Vereinbarung Brasilien-Heiliger Stuhl: Kirchlicher Rechtsstatus geklärt

Religionsunterricht bald auch an öffentlichen Schulen

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RIO DE JANIERO, 24. August 2009 (ZENIT.org).- In dieser Woche wird in Brasilien eine bilaterale Vereinbarung ratifiziert werden, die die Beziehungen mit dem Heiligen Stuhl regelt. Vor etwas über einer Woche wurde das Dokument von der Kommission für Auslandsbeziehungen der Abgeordnetenkammer angenommen. Erzbischof Orani Tempesta von Rio de Janeiro sieht darin einen positiven Schritt für die Kirche. Nun erhalte sie einen Rechtsstatus, wie sie ihn seit der Ausrufung der brasilianischen Republik im Jahr 1889 benötigt habe.



Der Erzbischof betonte, dass sich die Einigung auf die Verfassung des säkularen Staates stütze und keine Privilegien für die Kirche vorsehe. Das Dokument, das aus einer Präambel und 20 Artikeln besteht, eröffne zudem Perspektiven für andere Religionen. Mit der Regelung des Rechtsstaus der Kirche gehe auch eine Anerkennung der theologischen Studienabschlüsse, der kirchlichen Ehe und der religiösen Erziehung in öffentlichen Schulen einher sowie eine Klärung der steuerrechtlichen Fragen.
 
In Brasilien leben im weltweiten Vergleich die meisten Katholiken. 74 Prozent der 196 Millionen Einwohner des südamerikanischen Landes sind katholisch, 15 Prozent evangelisch.