Vereidigung von 33 Schweizergardisten auf dem Petersplatz

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ROM, 8. Mai 2006 (ZENIT.org).- Vor rund 10.000 Gläubigen aus der Schweiz wurden am Samstagnachmittag 33 neue Schweizergardisten vereidigt. Die Zeremonie, die üblicherweise im vatikanischen Damasushof abgehalten wird, fand aufgrund des 500-jährigen Jubiläums der Päpstlichen Leibgarde auf dem Petersplatz statt. Benedikt XVI. war nicht persönlich anwesend, dafür aber sein Repräsentant Erzbischof Leonardi Sandri, Substitut im Staatssekretariat des Vatikans.



Bevor die 33 jungen Männer ihren Schwur leisteten, hörten sie einige Worte ihres Kommandanten, Elmar Theodor Mäder, sowie ihres Kaplans, Msgr. Alois Jehle. Nach der Abschreitung der Formation der Rekruten stellte der Kommandant dem Abgesandten des Papstes die neuen Gardisten vor. Er bestätigte, dass sie "wohl ausgesucht" worden seien, den katholischen Glauben bekennten und solide charakterliche und berufliche Voraussetzungen mitbrächten. Mäder erinnerte die neuen Soldaten daran, dass sie nicht einfach tun und lassen könnten, was sie wollten; ihre persönlichen Anliegen sollten fortan hintanstehen. Der Kommandant ging kurz auf das Jubiläumsjahr ein, das die Garde einem Millionenpublikum vorstelle. "Der Kirche zu dienen ist alles andere als Sklavenarbeit. Es ist 'vocation à la votation' für Christus", eine Berufung zur Entscheidung für Christus, so Mäder.

Der Gardenkaplan lenkte die Aufmerksamkeit zunächst auf die Statuen Berninis, die den Petersplatz umgeben. Nicht nur aus ästhetischen, sondern auch aus theologischen Gründen habe Bernini diese Skulpturen geschaffen, um den großen Meistern des Glaubens Ehre zu erweisen. In diesem Zusammenhang verwies P. Jehle auf die Notwendigkeit, den eigenen Glauben zu bezeugen. Die Märtyrer hätten uns gezeigt, dass es wichtigere Werte gibt als allein das Irdische. "Mit dem Eintritt in die Garde beschenken Sie die Kirche, aber auch Sie werden von ihr beschenkt", bemerkte der Kaplan.

Bevor die Rekruten den Treuschwur abgelegten, wurde folgende Formel vorgelesen: "Ich schwöre, treu, redlich und ehrenhaft zu dienen dem regierenden Papst Benedikt XVI. und seinen rechtmäßigen Nachfolgern; und mich mit ganzer Kraft für sie einzusetzen, bereit, wenn es erheischt sein sollte, selbst mein Leben für sie hinzugeben. Ich übernehme dieselben Verpflichtungen gegenüber dem Kollegium der Kardinäle während der Sedisvakanz des Apostolischen Stuhles. Ich verspreche überdies dem Herrn Kommandanten und meinen übrigen Vorgesetzten Achtung, Treue und Gehorsam. Ich schwöre es so wahr mir Gott und unsere Heiligen Patrone helfen."

Danach traten jeweils die Gardisten einzeln vor und antworteten in ihrer jeweiligen Landessprache, dass sie alles, was ihnen soeben vorgelesen worden war, gewissenhaft und treu halten würden, so wahr ihnen Gott und seine Heiligen helfen würden. Die Gardisten mussten dabei mit der einen Hand die Gardefahne halten und die andere zum Schwur erheben.

Die Anwesenden vernahmen den Schwur 22-mal auf Deutsch, neunmal auf Französisch und zweimal auf Italienisch. Sogar Hellebardiere der Ehrengarde des Königs von Spanien, einige Teilstreitkräfte der italienischen Armee, zwei Artilleriezüge aus London (Großbritannien) und Massachussets (USA) und Grenadiere aus Freiburg waren ebenfalls anwesend.

Nach der Vereidigung fand im nahe gelegenen Castel Sant'Angelo ein großes Treffen statt, das mit einem krönenden Feuerwerk beschlossen wurde.