Verbreitung des Evangeliums in Kambodscha

170 Kirchenvertreter teilten miteinander Erfahrungen zur Glaubensverbreitung

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PHNOM PENH, 22. Juni 2007 (ZENIT.org).- Mehr als 170 Kirchenvertreter kamen am 18. Juni in Kambodscha zusammen, um sich über das Thema „Jesu Geschichte erzählen“ auszutauschen. Die Begegnung erfolgte in Antwort auf einen entsprechenden Beschluss des Asiatischen Missionskongresses, der im vergangenem Oktober in Thailand stattgefunden hatte.



„Der Asiatische Kongress über Mission war wirklich eine Herausforderung für die Kirche in Kambodscha“, erklärte P. Olivier Schmitthäusler von der Gesellschaft für die Außenmission von Paris, der zum Trägerkreis des Treffens gehört.

Die Geschichte der Ausbreitung des Evangeliums begann in Kambodscha im Jahr 1554 mit der Ankunft des Jesuitenpaters Fernandez Mendez Pinto. Jesuiten, Dominikaner und Franziskaner gründeten im 17. Jahrhundert die ersten christlichen Siedlungen. Gegen Mitte des 18. Jahrhunderts wurde der Katechismus von den Missionaren der Gesellschaft für die Außenmission von Paris (MEP) in Khmer übersetzt. 1850 wurde die Apostolische Präfektur Kambodscha errichtet. Im Jahr 1924 wurde die Präfektur zum Apostolischen Vikariat erhoben, das seit 1955 mit den Landesgrenzen übereinstimmt.

Das Treffen vor vier Tagen fand in den Räumen der Schule der Salesianer in der kambodschanischen Hauptstadt Phnom Penh statt.

Für den Leiter des dort angesiedelten Zentrums der katholischen Studenten bedeutet katholisch sein vor allem, die Kritik der eigenen Familie zu ertragen, die darüber klage, dass man nicht mehr Buddhist sei. Der Glaube an Jesus, so erläuterte er, „gibt mir innere Freude und Kraft“.

Jesus in den Ärmsten unter den vielen armen Menschen im ganzen Land zu berühren, war für die Mutter-Teresa-Schwester Desiree ein prägendes Ereignis.

Bischof Emile Destombes, Apostolischer Vikar von Phnom Penh, wertete das Treffen als „großen Tag“ für die Kirche in Kambodscha. „Unsere Verantwortung ist es, uns als ein einziger Leib zu versammeln und Jesus der kambodschanischen Gesellschaft zu bezeugen.“ Noch immer hafte der katholischen Kirche in Kambodscha der Charakter des Ausländischen an, aber darüber hinaus sei ein großes Wachstum unter jenen Kambodschanern zu bemerken, „die in ihrem Leben von Jesus berührt worden sind und zu Katholiken werden“.

1965 zwang die Regierung durch eine anti-amerikanische Kampagne die christlichen Missionare, das Land zu verlassen. Nach dem Wechsel des Regimes wurde 1970 die Rückkehr der Missionare zugelassen. In diese Zeit fällt auch der Beginn der kriegerischen Auseinandersetzung mit den Roten Khmer, die fünf Jahre später die Herrschaft übernahmen und eine unbarmherzige Christenverfolgung durchführten: Rund 90 Prozent aller Christen und wurden zu Märtyrern oder flohen aus dem Land. Rund 500.000 Menschen wurden von 1975 bis 1979 getötet.

Von 1975 an flohen Hunderttausende von Kambodschanern nach Thailand, wo sie in riesigen Flüchtlingslagern Zuflucht fanden. Missionare, die aus Kambodscha ausgewiesen worden waren, verbreiteten das Evangelium in den Lagern, wodurch es in den Folgejahren zu Tausenden von Taufen kam.

Trotz der Versuche Pol Pots, die christliche Gemeinde in Kambodscha zu vernichten, hat der kleine, verbleibende Rest von Christen seit 1989 eine Wiedergeburt erfahren. Die Zahl der Katholiken ist heute auf über 19.000 angewachsen. Sie verteilen sich auf das Vikariat von Phnom Penh und die Apostolische Präfektur von Battambang und Kompong Cham. Rund 90 Prozent der zwölf Millionen Einwohner Kambodschas sind Buddhisten.