Venezuelanische Bischofskonferenz fordert Friedensbemühung aller

Führungskräfte sollen verleumderische und aggressive Ausdrucksweisen vermeiden

Rom, (ZENIT.org) | 456 klicks

Die Venezuelanische Bischofskonferenz hat sich in einer öffentlichen Erklärung zu den gegenwärtigen heftigen Auseinandersetzungen über den Ausgang der Präsidentschaftswahlen zu Wort gemeldet und dazu aufgerufen, den Hass durch die Liebe zu besiegen, zu verzeihen und sich auf die Seite der Schwachen zu stellen.

„Wir fordern politische und soziale Führungskräfte auf, auf verleumderische und aggressive Ausdrucksweisen zu verzichten. Damit können Auseinandersetzungen auf den Straßen vermieden werden, die oft in Gewalt ausarten und zum Tod von Menschen führen. Als Christen müssen wir uns auf die Seite der Schwachen stellen, vergeben und uns dafür einsetzen, dass die Einheit die Spaltung, die Liebe den Hass und der Frieden die Gewalt besiegen“, heißt es in einer Verlautbarung der Venezolanischen Bischofskonferenz, die dem Fidesdienst vorliegt.

Nach der Präsidentschaftswahl war es im Land zu Unruhen gekommen, bei denen mindestens sieben Menschen starben und mehrere Personen festgenommen wurden.

Am 17. April verzichtete unterdessen Henrique Capriles auf die Veranstaltung einer Kundgebung der Opposition in Caracas, nachdem der gewählte Präsident, Nicolas Maduro, die Absicht erklärt hatte, diese verbieten zu lassen. Die Kundgebungsteilnehmer wollten gemeinsam zu den Büros des Nationalen Wahlrates marschieren und dort ein Antrag auf Prüfung des Wahlergebnisses einzureichen. Sie bezeichnen die Wahl des jetzigen Präsidenten als Staatsstreich.

Capriles betonte gegenüber der Presse: „Wir fordern einzig und allein die Kontrolle der Wahlergebnisse. Wenn sie nicht an die Demokratie glauben, können  sie auch eingestehen, dass es sich um einen Staatsstreich handelt“, so der Vertreter der Opposition mit Bezug auf Maduro und dessen Anhänger.

Die politische Spannung nach den Präsidentschaftswahlen hat auch das venezolanische Parlament erreicht, wo ein Abgeordneter der Oppositionspartei „Demokratische Aktion“ angegriffen wurde, während der Vorsitzende des Parlaments, Diosdado Cabello, betonte, dass er keinem Abgeordneten ein Rederecht zuerkennen werde, der den Sieg Maduros bei den Präsidentschaftswahlen nicht anerkenne.