Verfolgte Christen in Indien blicken auf den Gekreuzigten

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BANGAOLORE, INDIEN, 8. April 2009 (ZENIT.org/Fidesdienst).- Auf den gekreuzigten Jesus schauen, um Trost und Ermutigung zu erfahren: Das ist die Einladung, die Msgr. Ignatius Pinto, ehemaliger Erzbischof von Bangalore, anlässlich der Karwoche an jene Christen richtet, die in Indien verfolgt werden.



Bei einer ökumenischen Begegnung in Bangalore, die vom „Global Council of Indian Christians“ (GLIC) organisiert worden war, verlieh der Erzbischof vor kurzem seiner „Trauer und Bestürzung“ über die gewalttätigen Übergriffe der letzten Monate Ausdruck. Diese tragischen Vorkommnisse, bei denen freie Bürger nur aufgrund ihres Glaubens angegriffen, diskriminiert und gedemütigt würden, seien für ein demokratisches Land wie Indien ein Skandal.

Mit Blick auf den indischen Bundesstaat Orissa, wo die Verfolgungen ihren Ausgang genommen hatten, erklärte der Erzbischof, dass unschuldige Christen das Ziel unbegründeter und unterschiedsloser Angriffe geworden seien, an deren Konsequenzen sie noch heute litten. Der Vorwurf radikaler hinduistischer Gruppen, die Christen würden versuchen, die Hindus zu bekehren, sei falsch, bekräftigte der Hirte. Es sei nicht plausibel, „von Zwangsbekehrung zu sprechen, denn die Bekehrung ist ein freier Akt des Herzens eines jeden Menschen: Sie ist ein Werk Gottes und nicht das des Menschen.“

Erzbischof Pinto richtete sich mit ermutigenden Worten an die Anwesenden, unter denen zahlreiche Zeugen der jüngsten Christenverfolgungen waren: „Als Verfolgte sind wir dazu aufgerufen, für unsere Verfolger zu beten und im Glauben standhaft zu bleiben dank des Heiligen Geistes, der ein Geschenk Gottes ist. Schaut in dieser österlichen Bußzeit auf den gekreuzigten Jesus, um in eurem Herzen Trost und Frieden zu finden. Für die Qualen, die ihr in seinem Namen ertragen habt, werdet ihr im Himmelreich belohnt werden! Christus hat uns gesagt, keine Angst zu haben, da er die Welt besiegt hat: Seid also – dank der Verdienste, die Christus für euch erworben hat – voller Liebe, Freude und Frieden.“

Der Kongress des „Global Council of Indian Christians“ (GLIC) widmete sich dem Austausch über die Erfahrungen während der Christenverfolgungen, wie sie in Indien auch heute noch vorkommen. Zahlreiche Bischöfe, Ordensleute und Laien aus dem ganzen Land nahmen an dem Treffen teil. Am Ende lobte Erzbischof Pinto den Einsatz des GCIC zu Gunsten der Christen in Orissa, für die zahlreiche Hilfsinitiativen in die Wege geleitet worden waren: Neben humanitärer Hilfe wird den Christen auch geistliche Unterstützung gewährt, etwa durch den Versand von Bibeln.