Verbreitet das Wort Gottes in der Welt! Benedikt XVI. empfängt italienische Seminaristen

Audienz der Regionalseminare Marken, Apulien und Abruzzen-Molise

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ROM, 2. Dezember 2008 (ZENIT.org).- Die Aufgabe des Priesters besteht nach Worten Benedikts XVI. darin, den Menschen, die der Auffassung sind, dass Gott „keinen Einfluss“ hat, jene Hoffnung zu bringen, die aus dem Wort Gottes kommt.



Papst Benedikt XVI. empfing am Samstag (29. November) eine Gruppe von Seminaristen im Vatikan, die von ihren Ausbildern begleitet wurden. Die ausnahmslos in Soutane gekleideten Priesteramtskandidaten stammten aus den Päpstlichen Seminaren der Marken, Apuliens und Abruzzen-Molise.

Der Papst ging auf das aktuelle soziale Umfeld ein, das oft von einem „in sich verschlossenen Rationalismus“ geprägt sei. Die religiöse Erfahrung laufe in einem solchen Klima Gefahr, als eine rein subjektive Entscheidung betrachtet zu werden; als eine Entscheidung, die für das Leben belanglos sei. Die Frage sei, ob der moderne Mensch noch das Bedürfnis nach Christus und seiner Heilsbotschaft verspüre.

Heute sei es, so Papst Benedikt, schwieriger geworden, zu glauben und die Wahrheit Christi anzunehmen. Dennoch fühle sich der moderne Mensch oft verloren und sei voller Sorge um seine Zukunft, auf der Suche nach Sicherheit und festen Bezugspunkten.

„Der Mensch des dritten Jahrtausend benötigt Gott genauso wie die Mensch zu jeder anderen Zeit, und er sucht ihn manchmal auch, ohne sich dessen bewusst zu sein.“ Aus diesem Grund sei es die Aufgabe der Christen und in besonderer Weise die der Priester, dieses tiefe Herzensstreben zu erfassen und allen das unveränderliche Wort des ewigen Lebens anzubieten, Christus selbst.

Während der Heilige Vater die jüngste Bischofssynode über das Wort Gottes in Erinnerung rief, erklärte er, dass die wichtigste Aufgabe des Priesters darin bestehe, auf dem Acker der Welt mit beiden Händen das Wort Gottes auszusäen.

Die Ausbildung im Seminar sei eine besonders wichtige Zeit, fuhr Papst Benedikt fort. In diesen Jahren müsse der zukünftige Priester seine ganz „persönliche Beziehung zu Jesus“ aufbauen. Vorbild hierfür sei der heilige Paulus. Die Bekehrung des Völkerapostels habe nicht das Gute und Wahre seines früheren Lebens eliminiert; vielmehr habe sie es ihm gestattet, auf neue Weise „die Weisheit und Wahrheit des Gesetzes und der Propheten zu interpretieren und so zum Dialog mit allen fähig zu werden, dem Vorbild seines göttlichen Meisters folgend“.

Abschließend rief Benedikt XVI. die Seminaristen dazu auf, den heiligen Paulus nachzuahmen und nicht müde zu werden, Christus überall zu begegnen: im Hinhören; in der Lesung und im Studium der Heiligen Schrift; im Gebet und der persönlichen Betrachtung; in der Liturgie und bei jeder anderen alltäglichen Beschäftigung.