Vernunft und Glaube können Freunde sein: Benedikt XVI. begegnet Studenten

Katholischer Studentenverband Italiens feiert 110. Gründungsjubiläum

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ROM, 9. November 2007 (ZENIT.org).- Am heutigen Vormittag empfing Benedikt XVI. eine Delegation des Italienischen Katholischen Studentenverbands, der sein 110-jähriges Bestehen begeht.



Der Papst würdigte den Einsatz dieser Vereinigung für die Bildung ganzer Generationen italienischer Studenten. Mitte der 90er-Jahre sei es im Land zu einer radikalen Universitätsreform gekommen. Die damit verbundenen neuen Strukturen tragen nach Worten des Heiligen Vaters neben vielversprechenden Aussichten auch Elemente in sich, die zu berechtigter Sorge Anlass geben.

Gerade in diesem Bereich könne der Verband auch heute sein altes und zugleich ganz neues Charisma zum Ausdruck bringen. Dieses Charisma bestehe „im überzeugten Zeugnis der ‚möglichen Freundschaft‘ zwischen Vernunft und Glaube, was die ständige Bemühung mit sich bringt, das Reifen im Glauben, das Wachstum im Studium und den Erwerb von wissenschaftlichen Kenntnissen miteinander zu verbinden“.

Das Studium stellt in den Augen Benedikts XVI, zugleich eine von der Vorsehung gestiftete Gelegenheit dar, „im Glauben voranzuschreiten, da eine wohl gehegte Vernunft das Herz des Menschen für das Hören der Stimme Gottes öffnet und dabei die Bedeutung des Unterscheidungsvermögens und der Demut ins Licht rückt.“

Heute wie in der Vergangenheit sei der Jünger Christi dazu berufen, gegen den Storm zu schwimmen und sich nicht von verlockenden Sirenenrufen ablenken zu lassen, die von diversen Kanzeln erschallten, wo Verhaltensweisen angepriesen würden, die von Arroganz und Gewalt, Überheblichkeit und Erfolgsstreben um jeden Preis zeugten.

Benedikt XVI. betonte, dass in der modernen Gesellschaft ein zum Teil zügelloses Streben nach äußerem Erscheinen und Haben zum Schaden des Seins festzustellen sei. Die Kirche, Meisterin in den menschlichen Dingen, werde es nicht müde, insbesondere die jungen Generationen zu ermahnen, wachsam zu bleiben und keine Angst davor zu haben, „alternative“ Wege einzuschlagen, die nur Christus weisen kann.