diese grundlegende Unterstützung bitten.

Dringend notwendig, liebe Mitbrüder, »ist eine Gebetsbewegung, die die ewige eucharistische Anbetung in den Mittelpunkt stellt, so daß von jedem Winkel der Erde ein Lob der Anbetung, des Dankes, des Lobpreises, der Bitte und der Sühne aufsteigt, um eine ausreichende Anzahl heiliger Berufungen im Priesterstand zu erwecken und auf der Ebene des mystischen Leibes mit einer Art geistlicher Mutterschaft alle zu begleiten, die schon zum Weihepriestertum berufen und dem einen Hohen und Ewigen Priester gleichgestaltet sind, damit sie ihm und den Brüdern als solche dienen, die zugleich ›in‹ der Kirche aber auch ›vor‹ der Kirche stehen, indem sie im Namen Christi handeln und ihn als Haupt, Hirt und Bräutigam der Kirche darstellen« (Johannes Paul II., vgl. Pastores dabo vobis, 16).

Es zeichnet sich also eine weitere Form der geistlichen Mutterschaft ab, die in der Geschichte der Kirche immer stillschweigend die erwählte Schar von Priestern begleitet hat. Es geht darum, unseren Dienst einem bestimmten Angesicht, einer geweihten Seele, anzuvertrauen, die von Christus berufen ist und sich selbst mit den notwendigen Leiden und unausweichlichen Mühen des Lebens darbringen will, um zugunsten unseres priesterlichen Daseins Fürbitte zu leisten, indem sie auf diese Weise die Gegenwart Christi lebt.

Eine solche Mutterschaft, in der das liebevolle Antlitz Marias aufscheint, wird im Gebet erbeten, denn nur Gott kann sie erwecken und stützen. Es fehlt nicht an wunderbaren Beispielen in diesem Sinn; man denke an die heilbringenden Tränen der hl. Monika für ihren Sohn Augustinus, »um den sie mehr weinte, als Mütter ihre toten Kinder beweinen« (Augustinus, Bekenntnisse, III, 11). Ein anderes faszinierendes Beispiel ist das von Eliza Vaughan, die dreizehn Kinder gebar und dem Herrn darbrachte; sechs von den acht Söhnen wurden Priester, und vier von den fünf Töchtern wurden Ordensfrauen. Weil es nicht möglich ist, vor dem im eucharistischen Geheimnis wunderbar verborgenen Christus wirklich Bettler zu sein, ohne daß wir die tatkräftige Hilfe und das Gebet dessen konkret zu erbitten verstehen, den er uns zur Seite stellt, sollen wir nicht zögern, uns der Mutterschaft anzuvertrauen, die der Heilige Geist für uns sicher erweckt. Die hl. Thérèse vom Kinde Jesu war sich der dringenden Notwendigkeit bewußt, für alle Priester zu beten, vor allem für die lauen; in einem an ihre Schwester Céline gerichteten Brief schreibt sie: »Wir leben für die Seelen, wir sind Apostel, wir retten vor allem die Seelen der Priester. … Beten wir, leiden wir für sie, und Jesus wir am letzten Tag dankbar sein« (Thérèse von Lisieux, Brief 94).

Vertrauen wir uns der Fürbitte der seligsten Jungfrau an, der Königin der Apostel, der liebevollen Mutter; schauen wir mit ihr auf Christus, indem wir uns ständig bemühen, ihm ganz anzugehören; das ist unsere Identität!

Denken wir an die Worte des heiligen Pfarrer von Ars, des Schutzpatrons der Pfarrer: »Wenn ich schon mit einem Fuß im Himmel wäre und man würde mich bitten, auf die Erde zurückzukommen, um für die Bekehrung der Sünder zu arbeiten, würde ich gern zurückgehen. Und wenn es deshalb notwendig wäre, daß ich bis zum Ende der Welt auf der Erde bliebe, mitten in der Nacht aufstehen und leiden müßte, wie ich leide, würde ich aus ganzem Herzen zustimmen« (Frère Athanase, Procès de l’Ordinaire, p. 883).

Der Herr leite und schütze alle und jeden einzelnen, besonders die Kranken und Leidenden, in der ständigen Hingabe unseres Lebens aus Liebe.


Cláudio Kardinal Hummes

Präfekt

 

 

X Mauro Piacenza

Titularerzbischof von Vittoriana

Sekretär



Gebete für Priester


Gebet des Priesters

Herr, in einem konkreten Zeitpunkt der Geschichte hast Du mich berufen,
den priesterlichen Dienst zu versehen,
einem Zeitpunkt, in dem Du – wie zu Zeiten der Apostel – wünschst,
dass alle Christen und in besondere Weise die Priester,
Zeugen der Wundertaten Gottes und der Kraft deines Geistes sind.

Mach auch mich zu einem Zeugen der Würde des menschlichen Lebens,
zu einem Zeugen der Größe der Liebe und der Kraft des Dienstes,
den ich empfangen habe:
Tu all das durch meine besondere Lebensform
und durch meine Hingabe an Dich, die in der Liebe,
allein in der Liebe – in einer größeren Liebe – begründet ist.

Möge meine zölibatäre Lebensweise sich in einem glücklichen und frohen Jawort
zum Ausdruck bringen, einem Jawort, dessen Quelle und Ursprung die Hingabe an Dich
und die Weihe an den Dienst des Nächsten in der Kirche ist.
Schenke mir Kraft, wenn ich schwach bin,
und lehre mich, auch für meine Siege dankbar zu sein.

Mutter, Du hast das größte und wunderbarste Jawort aller Zeiten ausgesprochen;
lehre mich, aus meinem Leben jeden Tag eine großzügige fließende Quelle der Hingabe zu machen.

An Deiner Seite, am Fuß der großen Kreuze dieser Welt,
möchte ich mich mit dem erlösenden Leiden Deines Sohnes verbinden,
um so mit Ihm auch am Triumph der Auferstehung zum ewigen Leben teil zu haben. Amen

Gebet, das die Priester täglich beten können

Allmächtiger Gott, komme uns mit Deiner Gnade zu Hilfe, damit wir fähig sind, Dir in dem uns anvertrauten priesterlichen Dienstamt würdig und ehrfürchtig, in Lauterkeit und guten Gewissens zu dienen. Sollte es uns nicht gelingen, unser ganzes Leben aufopfernd zur Gabe zu machen und die vollkommene Unschuld zu wahren, dann lass uns jedenfalls das Böse, das wir begangen haben, angemessen bereuen und Dir im Geist der Demut und mit gutem Willen eifrig dienen. Durch Christus, unserem Herrn. Amen.

Stoßgebet

Gütiger Jesus, mach mich zu einem Priester nach Deinem Herzen.

Gebet zu Jesus Christus

Mein Jesus, Du hast mich in Deiner einzigartigen Güte unter Tausenden auserwählt und berufen, mit der vortrefflichen priesterlichen Würde ausgestattet in Deine Nachfolge zu treten; ich bitte Dich, komm mir mit Deiner göttlichen Kraft zu Hilfe, damit ich meinen Dienst auf rechte Weise versehe. Ich flehe Dich an, Herr Jesus, erneuere in mir heute und in alle Zukunft jene von Dir verliehene Gnade, die mir durch die bischöfliche Handauflegung zuteil geworden ist. O mächtiger Arzt der Seelen, heile mich von Grund auf, damit ich nicht mehr den Lastern verfalle, jede Sünde meide und Dir bis zum letzten Atemzug Freude bereite. Amen.

Gebet um die Wahrung der Keuschheit

Herr Jesus Christus, Bräutigam meiner Seele, Freude meines Herzens, Du mein Herz und meine Seele, erlaube mir, vor Dir auf die Knie zu gehen, um von Dir mit echter Hingabe die Gnade zu erbitten, täglich den wahren Glauben zu bewahren und darin zu wachsen. Oh liebenswerter Jesus, möge ich alles von mir weisen, was Unglauben und Gottlosigkeit beinhaltet; für Fleischeslust und irdische Begierden, welche die Seele bekämpfen, möge ich stets unzugänglich sein und gewähre mir die Gnade, allzeit beharrlich keusch und makellos zu sein.

Allerseligste und unbefleckte Jungfrau Maria, Jungfrau aller Jungfrauen und über alles geliebte Mutter, läutere Du jeden Tag mein Herz und meine Seele, tritt für mich ein, damit ich die wahre Gottesfurcht erwerbe und lass nicht zu, dass ich mich auf meine eigenen Kräfte verlasse.

Heiliger Joseph, Beschützer der Jungfrau Maria, bewahre meine Seele vor jeder Sünde.

Ihr heiligen Jungfrauen, die ihr dem göttlichen Lamm überallhin folgt, steht mir Sünder immer zur Seite, damit ich weder in Gedanken, Worten und Werken, noch durch Unterlassungen sündige, und lasst nie zu, dass ich mich vom überaus keuschen Herzen Jesu entferne. Amen

Gebet für die Priester

Herr Jesus Christus, der Du im Allerheiligsten Sakramente zugegen bist;
durch Deine Priester wolltest Du Deine Gegenwart unter uns für immer gewährleisten;
bewirke, dass ihre Worte nur die Deinen seien,
dass ihre Gesten die Deinen seien,
dass ihr Leben Dein Leben treu widerspiegelt.

Mögen sie, wenn sie mit Gott sprechen,
zu ihm von den Menschen reden,
und wenn sie mit den Menschen sprechen,
zu ihnen von Gott reden.

Mögen sie keine Furcht davor haben, zu dienen
und ihren Dienst so zu versehen, wie die Kirche es von ihnen erwünscht.
Mögen sie Menschen sein, die in unserer Zeit als Zeugen der Ewigkeit auftreten,
Menschen, die wie Du auf den Pfaden der Geschichte einherschreiten und allen Gutes tun.

Mögen sie ihren Verpflichtungen gegenüber treu sein,
sich im Sinne ihrer Berufung und Hingabe eifrig engagieren,
ihre eigene Identität klar nach außen darstellen
und in der Freude der empfangenen Gnade leben.

Hierum bitte ich Dich auf Fürsprache deiner Mutter,
der allerseligsten Jungfrau Maria:
Sie, die Dir in Deinem Leben zur Seite stand,
wird auch stets deinen Priestern im Leben zur Seite stehen. Amen

[Von der Kongregation für den Klerus zur Verfügung gestelltes Original]