"Vergesst nicht, dass der Herr stets mit uns arbeitet"

Audienz für die päpstliche Schweizer Garde anlässlich der Vereidigung der neuen Gardisten

Vatikanstadt, (ZENIT.org) | 482 klicks

Am Montag, dem 6. Mai 2013, empfing der Heilige Vater Franziskus um 12.45 Uhr das Korps der Päpstlichen Schweizergarde anlässlich der Vereidigung der in Begleitung ihrer Familienangehörigen erschienenen Rekruten und widmete ihnen die folgende Ansprache, die wir hier in einer eigenen Übersetzung veröffentlichen:

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Liebe Freunde der Schweizergarde!

Es ist mir eine Freude, euch hier empfangen zu dürfen. Sehr herzlich begrüße ich jeden einzelnen von euch, eure Familienmitglieder und Freunde sowie die Behörden und alle jene, die an diesen Festtag teilhaben wollten. Euch allen gegenüber, liebe Gardisten, erneuere ich meinen aufrichtigen Dank für euren kostbaren und großzügigen Dienst am Papst und an der Kirche. Ich erfahre jeden Tag persönlich die Hingabe, Professionalität und Liebe, mit der ihr euren Dienst erfüllt. Dafür danke ich euch! Mein besonderer Dank gilt euren Familien, die eure Entscheidung für den Dienst im Vatikan wohlwollend aufgenommen haben und euch mit ihrer Liebe und ihrem Gebet unterstützen.

In diesem Augenblick gedenkt ihr des aufopfernden und unermüdlichen Einsatzes der Schweizergarde für den Schutz des Papstes während der „Plünderung Roms“. Ihr seid heute nicht zu dieser Heldentat berufen, sondern zu einer anderen, ebenso anspruchsvollen Form des Opfers: dazu, eure jugendliche Energie der Kirche und dem Papst angedeihen zu lassen. Dies erfordert Stärke, ein Belebt-Sein von der Liebe und ein Gestützt-Sein vom Glauben in Christus. In diesem Jahr fügt sich euer Glaube in den Kontext des in aller Welt von der Kirche begangenen „Jahres des Glaubens“ ein. Gewiss war euer Glaube an der Entscheidung, dem Dienst für den Papst Jahre eures Lebens zu widmen, nicht unbeteiligt. Vielmehr denke ich, dass jene innersten Regungen, die euch letztlich nach Rom geführt haben, Früchte eures Glaubens sind. Dieser euch von euren Familien vermittelte Glaube erfuhr in euren Pfarrgemeinden eine Veredlung und ist auch ein Zeichen der Verbundenheit der Schweizer Katholiken mit der Kirche. Erinnert euch an Folgendes: Der euch von Gott am Tag eurer Taufe geschenkte Glaube ist euer kostbarster Schatz! Er ist ebenso die Quelle eures Auftrages, dem Papst und der Kirche zu dienen.

Ihr seid während eures Aufenthaltes in Rom dazu aufgerufen, euren Glauben mit Freude und mit dem Stil der Freundlichkeit zu bezeugen. Wie wichtig ist dies für die vielen in die Vatikanstadt kommenden Menschen! Ebenso wichtig ist es aber auch für jene, die hier für den Heiligen Stuhl tätig sind auch für mich! Eure Gegenwart ist ein Zeichen der Stärke und der Schönheit des Evangeliums, das zu jeder Zeit junge Menschen zur Nachfolge aufruft. Ich möchte euch auch dazu einladen, eure Zeit in der „ewigen Stadt“ im Geiste aufrichtiger Brüderlichkeit zu verbringen und euch gegenseitig in einer eurem Glauben und eurer Mission in der Kirche entsprechenden guten christlichen Lebensführung zu unterstützen. Versteht es, aufeinander Acht zu geben und zu erkennen, wenn einer von euch einen schwierigen Moment durchlebt. Seid bereit zum Zuhören, einander eure Nähe zu erweisen. Betet füreinander und verwirklicht die von Jesus in der hl. Eucharistie gegebene Gemeinschaft durch die gegenseitige Hilfe in eurem Leben.

Durch eure spezifische kirchliche Erfahrung im Korps der Schweizergarde erhaltet ihr die einmalige Gelegenheit, hier in Rom die Kenntnis Christi und seines Evangeliums zu vertiefen und ihm nachzufolgen und gleichsam die Katholizität der Kirche zu atmen. Möge euch in jenem Augenblick, da einige von euch den Eid der treuen Verrichtung des Wachdienstes leisten und andere ihn in ihrem Herzen erneuern, bewusst sein, dass auch euer Dienst ein Zeugnis Christi ist, der euch berufen hat, aufrichtige Männer, wahre Christen und Protagonisten eurer Existenz zu sein. Tief vereint mit ihm werdet ihr die Hindernisse und Herausforderung des Lebens zu bewältigen wissen; in der festen Überzeugung, dass der auferstandene Herr nach der Liturgie der Osternacht „der ewige König“ ist, „der die Finsternis der Welt besiegt“. Er allein ist die Wahrheit, der Weg und das Leben.

Liebe Schweizergardisten, vergesst nicht, dass der Herr euch auf eurem Weg begleitet. Ich möchte euch einen Gedanken widmen, der gut für die Seele ist: Vergesst nicht, dass der Herr stets mit uns wirkt. Er ist stets an eurer Seite, um euch vor allem in den Momenten der Schwierigkeit und der Prüfung Halt zu geben. Ich wünsche euch aus ganzem Herzen, dass ihr stets die Freude und den Trost seiner leuchtenden und barmherzigen Gegenwart verspürt.

Ich vertraue jeden einzelnen von euch und euren kostbaren Dienst der mütterlichen Fürsprache der Jungfrau Maria und euren Schutzheiligen an; von Herzen erteile ich euch, euren Familienmitgliedern und allen Anwesenden zum Zeichen meiner Zuneigung und meines besonderen Dankes meinen Segen.