Vatikansprecher: Ordinariat für Anglikaner „eine prophetische Geste“

„Kleine Brücke auf dem langen Weg der Einheit“

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ROM, 24. Januar 2011 (ZENIT.org).- Das Ordinariat für Anglikaner, die der katholischen Kirche beitreten möchten, stellt laut dem Vatikansprecher Federico Lombardi „eine prophetische Geste" auf dem Weg der Einheit dar.

Am 15. Januar wurden in der Kathedrale von Westminster in London drei ehemalige anglikanische Bischöfe, Keith Newton, Andrew Burnham und John Broadhurst, zu katholischen Priestern geweiht. In den vergangenen Monaten hatten sie ihren Rücktritt von der Kirche von England eingereicht, um zur katholischen Kirche übertreten zu können.

Anlässlich ihrer Priesterweihe übersandte Papst Benedikt XVI seine Segenswünsche an die drei ehemaligen anglikanischen Bischöfe, die nun dem neuen Ordinariat Unserer Lieben Frau von Walsingham angehören, das von Keith Newton geleitet werden wird.

Der Direktor des vatikanischen Informationsbüros, Pater Federico Lombardi, erklärte in der letzten Ausgabe von Octava Dies dazu: „Nun hat der entscheidende Schritt zur Errichtung des ersten ‚Ordinariats' stattgefunden, wie es die von Papst Benedikt XVI. im November 2009 herausgegebene apostolische Konstitution „Anglicanorum coetibus" für anglikanische Hirten und Gläubige vorsieht, die der katholischen Kirche nicht einzeln, sondern in Gruppen beitreten wollen.

Als Benedikt XVI. am Ende seiner Englandreise mit den englischen Bischöfen zusammentraf, bezeichnete er es als eine prophetische Geste, die positiv zur Entwicklung der Beziehungen zwischen Anglikanern und Katholiken beitragen könne und helfe, unseren Blick auf das Ziel aller ökumenischer Bemühungen zu lenken", die „volle kirchliche Gemeinschaft".

Der Vatikansprecher bemerkte, dass anlässlich seiner Ernennung zum ersten Ordinarius Keith Newton, einer der drei neu geweihten Priester, dem Papst für sein Vertrauen gedankt habe, seiner Frau und Familie für ihre Unterstützung, der Kirche von England für alles, was er von ihr empfangen habe, und dem anglikanischen Primas Rowan Williams für seine Geduld und Freundlichkeit, die er ihm auf dem langen und schwierigen Weg des Übertritts in die katholische Gemeinschaft entgegengebracht habe.

Lombardi führte aus: „In einem langen, spontanen Interview sprach er davon, wie der Wunsch nach Einheit sein ganzes christliches Leben geprägt habe. Er erinnerte an seine tiefe Erfahrung der Universalität der Kirche während einer Generalaudienz auf dem Petersplatz und drückte seine Freude aus, als Großvater sein erstes Enkelkind während seiner ersten Messe als katholischer Priester persönlich getauft haben zu können.

Man könne deshalb nicht von einem Zeichen der Trennung sprechen, sondern es sei eine kleine Brücke auf dem langen Weg der Einheit, sagte der Vatikansprecher.

„Unseres Erachtens ist es wirklich etwas Neues und Schönes. Wir sehen voraus, dass das neue englische Ordinariat sowie die anderen, die ihm folgen werden, in diesem Sinne entstehen und wachsen werden. Der selige Kardinal Newman, Patron des Ordinariats, wird begleiten und inspirieren", so Lombardi abschließend.