Verantwortlicher Konsum: Erzbischof Migliore über Wege zur nachhaltigen Entwicklung

Ansprache im Hauptquartier der Vereinten Nationen in New York

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NEW YORK, 14. Mai 2007 (ZENIT.org).- „Um die doppelte Herausforderung des Klimawandels und des Bedarfs an immer größeren Energieressourcen angehen zu können, werden wir von unserem jetzigen Modell des rücksichtslosen Strebens nach Wirtschaftswachstum im Namen der Entwicklung zu einem Modell übergehen müssen, dass die Konsequenzen unserer Handlungen in Betracht zieht und mit der uns anvertrauten Schöpfung respektvoller umgeht“, erläuterte Erzbischof Celestino Migliore, Ständiger Beobachter des Heiligen Stuhl bei den Vereinten, am Donnerstag in New York. Der Übergang zum angesprochenen neuen Konsummodell gehe mit einer „ganzheitlichen menschlichen Entwicklung für die heutigen und die zukünftigen Generationen“ Hand in Hand, bekräftigte der Vertreter des Heiligen Stuhls während der 15. Sitzung des Ausschusses zur Förderung einer nachhaltigen Entwicklung. Sie widmete sich dem Thema: „Politische Verpflichtungen in die Tat umsetzen – Zusammenarbeit in Partnerschaft“.



In seiner Ansprache stellte Erzbischof Migliore die Energiefrage ins Rampenlicht. Diese Frage entwickle sich zu einer „Schlüsselfrage des Programms der gesamten internationalen Staatengemeinschaft“.

Für „angemessene und dauerhafte Lösungen“ müssten bestimmte „Grundsätze“ verfolgt werden, fuhr der offizielle Vertreter des Papstes fort: Zum einen bedeute Wirtschaftswachstum nicht notwendigerweise auch zunehmenden Verbrauch. „Kürzlich haben wir von Wirtschaftssystemen gehört, denen es gelungen ist, zu wachsen und dabei ihren Energieverbrauch zu reduzieren“, führte Erzbischof Migliore aus. „Aus der Sicht einer nachhaltigen Wirtschaftsentwicklung bedeutet es jedoch wohl, dass wir Technologie, Einfallsreichtum, politische Entschlossenheit und gesunden Menschenverstand brauchen werden.“

Ferner werde der „Technologietransfer an die Entwicklungsländer zum Wohl der gesamten globalen Staatengemeinschaft“ eine bedeutende Rolle spielen.

Diese Faktoren müssten weiterhin von einer Bildung vervollständigt werden, „die uns alle – ohne Ausnahme – dazu führt, unsere täglichen Verbrauchs- und Produktionsstrukturen ganz anders anzugehen und ähnliche Veränderungen auch für die Bereiche Bau und Verkehr sowie in den Firmen und anderen Einrichtungen zu fordern“.

Erzbischof Migliore gab zu bedenken, dass sich die nötigen Maßnahmen zwar nicht außerhalb unserer Reichweite befänden, dass wir aber darauf achten müssten, „nicht Wege einzuschlagen, die die Dinge nur verschlimmern – besonders für die Armen“. Abschließend stellte er fest: „Wir können den Fortschritt der heutigen Welt nicht rückgängig machen. Aber wir haben noch genug Zeit, um die Technologie und die Bildung zur Förderung der allgemeinen nachhaltigen Entwicklung einzusetzen, bevor es zu spät ist.“