Verliebt, verlobt, verheiratet: Valentinstag auf dem Petersplatz

Papst Franziskus empfängt tausende junge Paare

Rom, (ZENIT.org) Maike Sternberg-Schmitz | 1068 klicks

Am heutigen Valentinstag empfing Papst Franziskus auf dem Petersplatz tausende von jungen Paaren, die verlobt oder frisch vermählt sind. Das Ereignis war das erste seiner Art, bisher hat noch kein Papst in dieser Form auf den Petersplatz eingeladen. Die Initiative war vom Päpstlichen Rat für die Familie ausgegangen, der die Begegnung organisiert und ausgerichtet hatte.

Vor seiner Ankunft auf dem Petersplatz sandte der Papst ein Tweet mit folgendem Wortlaut an die jungen Menschen: „Liebe junge Menschen, scheut euch nicht, eine Ehe einzugehen. In einer treuen und fruchtbaren Gemeinschaft werdet ihr glücklich sein.“ In Vorbereitung auf das Zusammentreffen mit Papst Franziskus gab es musikalische Beiträge und Gebetsmomente, die jungen Paare sprachen über ihre Hoffnungen, aber auch über ihre Sorgen bezüglich einer lebenslangen Bindung an einen Partner. Als der Papst um kurz nach 12:00 Uhr zu den etwa 30.000 jungen Menschen sprach, begann er seine Ansprache mit folgenden Worten:

„Liebe Paare, ihr bereitet euch darauf vor, gemeinsam zu wachsen, ein Haus zu errichten, um für immer zusammen zu leben. Ihr wollt es nicht auf dem Sand der Gefühle bauen, die kommen und gehen, sondern auf dem Fels der wahren Liebe, der Liebe, die von Gott kommt. Die Familie entsteht aus diesem Projekt der Liebe, die wachsen will, so wie ein Haus wächst, das der Ort der Zuneigung sein soll, der Hilfe, der Hoffnung, der Unterstützung. Alles zusammen: Zuneigung, Hilfe, Hoffnung, Unterstützung. So wie die Liebe Gottes fest und für immer ist, so soll auch die Liebe, die die Familie begründet, fest und für immer sein. Wir dürfen uns bitte nicht von der „provisorischen Kultur“ überzeugen lassen!“

Man dürfe keine Angst vor den Worten „für immer“ haben, es handle sich dabei nicht um eine Frage der Dauer. Papst Franziskus sagte:

„Eine Ehe ist nicht nur dann gelungen, wenn sie andauert; ihre Qualität ist entscheidend. Zusammen zu sein und sich für immer zu lieben wissen, ist die Herausforderung der christlichen Eheleute.“

Dann machte er den jungen Menschen Mut:

 „Die Ehe ist auch eine Arbeit, die man jeden Tag neu angehen muss. Es ist ein Handwerk, wie das eines Uhrmachers. Der Ehemann hat die Aufgabe, die weibliche Seite seiner Ehefrau zu verstärken und die Ehefrau hat natürlich die Aufgabe, die männliche Seite des Ehemanns zu unterstützen. Wenn man das erreicht, dann hört man auf der Straße sagen: Welch schöne Frau, die hat bestimmt einen guten Mann und umgekehrt. Dieses Handwerk bedeutet vor allem eines: Gemeinsam wachsen. Schaut, dass ihr euch gegenseitig darin bestärkt.“

Anschließend erinnerte er die Paare an die Bibelstelle mit der Hochzeit von Kanaan.

„Schaut, dass ihr ein schönes Fest herrichtet und zwar ein christliches und kein mondänes Fest! Und vergesst nicht, dass es für die Gäste auch Wein geben soll, denn ohne Wein gibt es kein Fest. Gleichzeitig soll euer Fest auch einfach und bescheiden sein, damit das im Mittelpunkt steht, was bei dem Hochzeitsfest wichtig ist: eure gegenseitige Liebe. Viele sind bei Hochzeitsfeiern auf das Fotografieren oder den Blumenschmuck oder das Essen konzentriert und vergessen dabei, dass es um ein Fest der Liebe und den Segen Gottes zu dieser Liebe geht.“

Anschließend legte Papst Franziskus den jungen Paaren drei Dinge ans Herz, die sie als Verheiratete beachten sollen. Jeden Tag müsse man dem Ehemann oder Ehefrau drei Worte sagen: „Darf ich, Danke und Entschuldigung“. Anschließend sagte er:

„Es geht darum, mit Freundlichkeit in das Leben des anderen einzutreten. Oft ist es doch so, dass man auch in der Ehe wie mit schweren Bergstiefeln auftritt. Die wahre Liebe kann nicht aufgedrängt werden und vor allem nicht mit Gewalt und Härte. In der heutigen Welt, die voll Gewalt und Arroganz ist, braucht es mehr Freundlichkeit.“

Nach einem Streit dürfe man nie auseinandergehen, ohne Frieden zu schließen. Papst Franziskus sagte:

„Wir wissen alle, dass es die perfekte Familie nicht gibt, und auch nicht den perfekten Ehemann oder die perfekte Ehefrau. Und sprechen wir nicht von der perfekten Schwiegermutter! Uns gibt es, die Sünder. Jesus, der uns gut kennt, lehrt uns ein Geheimnis: Man soll niemals einen Tag beenden ohne um Verzeihung gebeten zu haben, ohne, dass der Friede in unser Haus eingekehrt ist, in unsere Familie.“