Verantwortung und Glaubwürdigkeit in der Kirche

Treffen der Pressereferenten und Sprecher der europäischen Bischofskonferenzen in Köln beendet

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ROM, 16. Juli 2012 (ZENIT.org) – Am 11. bis 14. Juli 2012 trafen sich die Wortführer der europäischen Bischofskonferenzen in Köln, um die Vorgehensweise bei der Bekanntmachung der kirchlichen Finanzen zu besprechen. Nach einem Vergleich der verschiedenen Systeme, durch die sich die Kirche in den einzelnen Ländern Europas finanziert, referierten die Sprecher der französischen und polnischen Bischofskonferenzen über ihre Erfahrungen in der Haushaltsbekanntmachung. Anschließend konfrontierten sich die Teilnehmer des Treffens mit Roger Molitor, Mitglied im luxemburgischen Staatsrat und ehemaliger Partner von KPMG-Luxembourg.

Eine klare Bekanntmachung der kirchlichen Finanzen ist eine Pflicht, die die Gesamtheit aller kirchlichen Institutionen betrifft: Pfarreien genauso, wie katholische Vereine, Bewegungen und Schulen. Die Kirche hat nichts zu verbergen, auch nicht in der Verwaltung ihrer Einnahmen! Wenn manchmal ein Gefühl der Unklarheit und mangelnder Transparenz entsteht, dann nur deshalb, weil es nicht leicht ist, die Finanzen einer so großen Vielzahl verschiedener Stellen und Institutionen, wie sie die Kirche besitzt, auf übersichtliche Weise bekanntzumachen.

Tatsächlich gibt es keine allumfassende Wirtschaftsbilanz der Kirche, stattdessen gibt es Tausende von Haushaltsbilanzen der einzelnen Pfarreien, Diözesen, Schulen, Krankenhäuser, Hospize, die erst in ihrer Gesamtheit die Wirtschaftsbilanz der Kirche bilden. All diese Stellen bemühen sich schon seit Langem und mit unterschiedlich gutem Erfolg darum, ihre wirtschaftlichen Einnahmen auf klare Weise darzulegen. Dieses Streben nach Transparenz darf man nicht als Reaktion auf eine zunehmend stärkere Forderung nach Information seitens der Journalisten, des Staates oder der öffentlichen Meinung sehen. Vielmehr entspricht es dem gemeinschaftlichen Wesen der kirchlichen Verwaltung. Tatsächlich haben viele kirchlichen Institute und Bischofskonferenzen schon lange die Gewohnheit entwickelt, durch Pressekonferenzen und Haushaltsveröffentlichungen bekannt zu machen, auf welche Weise die Gaben ihrer Gläubigen eingesetzt wurden.

Mehrmals bekräftigten die Pressesprecher ihre Anerkennung und Hochachtung für die Politik der Transparenz, die der Heilige Vater auch in der finanziellen Verwaltung des Heiligen Stuhls durchgesetzt hat. Als Pressesprecher betrübt durch das Leid, das ein wenig respektvoller Journalismus heraufbeschworen hat, betonten sie ihre vollkommene Treue zum Nachfolger Petri.

Ein wichtiger Abschnitt des Treffens widmete sich den Kommunikationsmitteln, durch die sich die katholische Kirche in Deutschland bekannt macht. Hierzu referierten der Pressesprecher der Deutschen Bischofskonferenz Matthias Kopp, der Chefredakteur der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) Ludwig Ring-Eifel und der Kölner Weihbischof Heiner Koch, der über die deutschen Katholiken in der Welt und das „Katholische Medienhaus“ sprach. Die Kirche in Deutschland schenke der Welt der Medien viel Aufmerksamkeit, wie das Werk der zahlreichen kirchlichen Einrichtungen zeige, die auf diesem Gebiet tätig sind. Angesichts der Veränderungen im deutschen und internationalen Verlagswesen wurde das Umstrukturierungsprojekt vorgestellt, das vom Katholischen Medienhaus eingeleitet und umgesetzt wurde und eine stärkere Synergie in der Arbeit der verschiedenen katholischen Medien anstrebt.

Die Teilnehmer besuchten auch den Radiosender „Deutsche Welle“, der deutsche Kultur und Information auf allen fünf Kontinenten verbreitet. Am Abend des 11. Juli hatten die Pressesprecher ein Treffen mit den Führungskräften der Pax-Bank, die versucht, eine ethisch korrekte Finanz zu fördern.

Am Freitag, den 13. Juli, trafen die Pressesprecher im Zentralsitz der Deutschen Bischofskonferenz deren Generalsekretär, P. Hans Langendörfer, mit dem sie sich über die positiven Auswirkungen unterhielten, die der amtliche Besuch von Papst Benedikt XVI. in Deutschland im September 2011 auf das Land ganz allgemein und auf die katholische Kirche in Deutschland im Besonderen hatte.

Im Verlauf der Tagung wurden auch die Berichte über die einzelnen Bischofskonferenzen, den CCEE, den Comece und die Tätigkeit der europäischen Nachrichtenagentur SirEuropa (www.sireuropa.eu) vorgetragen.

Am Treffen nahm auch Dr. Angelo Scelzo teil, Untersekretär des Päpstlichen Rates für Soziale Kommunikationsmittel. Er informierte alle Teilnehmer über die Arbeit des Päpstlichen Rates.

Auf Einladung des Erzbischofs von Bukarest, Msgr. Ioan Robu, wird das kommende Treffen am 12. bis zum 15. Juni 2013 in Bukarest stattfinden.

[Übersetzung des italienischen Originals von Alexander Wagensommer]