Verbundenheit mit Christus schenkt uns die Kraft, die Leiden der Mitmenschen zu teilen

Katechese von Papst Benedikt über das Gebet des hl. Paulus im 2. Korintherbrief

| 1032 klicks

VATIKANSTADT, 30. Mai 2012 (ZENIT.org). – Seine Katechesenreihe über das Gebet setzte Papst Benedikt XVI. heute auf dem Petersplatz mit über 20.000 Gläubigen mit dem Gebet des hl. Paulus fort.

Im 2. Korintherbrief werde beschrieben, wie die Verbundenheit mit Christus uns stark mache, auch „Schwierigkeiten und Sorgen“ die Stirn zu bieten. Die „Gewissheit, dass Gott treu ist und in seinem Sohn Ja zu uns sagt“, schenke den Menschen Trost und Kraft, so Benedikt XVI.

Der Völkerapostel habe selber unglaubliche Schwierigkeiten und Mühsale durchlitten, aber die Gegenwart Gottes in seinem Herzen habe ihm Zuversicht  und Trost geschenkt und ihn innerlich frei gemacht. Diese Gegenwart Gottes schenke immer wieder neue Kraft, um weiterzugehen und sogar auch den leidenden Mitmenschen Trost und Hoffnung zu geben:

„Wenn wir jede Situation in Verbundenheit mit Christus leben, werden wir fähig, nicht nur Trost zu empfangen, sondern auch unsererseits die zu trösten, die von Leid heimgesucht werden (vgl. 2 Kor 1,3 ff). Die tiefe Einheit mit Christus im beharrlichen, täglichen Gebet und das Vertrauen auf seine Nähe schenken Trost und machen uns zugleich bereit, die Sorgen und Leiden unserer Mitmenschen zu teilen. Dies stärkt wiederum unseren Glauben, da wir ganz konkret das Ja Gottes zu uns Menschen, die Treue seiner Liebe erfahren dürfen“, so der Papst.

Die Treue dieser Liebe sei derart, „dass sie sich auch um jene sorgt, die sie mit dem Nein der Ablehnung oder der Hartherzigkeit hartnäckig zurückweisen. Jeder Mensch wird von ihr erreicht und angerufen."

In Christus, in dem Gott selbst Mensch geworden ist, sei Gottes Ja zu uns Menschen endgültig geworden. Auf diese Gewissheit könne der Mensch bauen und sie trage und stütze ihn auch in dunklen Stunden. Dieses Ja „umfasst uns alle, weil Christus für alle gelebt hat, gelitten hat und gestorben ist“.

Der Heilige Geist sei es, „der Gottes Ja in uns gegenwärtig und lebendig macht und in unserem Herzen den Wunsch weckt, dem Herrn zu folgen und ganz in seine Liebe einzutreten“, so der Papst weiter. Die Zustimmung zu Gottes Plan komme im „Lobpreis der Kirche“ zum Ausdruck. Das Amen am Ende der Gebete sei die Antwort des Glaubens auf Gottes Ja zum Menschen.

Dem Ja Gottes müsse auch der Mensch mit seinem Ja antworten: „In unserem Ja gehen wir in das Ja Gottes hinein, so dass sein Ja unseres wird und wir dadurch in eine Beständigkeit, in eine Gewissheit, in eine Freude hineinwachsen, die unser Leben trägt“. Wir seien eingebunden in eine Liebe, die nicht wanke, die nicht irgendwann zurückgezogen werde, sondern die uns trage und auf die wir uns verlassen könnten.

Das Gebet sei „die Begegnung mit einer lebendigen Person, auf die man hören und mit der man in ein Gespräch treten kann. Es ist die Begegnung mit Gott, der sein unzerstörbares Vertrauen erneuert“. Diese Treue zu Gott könne der Mensch nicht aus eigenen Kräften erobern, „sie kommt von Gott und liegt im Ja Christi begründet, der folgendes sagt: Meine Speise ist es, den Willen des Vaters zu tun (vgl. Joh 4,34). In dieses Ja, in das Ja Christi, in die Zustimmung zum Willen Gottes, müssen wir eintreten, um mit dem hl. Paulus zur Einsicht zu gelangen, dass wir nicht selbst leben, sondern durch Christus, der in uns lebt."

In seinen italienischen Grußworten erklärte der Papst seine Verbundenheit mit den Opfern und Betroffenen der erneuten Erdbeben in der norditalienischen Region Emilia-Romagna. Er sei den Verletzten und allen, die unter Entbehrungen litten, nahe. Benedikt XVI. bekundete den Familien der Opfer sein aufrichtiges Beileid und rief die ganze italienische Nation zur Solidarität auf. [jb]

[Die deutschsprachigen Pilger grüßte der Papst mit folgenden Worten:]

Besonders grüße ich heute die Gäste aus Aschau am Inn, die große Gruppe von Ministranten aus der Diözese Eichstätt und all die vielen jungen Freunde. Im Gebet wollen wir uns stets dem Willen und der Liebe Gottes anvertrauen. Wenn wir in Verbundenheit mit dem Herrn leben und uns von ihm verändern lassen, finden wir Kraft für uns und können unseren Mitmenschen Hoffnung geben. Der Heilige Geist stärke euch mit seinen Gaben.

Papst Benedikt hat sich nach Bericht von Radio Vatikan heute auch zu den „Vatikanleaks“ [ZENIT berichtete] folgendermaßen wörtlich geäußert:

„Die Ereignisse, die in diesen Tagen, die Kurie und meine Mitarbeiter betreffend, passiert sind, haben mein Herz mit Traurigkeit erfüllt. Es hat sich aber nie die feste Gewissheit getrübt, dass - trotz der Schwäche des Menschen, der Schwierigkeiten und der Prüfungen - der Herr der vom heiligen Geist geführten Kirche seine Hilfe niemals fehlen lassen wird, um sie auf ihrem Weg zu unterstützen. Nichtsdestoweniger haben sich Behauptungen vermehrt, die durch einige Kommunikationsmittel aufgebauscht wurden und die völlig unbegründet waren; sie gingen weit über die Fakten hinaus. Sie haben ein Bild des Heiligen Stuhles wiedergegeben, das nicht der Realität entspricht. Ich möchte deswegen mein Vertrauen und meine Ermutigung gegenüber meinen engsten Mitarbeitern erneuern und gegenüber allen, die mir täglich mit Treue, Opferbereitschaft und in Stille helfen, mein Amt zu erfüllen.“