Verkündigung an Maria

Darstellung in der Kunst

Rom, (ZENIT.org) Britta Dörre | 235 klicks

Die Verkündigung an Maria ist eine der am häufigsten dargestellten Szenen in der bildenden Kunst. Die Ikonographie bildete über die Jahrhunderte hinweg bestimmte Darstellungstypen heraus, die bis heute bestimmend sind.

Grundlage für die bildlichen Darstellungen ist die Erzählung des Lukasevangelium (Lk 1, 26-38). Schon in der frühchristlichen Zeit finden sich erste Darstellungen der Szene, so z.B. in Santa Priscilla in Rom. In der Regel wird Maria sitzend dargestellt, während ein Jüngling in der Gestalt eines Engels vor ihr erscheint. Teilweise wird die Szene durch höfisch-zeremonielle Attribute, wie in Santa Maria Maggiore, bereichert.

In der frühmittelalterlichen Kunst bildet sich der Typus der Mariendarstellung vor einer Architektur- oder Stadtkulisse, wie im Codex Egberti, heraus. Maria wird häufig unter einer Ädikula platziert. Um 1000 lassen sich zunehmend statuarische und monumentale Interpretationen des Themas feststellen, so z.B. im Evangeliar Ottos III. Hinter einem Triumphbogen sind Maria und der Engel dargestellt, von einer Art Ziborium überfangen. Vor allem die einander zugewandte Darstellung von Maria und Engel wird wegweisend.

Im Hoch- und Spätmittelalter wird die Verkündigungsszene häufig in weltliche Räume verlegt, die sich durch eine detailgetreue Darstellung auszeichnen. In den Darstellungen findet sich zunehmend die Abbildung eines Lichtstrahls, der auf den Kopf oder das Ohr der Jungfrau gerichtet ist. Der Heilige Geist wird in der Regel als Taube dargestellt, so z.B. in der Verkündigungsszene Stefan Lochners im Kölner Dom. Häufig wird die Szene durch die Wiedergabe von Gefühlsregungen und entsprechenden Gesten erzählerisch gestaltet und vermenschlicht.

In der Renaissance werden die herausgebildeten Darstellungstypen weitergeführt. Der Hintergrund wird häufig durch antikisierende Kulissen angereichert. Das Interesse liegt auf der Wiedergabe einer mystischen, unirdischen Atmosphäre.

Im Barock wird die Verkündigungsszene weder formal noch ikonographisch verändert. Im 18. Jahrhundert verliert die Darstellung der Verkündigung zunehmend an Bedeutung und tritt hinter die Wiedergabe der „Immacolata“ zurück.