Vereinte Nationen verabschieden Forderung eines Friedensabkommen für das Heilige Land

Die Gewalt verwandelt die heiligen Stätten in steinerne Museen

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ROM, 17. Dezember 2008 (ZENIT.org).- Gleich zu Beginn der christlichen Weihnachtsoktav, der letzten acht Tage vor der liturgischen Feier der Geburt Christi, wartet der UN-Sicherheitsrat erstmals seit fünf Jahren mit einer Resolution zur Regelung der Situation im Nahen Osten auf. Während es am Gazastreifen wieder Raketenangriffe auf Israel gibt, richtet sich der Blick der Christenheit auf das Heilige Land, insbesondere auf die Geburtsstadt Jesu, Bethlehem.

Die verabschiedete Resolution Nr. 1850 fordert beide Seiten auf, „ihre Verpflichtungen zu erfüllen" und „alle Schritte zu unterlassen, die das Vertrauen untergraben oder das Ergebnis der Verhandlungen beeinträchtigen könnten". Ziel sei ein „umfassender, gerechter und dauerhafter Frieden im Nahen Osten".

Die Kunde vom Frieden, die Papst Benedikt XVI. in diesen Tagen wieder betont hat und die ein überwältigendes Echo fand, muss sich hier, im Geburtsland dessen, den wir als den Retter der Welt bekennen, inmitten von Kanonenschüssen, Bombardierungen und Terroranschlägen durchsetzen.

Das höchste Gremium der Vereinten Nationen rief in seiner Resolution Israelis und Palästinenser auf, ihren Verpflichtungen von Annapolis nachzukommen und alle Fragen des Nahostkonflikts „ausnahmslos" in einem Friedensabkommen zu lösen. In Annapolis, einer Kleinstadt im Bundesstaat Maryland nahe der US-Hauptstadt Washington, hatten die beiden Konfliktparteien im November 2007 der Wiederaufnahme von Verhandlungen mit dem Ziel einer Zwei-Staaten-Lösung zugestimmt. Die neue Resolution wurde mit 14 von 15 Stimmen verabschiedet. Libyen enthielt sich der Stimme.

Ein positives Signal auch für die geplante Reise von Papst Benedikt XVI., der im Frühling des kommenden Jahres ins Heilige Land reisen möchte. Vermutlich wird er im Mai Jerusalem, Nazareth und Bethlehem besuchen und in der Gedenkstätte Yad Vashem der Opfern des Holocausts gedenken. Derzeit laufen intensive Kontakte des Heiligen Stuhls mit den entsprechenden Ansprechpartnern im Nahen Osten über den Verlauf dieser Unternehmung des Papstes.

Die politischen und sozialen Nachrichten aus dem Heiligen Land stimmten die letzten Jahre über stets bedenklich, „die Gewalt verwandelt die heiligen Stätten in steinerne Museen“ beklagte die Kustodie des Heiligen Landes schon vor einigen Jahren. Man mache sich große „Sorge um die Zukunft der Christen im Heiligen Land“.

Bereits Papst Paul VI. hatte auf diese Situation aufmerksam gemacht. Er forderte schon in den sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts, dass das Land Jesu „nicht zum Museum" werden möge.
Als die zweite Intifada im September 2000 im Heiligen Land ausbrach, wanderten innerhalb eines Jahres 470 Familien aus.

Die Reaktion von Johannes Paul II. war damals ein vom Vatikan geleiteter Gipfel mit hochkarätigen Kirchenführern über die Zukunft der Christen im Heiligen Land.

Der damalige Kardinalstaatssekretär Angelo Sodano sprach während dieses unter dem Vorsitz von Papst Johannes Paul II. geführten Krisengipfels, der im Dezember 2001 im Vatikan stattfand, von einer Zahl von 117.000 Katholiken im Heiligen Land, die auf israelischem und palästinensischem Gebiet verteilt seien - dies bei einer Bevölkerung von 6.100.000 Einwohnern.

Die christliche Lösung für Palästina ist keine einfache, das ist allen Beteiligten seit Jahren klar: Unter den Verantwortlichen muss das Thema Gerechtigkeit zur Sprache kommen, gerade wenn man von Liebe und Frieden sprechen will.

Von Angela Reddemann