Vatikansprecher Federico Lombardi: Eine besondere Reise

Der Pressesprecher des Heiligen Stuhls nennt Details der Papstreise nach Brasilien

Rom, (ZENIT.org) Maike Sternberg-Schmitz | 370 klicks

In einer Pressekonferenz zur Programmvorstellung der Papstreise zum 26. Weltjugendtag in Brasiliens Metropole Rio de Janeiro äußerte sich der Pressesprecher des Heiligen Stuhls gestern bewegt über die erste Reise von Papst Franziskus, da sie den „Papst vom anderen Ende der Welt“ auf den Kontinent seiner Herkunft zurückbringe.

Nach dem Wechsel im Pontifikat sei das Programm der bereits geplanten und entschiedenen Reise angepasst beziehungsweise intensiviert worden. Für Papst Franziskus seien einige Elemente hinzugefügt worden, wie zum Beispiel eine Pilgerreise nach Aparecida, der Besuch der Favelas oder derjenige in einem Krankenhaus. Diese Programmpunkte seien für Benedikt XVI. nicht vorgesehen gewesen.

Papst Franziskus sei an diesem Programmwechsel aktiv beteiligt gewesen. So habe er den Besuch in Aparecida ausdrücklich gewünscht, um so an das Dokument von Aparecida von 2007 zu erinnern, dessen Text er, der Pontifex, sehr präsent habe und dies nicht nur, weil er unter seiner Ägide erstellt worden sei. Es handelt sich um das Abschlussdokument der Bischofsversammlung Lateinamerikas, die Papst Franziskus seit seiner Wahl jedem Staatsoberhaupt, das ihn besucht, in Form einer Kopie überreicht. Auch habe Papst Franziskus auf den Stil der Reise Einfluss genommen, so Lombardi. Auf der Hinreise werde der Papst nicht wie üblich den Journalisten Interviews in Form von Frage und Antwort im Flugzeug geben, sondern er wolle dort jeden Journalisten persönlich  treffen und begrüßen.

Nach Johannes Paul II., der vier Mal Brasilien bereiste, und Benedikt XVI., der ein Mal dort war, wird Franziskus der dritte Papst sein, der das Land besucht, eine Reise, der der Papst kurz nach seiner Wahl zugestimmt habe. Lombardi sagte, es handle sich bei dem Weltjugendtag um einen wichtigen Moment für die Kirche, dessen Idee dazu von Johannes Paul II. stamme. Die Jugend der Welt treffe den Papst, ohne dessen Anwesenheit der Weltjugendtag nicht denkbar sei, da er das grundlegende Element dieses Ereignisses sei.

Papst Franziskus sei im Zentrum Sumaré untergebracht, wo auch schon Johannes Paul II. gewohnt habe. Das Zentrum liege etwas abseits gelegen vom Zentrum und sei verkehrstechnisch günstig. Hier werde der Pontifex den kommenden Dienstag ohne Termine verbringen. Die Eröffnung des Weltjugendtages werde, wie üblich, in Abwesenheit des Papstes durch den Ortsbischof Oranì Tempesta  erfolgen.

Lombardi sagte abschließend, sie seien sich der Situation in Brasilien mit den Demonstrationen und Aufregungen bewusst, und die Frage, ob diese auch während des Papstbesuchs stattfinden würden, stehe im Raum. Er habe jedoch vollstes Vertrauen in das Land Brasilien, mit der Situation umzugehen. Überdies würden die Demonstrationen nicht gegen den Papst oder die Kirche stattfinden, wodurch alle in Ruhe hinführen.